St. Leonhard in Frankfurt
Bild © picture-alliance/dpa

Die Leonhardskirche, nach dem Hauptheiligen auch Sankt Leonhard genannt, wurde im Jahre 1219 als spätromanische Basilika errichtet und später gotisch umgebaut. Sie liegt in der Altstadt am nördlichen Mainufer, unweit des Eisernen Stegs, des Karmeliterklosters und des Römers.

Audiobeitrag
Glocken

Audio

Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found St. Leonhard in Frankfurt

Ende des Audiobeitrags

Sie ist ein hervorragendes, an der historischen Bedeutung gemessen etwas wenig beachtetes Schmuckstück der Frankfurter Stadt- und Kirchengeschichte sowie des mittelrheinischen Kunsthandwerks des Mittelalters.

Das Geläute: Der alte Bestand

Bis zur letzten großen Sanierung der Kirche im 19. Jahrhundert befanden sich noch die fünf mittelalterlichen Glocken in den Apsidentürmen. Die größte und bedeutendste füllte mit einem unteren Durchmesser von 124 cm den gesamten Glockenboden des südlichen Turms. Laut einer Angabe des Stadtchronisten Achilles Augustus von Lersner wurde sie 1468 von Martin Moller aus Salza in Thüringen gegossen.

Älter, nämlich zum Teil noch aus dem 14. Jahrhundert waren vier weitere Glocken im nördlichen Turm. Obwohl die Kleinste von ihnen 1883 in Dresden umgegossen wurde, hatte St. Leonhard damit bereits Ende des 19. Jahrhunderts die am besten erhaltene mittelalterliche Ausstattung mit Glocken aller Frankfurter Kirchen. Der hieraus resultierende besondere Denkmalschutzstatus bewahrte die Glocken im Zweiten Weltkrieg vor dem Abtransport auf den Glockenfriedhof. Doch gerade dies wurde dem wertvollen Ensemble im März 1944 zum Verhängnis, als die Apsidentürme bei schweren Luftangriffen auf Frankfurt niederbrannten, wobei die Glocken schmolzen.

Neuausstattung der Nachkriegszeit

Das bis heute in der Kirche befindliche sechsstimmige Geläute der Pfarr- und ehemaligen Stiftskirche wurde 1956 von Friedrich Wilhelm Schilling (Heidelberg) gegossen. Die Schlagtöne sind nach dem Konzept des Mainzer Musikprofessors Paul Smets auf das Frankfurter Stadtgeläute abgestimmt.

  • Christus, Nomainal (16tel): fis1 +1, Gewicht: 890 kg, Durchmesser: 1094 mm, Inschrift: "PAX VOBIS" ("Friede sei mit euch")
  • Maria, a1 +2, 603 kg, 953 mm, AVE MARIA ("Gegrüßt seist du Maria")
  • Johannes, h1 ±0, 409 kg, 847 mm, DEUS CARITAS ("Gott ist die Liebe")
  • Petrus, cis2 ±0 290 kg, 753 mm, TV ES PETRVS ("Du bist Petrus")
  • Georgius, e2 +2, 249 kg, 704 mm, GEORGIVS GLORIOSVS CHRISTI ATHLETA ("Georg ist siegreicher Kämpfer für Christus")
  • Leonardus, fis2 +4, 178 kg, 629 mm, LEONARDVS PATRONVS ("Leonhard, Patron")
Aktueller Song:
Lädt
Lädt
Lädt - Lädt
Lädt - Lädt
mit