Lutherkirche in Wiesbaden
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Die Lutherkirche in Wiesbaden wurde 1908 bis 1910 in den Formen des Jugendstils erbaut. Herausragendes Merkmal ist der 50 Meter hohe Turm sowie das großflächige Kirchendach von 20 Metern Höhe. Durch seine Lage auf einer Anhöhe innerhalb der Wiesbadener Innenstadt, kommen diese Elemente städtebaulich besonders zur Geltung.

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Glocken

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Der Innenraum der Lutherkirche ist nach den Regeln des "Wiesbadener Programms" aufgebaut, das besagt, dass die drei Elemente des Gottesdienstes - Altar (Abendmahl), Kanzel (Predigt) und Orgel (Musik) - zentral übereinander anzuordnen seien; die Gottesdienstteilnehmer umgeben diese drei Elemente halbkreisförmig.

Die Kirche hat 1.200 Sitzplätze. Der Innenraum hat die Form einer längsgerichteten Ellipse mit einem leichten Gefälle zum Altarraum hin. Die Jugendstil-Ornamentik schmückt die Holzvertäfelung der Wände, die Decke und die Empore.

Von Klaus Hofmeister

Die Glocken

Schon zur Einweihung hatte die Lutherkirche ein vierstimmiges Geläut. Es war von der Firma Rinker, Sinn, in schweren Rippen gegossen in den Tönen H, d, f, as. Sechs Jahre später blieb nur die as-Glocke zurück, nachdem man die Glocken im Turm zerschlagen hatte. "Viele hörten die Jammerschläge mit Tränen", schreibt der Chronist unter dem 28. Mai 1917.

Nach dem Ersten Weltkrieg verhinderte ein Streik auf den Buderus'schen Eisenwerken in Wetzlar, dass die Lutherkirche ihr Geläut durch Stahlglocken in den alten Tönen ergänzte. 1921 ließ man zwei Bronzeglocken bei der Firma Rinker gießen, von denen eine bis heute erhalten blieb. Ende der Zwanziger Jahre vervollständigte eine weitere Glocke das Geläut nun in den Tönen des, es, f, as. 1942 wurden wieder drei Glocken vom Turm geholt. Es blieb nur die f-Glocke zurück.

1956 entschloss man sich zur Anschaffung von drei Stahlglocken. Sie wurden vom Bochumer Verein gegossen. Seitdem erklingt das Geläut der Lutherkirche nach dem Liedanfag "Gott des Himmels und der Erden". Die Inschriften der Glocken wurden seit 1911 beibehalten mit den Zitaten der Lutherlieder: es-glocke: "Ein feste Burg ist unser Gott", f-Glocke: "Es muß durchs Kreuz bewähret sein" (aus: "Ach Gott vom Himmel sieh darein"), g-Glocke: "Verleih uns Frieden gnädiglich", b-Glocke: "Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort".

Von Hermann Otto Geißler

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