Gladenbach-Erdhausen - Glocke
Bild © Jens Naumann 2018

"Wer eine alte Kirche hat, hat Sorgen!" Dieser Satz war in den sechziger Jahren im Hinterland zu einem geflügelten Wort geworden. Entweder mussten die Gemeinden viel Geld investieren oder neue Kirchen bauen, die den gestiegenen Einwohnerzahlen entsprachen.

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Glocken

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Gladenbach-Erdhausen: Ev. Kirche

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In Erdhausen entschied man sich für einen Neubau oberhalb des Friedhofes. Gleichzeitig wurde auf dem Gelände ein Jugendheim gebaut, das uns heute als Gemeindehaus dient. Von der alten Kirche steht weiterhin der wuchtige Wehrturm im Dorfkern, ein beliebtes Motiv für heimische Maler des letzten Jahrhunderts (besonders für Karl Lenz).

Am 31. Mai 1964 wurde die neue Kirche in Erdhausen zusammen mit dem Jugendheim eingeweiht. Damit ging ein Wunsch der Erdhäuser in Erfüllung, im Dorf eine Kirche zu haben, deren Raumgröße ausreichend war.

Die Gottesdienste in der "Volkshalle" und auch der Weg nach Weidenhausen oder zur Martinskirche nach Gladenbach bei besonderen Gottesdiensten gehörten der Vergangenheit an.

Das Geläut

Von der Firma Rincker in Sinn wurden im Februar 1964 drei Glocken mit den Tönen cis, dis und fis angeliefert. Die kleinste Glocke von 1730 hat wie durch ein Wunder den Zweiten Weltkrieg überstanden, obwohl sie im März 1942 von der Behörde beschlagnahmt und zum Glockenfriedhof nach Hamburg zum Einschmelzen gebracht worden war. Sie trägt eine Inschrift (in lateinischer Sprache), die sinngemäß wie folgt übersetzt werden kann: "Höre, ich rufe Lebende zur lebendigen Nachkommenschaft Gottes, die Verstorbenen so zu den Grabhügeln, in trauriger Zeit".  

Renovierung

1986 wurde die Kirche zum ersten Mal renoviert und in ihrem Innenraum mit einem vorgesetzten Balkenwerk an den Längsseiten versehen. Erneut wurde sie 2006 renoviert und mit einem gelblichen Anstrich versehen. Die bei der ersten Renovierung gestifteten Holzschnitte des Künstlers Andreas Felger wurden passend zu den nun grau gestrichenen Balken neu gerahmt. Es handelt sich mehrheitlich um die Gestaltung der Kreuzigungsszene.

Im Altarbereich wurde ein neues schlichtes Holzkreuz unter die asymmetrische Spitze des Giebels gesetzt. Drei großformatige Bilder der Malerin Renate Diehl laden nun die Gottesdienstbesucher zur Betrachtung ein.

Ev. Kirchengemeinde Gladenbach-Erdhausen

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