Blumenwiese
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Viele Insekten finden immer weniger Lebensräume. Wer in seinem Garten etwas dafür tun und eine Bienenweide anlegen möchte, bekommt hier Tipps von unserem Experten. Auch auf dem Balkon lässt sich für Bienen, Hummeln und Co. eine "Speisekammer" einrichten.

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Unser Experte

Dr. Berthold Langenhorst
Leiter Umweltkommunikation
NABU Landesverband Hessen e.V.

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Mit einem Insektenhotel kann man den Bienen eine Brutstätte schaffen, aber sie freuen sich auch über eine nahrhafte Bienenweide. Informationen dazu hat Dr. Berthold Langenhorst vom NABU Hessen für uns zusammengestellt:

Man kann im Garten viel für Insekten und speziell auch für Bienen tun. Das Beste ist ein nicht völlig aufgeräumter Garten mit Laubhaufen, alten Ästen, stehen gelassenen Gras- und Blütenstängeln, Altholzhaufen, Trockensteinmauern und Wiesenbereichen, die vielleicht nur ein bis zweimal im Jahr gemäht werden. Wenn man auf diese Weise eine Vielfalt an Lebensräumen und Versteckmöglichkeiten (auch für den Winter) schafft, hat man schon viel für Insekten getan.

Es ist erstaunlich, welche Blumenvielfalt sich auf der Gartenwiese von selbst einstellt, wenn man sie einmal wachsen lässt. Je nach Bodenbeschaffenheit muss man dann gar nicht mit Samentütchen nachhelfen. In meinem Garten habe ich fast fünfzig Wiesenpflanzen gezählt, von der Wiesen-Margerite über Gundermann, Löwenzahn, Rotklee und Persischem Ehrenpreis bis zur Zaunwicke. Grundsätzlich gilt: Auf nährstoffärmeren Standorten ist die natürliche Blumenvielfalt größer. Wo viel Stickstoff im Boden ist, setzen sich auf einer Wiese eher hochwüchsige Gräser durch. Dort muss dann unter Umständen öfter gemäht werden.

Beet besser als Rasenfläche

Man kann aber auch mit Samentütchen nachhelfen. Die eignen sich am besten für Beete oder die Neuanlage von Wiesen. Auf einer bestehenden Wiese kämen nur die wenigsten Blumen durch den dichten Rasenfilz hindurch. Ein Beet als Bienenweide anzulegen, macht also Sinn. Hier muss man auch keine besondere Rücksicht auf den Standort und die dortigen Bodenverhältnisse nehmen. Wenn zu viel Nährstoffe im Boden sind, kann man ihn evtl. mit Sand ausmagern.

Bei der Auswahl der Samen sollte man darauf achten, keine billigen Mischungen mit gezüchteten Hybriden und/oder gefüllten (= nektarfreien) Blüten zu kaufen, sondern auf Wildpflanzen-Saatgut aus der Region setzen.

Auch der Balkon kann mit einem Wildblumenkasten eine gute Bienenweide bieten. Man kann also auch Insekten helfen, wenn man keinen eigenen Garten hat. Den schönen Blütenduft gibt es dann noch gratis dazu.

Sendung: hr4, hr4 - Mein Morgen in Hessen, 22.03.2018, 06:05 Uhr

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