Katholische Pfarrkirche St. Josef in Frankfurt
Bild © Jens Naumann / hr

Die Pfarrkirche St. Josef wurde am 23. September 1877 als erster katholischer Kirchenneubau nach der Reformation in Frankfurt eingeweiht. In den Jahren 1893 bis 1895 wird sie bereits erstmals erweitert. Die heutige Gestalt erhält sie durch den Anbau der Neuen St. Josefskirche 1931/32.

Entstehung

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Glocken

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Die Alte Josefskirche wird in der schweren Zeit des Kulturkampfes gebaut. Die Pläne entwirft Baumeister Max Meckel in Anlehnung an die in Frankfurt abgerissene gotische Johanniterkirche. Nach 480-jähriger Pause wird am 23. September 1877 die Josefskirche als erster katholischer Kirchenneubau in Frankfurt durch Stadtpfarrer Ernst Franz August Münzenberger der Gemeinde zum Gottesdienstgebrauch übergeben. Bereits in den Jahren 1893 bis 1895 erfährt die Kirche, wiederum nach den Plänen von Max Meckel, ihre erste Erweiterung. Angebaut werden rechts und links des Schiffes Seitenkapellen. Die rechtsseitigen Kapellen sind heute als Sakramentskapelle und Josefskapelle sowie als Sakristei in Gebrauch.

1931/32 erfolgt dann der Umbau der Josefskirche nach den Plänen von Hans und Christoph Rummel, der der Kirche ihre heutige Gestalt mit dem massigen Turm an der Ecke Berger Straße / Eichwaldstraße gibt. Am 28. August 1932 erhält die Neue Josefskirche ihre Weihe durch den Limburger Bischof Antonius Hilfrich. Die Kirche erleidet im zweiten Weltkrieg nur relativ geringe Beschädigungen. Heute zeigt sie sich in ihrem Inneren im Stil der Renovierung aus dem Jahre 1992.

Charakteristischer Kirchturm

Dem heutigen Besucher der Josefskirche fällt als erstes der Turm an der Berger Straße ins Auge. Die rautenförmige Auflösung der Glockenstube ergab sich aus der Konstruktion der Windverbände im Stahlskelett. Als einziger Schmuck des wuchtigen Turmes genügt die wirkungsvolle St. Josefsfigur. Das Original, 1932 von Arnold Hensler in Wiesbaden geschaffen, musste im Jahre 1977 durch eine Kopie ersetzt werden.

Hinter dem Turm zieht sich parallel zur Eichwaldstraße das Hauptschiff hin.Wie auch der Turm ist es als Stahlskelettbau mit Leichtsteinausmauerung mit nur 30 cm starken Wänden errichtet und hat etwa die gleiche First- und Simshöhe wie die alte Kirche. Rechtwinklig zu dem Neubau schließt sich die alte Kirche mit ihrem neugotischen Backsteinbaukörper an. Der Grundriss der alten Kirche ist kreuzförmig und wird gebildet durch Chor mit 5/8-Abschluss, Querhaus und Langhaus. Auf der Vierung befindet sich ein Türmchen, in dem noch heute ein Marienglöckchen aus dem Jahre 1884 hängt.

Anekdote um das Geläut

Zu den Glocken von Sankt Josef gibt es eine interessante Anekdote. Nach dem 2. Weltkrieg war das ursprüngliche Geläut bis auf ein kleines Glöckchen im Dachreiter weg. Ein neues Geläut musste her. Es sollte aus Bronze sein. Aber woher sollte das Material kommen? Der damalige Pfarrer hatte Kontakte nach Koblenz. Er hat dort die Bronze für die neuen Glocken von St. Josef besorgen können: Es waren die Trümmer des zerschossenen Denkmals des deutschen Kaisers vom deutschen Eck.

So hat ein recht kriegerisches, antifranzösisches Denkmal dann doch eine friedliche Bestimmung bekommen. Es läuten der Kaiser und sein Gaul nun seit mehr als 60 Jahren über den Dächern von Bornheim.

Kirchenführer St. Josef

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