St. Peter und Paul-Kirche in Villmar
Bild © Jens Naumann / hr

Die heutige Villmarer Pfarrkirche wurde zwischen 1746 und 1749 im barocken Stil nach Plänen des aus Tirol stammenden Baumeisters Thomas Neurohr erbaut. Seit 1950 bilden die Villmarer Glocken ein vierstimmiges Geläute.

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Glocken

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Im Jahre 1053 schenkte Kaiser Heinrich III. dem Trierer Kloster St. Eucharius-St. Matthias den Königshof Villmar als Dank für erhaltene Reliquien für die Kaiserpfalz in Goslar. Seitdem war der jeweilige Abt der Trierer Abtei auch nominell Pfarrer von Villmar, bestellte aber zur Seelsorge einen "Vizepastor".

Im Jahre 1885 erhielt die Kirche einen neuen Kirchturm, nachdem im August 1884 infolge Blitzschlag Kirchturm nebst Turmuhr und Glocken vernichtet wurden. 1956/57 wurde die Pfarrkirche durch einen Anbau erweitert.  

Die Glocken

Erstmals erwähnt werden die Villmarer Glocken in den Abschriften des "Villmarer Schöffenweistums", das unter Abt Rode (1421-1439) entstand. 1422 heißt es: "Auch wann eyn abt von senct Matthys, als vorsteet, nuwelings zo Vilmar yn kommen sal, dann sal yeme eyn glöckner zu der zyt entgegen luden mit allen glocken". (Auch wenn ein Abt von St. Matthias (in Trier), wie oben steht, nach Villmar hineinkommt, dann soll ihm der derzeitige Glöckner mit allen Glocken entgegenläuten).

Auch zu den alljährlich viermal stattfindenden Gerichtstagen (dem Ding) wurden alle Bürger mit den Glocken gerufen. Da also die Glocken für kirchliche und zivile Zwecke benutzt wurden, stellten Pastor und Zivilgemeinde gemeinsam einen Glöckner ein. Die Geschichte der Villmarer Glocken ist sehr wechselvoll. 1620 war keine Glocke mehr vorhanden; 1652 befanden sich im Turm der 1749 vollendeten heutigen Pfarrkirche zwei Glocken. 1721 waren drei Glocken vorhanden.

Im Jahre 1885 wurden vier neue Glocken angeschafft, nachdem in der Nacht vom 12. auf den 13. August 1884 durch Blitzschlag der Turmhelm und die drei vorhandenen Glocken vernichtet wurden. 1917 mussten drei Glocken zu Rüstungszwecken abgegeben werden, die 1920 durch Neugusse der Firma Rincker in Sinn ersetzt wurden. Am 30. April 1942 lieferte Villmar die drei größten Glocken im Gesamtgewicht von 1.530 kg ab. Im Jahre 1950 gab die Zivilgemeinde drei neue Bronzeglocken bei der Firma Rincker in Auftrag, die mit der erhalten gebliebenen Glocke aus dem Jahre 1920 wieder ein vierstimmiges Geläute bildeten.

  • Glocke 1: Peter und Paul (1951), 758 kg, 1095 mm Durchmesser, Nominal: f́ = f1; Inschrift: Die Wahrheit wird euch freimachen. Patroni Populi adesti devoti; Zier: Peter-und Paul-Symbol; Sternsymbol
  • Glocke 2: Josef (1951), 455 kg, 915 mm Durchmesser, Nominal: aś = as1; Inschrift: Der Friede ist das Werk der Gerechtigkeit. St. Josef sis Protector Domorum Pius et Rector; Zier: Josef-Symbol; Waagesymbol)
  • Glocke 3: Maria (1951), 327 kg, 822 mm Durchmesser, Nominal: b́ = b1; Inschrift: Stete Liebe heilt alle Wunden. Pacis adeste Regina - O Dulcis virgo Maria; Zier: Mariensymbol; Lichtsymbol
  • Glocke 4: Totenglocke (1920), 222 kg, 720 mm Durchmesser, Nominal: ć́ = c2; Inschrift: Mortuos Plango

Von Bernhard Hemmerle

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