Evangelische Kirche in Schrecksbach
Bild © Jens Naumann / hr

Von 1752-1754/55 wurde auf den Grundmauern zweier Vorgängerkirchen der jetzige Kirchenbau errichtet. Der Kasseler Landgraf Wilhelm VIII förderte den Bau der Kirche durch die Bewilligung von 57 Eichenstämmen forstfreien Holzes.

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Glocken

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Schrecksbach: Ev. Kirche

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Die Schrecksbacher Kirche ist wohl ohne Übertreibung als eines der schönsten Zeugnisse der Region aus der Baukultur der bäuerlichen Barock- bzw. Rokkokozeit zu betrachten.

Etwa 90% aller Glocken in Deutschland gingen in den zwei großen Kriegen des letzten Jahrhunderts verloren. Dieser gewaltige Aderlass hat den Glockenbestand keinesfalls gleichmäßig getroffen. Meist wurde eine Glocke auf den Kirchtürmen belassen. Dies waren in der Regel die alten Glocken mit dem größten Denkmalswert. Daher sind die Glocken aus dem 18. und 19. Jahrhundert fast völlig dem Schmelzofen verfallen.

Die Schrecksbacher Kirche hat das große Glück gehabt, ihre abgegebenen alten Glocken nach Beendigung der beiden Weltkriege wiederzubekommen. Durch diesen glücklichen
Umstand ist die Schrecksbacher Kirche eine der wenigen, die noch ihr vollständiges, historisches Geläut besitzt. Darum ist das Schrecksbacher Geläut so besonders wertvoll.

Das Geläut

Die älteste Glocke wurde um das Jahr 1400 gegossen und hing schon auf dem Turm der ersten Kirche. Sie ist auf den Ton "b" gestimmt, hat ein Gewicht von etwa 350 kg und trägt in gotischen Majuskeln die Namen der vier Evangelisten in Spiegelschrift.

Die zweitälteste und kleinste Glocke stammt etwa aus der Zeit um 1500 und wurde für die zweite Schrecksbacher Kirche als Ave-Maria-Glocke gegossen. Sie wurde auf den Ton "gis" gestimmt, wiegt circa 60 kg und trägt als lateinische Inschrift den Gruß des Engels an die Mutter Jesu: "Ave-Maria-gratia-plena-ominus".

Die dritte und größte Glocke mit einem Gewicht von ungefähr 580 kg ist mit dem Relief des Königs David mit der Harfe geschmückt und trägt die Inschrift: "soli deo gloria = Gott allein die Ehre! Am oberen Rand ist eingegossen: Pastor C.F. Eichler - Christof Dickhaut, Baumeister- Henrich Laur Grebe Schrecksbach Adam Michael Baumeister. Joh. Friedrich Wilhelm Rincker von Altenstaden goß mich 1755." Sie ist auf die Oktave "gis" mit der kleinen Glocke gestimmt und bald nach der Einweihung der jetzigen Kirche auf den Turm gewandert.

Das Tagesläuten morgens, mittags und abends verrichtet bis heute die älteste der drei Glocken, die Evangelisten Glocke. Am Samstagabend, an Sonn- und Feiertagen und bei
Beerdigungen läutet Sie mit der großen Glocke zusammen. Die kleine Marienglocke rief bis Mitte der zwanziger Jahre die Kinder zur Schule. Heute läutet sie nur zu den hohen kirchlichen Festen und Feiertagen mit den anderen beiden Glocken gemeinsam. Dabei hat sie allerdings den Vorrang, indem sie zuerst ihre Stimme erhebt.

Von Markus Jäckel

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