Usingen - Glocke
Bild © Jens Naumann 2018

Während des 30-jährigen Krieges brannten mit der Stadt Usingen auch Kirche und Turm teilweise ab. Während des Wiederaufbaus bis circa 1657 erhielt der Turm der Laurentiuskirche ein neues Geläut.

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Glocken

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Im 11. Jahrhundert lag eine einfache Hofgruppe südöstlich der heutigen Usinger Altstadt. Dazu gehörte ein kleiner Friedhof mit einer bescheidenen Kirche, die 1207 erstmals urkundlich erwähnt wird. Ab dem 14. Jahrhundert erhob sich in der nordwestlich davon neugegründeten Ansiedlung "Usungen" auf einem nach Südwesten vorspringenden Felssporn eine kleine Steinkirche mit dem Patrozinium des heiligen Laurentius. In ihr gab es bereits fünf Altäre mit zehn Heiligenverehrungen.

1518 wurde an gleicher Stelle der Neubau einer größeren, spätgotischen Messkirche eingeweiht, mit dreiseitigem Chor nach Osten und fünfgeschossigem (bereits 1495 vollendeten) wehrhaftem Kirchturm im Westen. Mit dem Einzug der Reformation in Usingen ab 1527 wurde die Stadtkirche evangelisch. Während des 30-jährigen Krieges brannten 1635 mit der Stadt auch Kirche und Turm teilweise ab.

Der Wiederaufbau erfolgte bis circa 1657. Das Kircheninnere wurde dabei neu mit Taufstein, Altar, Kanzel Orgel und Opferstock ausgestattet. Der Turm erhielt ein neues Geläut. Usingens Funktion als Residenz des Hauses Nassau-Usingen im 17. und 18. Jh. führte zur Errichtung mehrerer Fürstengruften im Kirchenbauwerk. Umfangreiche Kirchen- und Turmrenovierungen erfolgten im 19. und 20. Jh. Besonders 2006/07 musste eine sehr aufwändige, kostenintensive Turmsanierung durchgeführt werden.

Das Geläut

Die jeweils am oberen Glockenrand umlaufenden Texte und die Daten der vier Glocken lauten:

  • Größter Durchmesser 1,26 m - Gewicht 755 kg - Ton: f ’: "Ich rufe die Gläubigen unter das Wort"
  • Größter Durchmesser 1,05 m - Gewicht 440 kg - Ton: as ’: "Ich töne zur Einkehr und Betenszeit"
  • Größter Durchmesser 0,92 m – Gewicht 293 kg - Ton: b ’: "Ich wecke zu Tagwerk und liebendem Dienst"
  • Größter Durchmesser 0,78 m – Gewicht 184 kg - Ton: des ’’: "Ich gebe zur Heimkehr das letzte Geleit"



Von Helmut Fritz (Stadt- und Kirchenarchivar)

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