Kirche St. Katharina in Eschwege Neustadt
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Die Neustädter Kirche St. Katharina ist eine dreischiffige, spätgotische Hallenkirche. Sie ist eine der letzten bedeutsamen Nachbauten der Elisabethkirche in Marburg.

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Glocke im Glockenturm

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Der Bau der Kirche begann 1436 mit der Sakristei und wurde im Jahr 1520 mit der Einwölbung über dem Langhaus beendet. Der ältere, untere Teil des Turmes aus dem 14. Jahrhundert bildete den Abschluss einer Vorgängerin der heutigen Kirche. Im Jahr 1862 trat an die Stelle der alten Fachwerkspitze der neugotische Turmaufbau (Höhe 75 Meter) mit einem weiteren Geschoss und dem Spitzhelm mit vier kleineren Helmen an den Ecken.

Spätgotische Kanzel

Der größte Kunstschatz der Kirche ist die 1509 von Heinrich von Eschwege gestiftete Kanzel. Die reichgegliederte Steinkanzel ist die bedeutendste spätgotische Kanzel in Hessen überhaupt. Sie zeigt an der Vorderseite Christus als Schmerzensmann, an den Händen gebunden, mit einer Dornenkrone auf dem Haupt und einem Szepterstab in der Hand mit der Aufschrift "Ecce homo" "Seht, welch ein Mensch!" (Joh. 19, 5).

Rechts daneben zeigt ein zweites Bildwerk Maria von Bethanien. sie hält ein Salbgefäß in ihrer Hand (Joh. 12, 1 11). Das linke Bildwerk zeigt Maria, die Mutter Jesu. In ihrer rechten Hand hält sie eine Weltkugel, auf dem linken Arm sitzt das Kind Jesus, das mit einem Finger in eine aufgeschlagene Bibel weist.

Schutzpatronin der Mädchen und Frauen

Die Neustädter Kirche St. Katharina ist benannt nach Katharina von Alexandrien, die in der katholischen Kirche als Heilige verehrt und häufig als Schutzpatronin der Mädchen und Frauen, der Studierenden sowie der Schülerinnen und Schüler gilt. Katharinas Heimat war die ägyptische Stadt Alexandrien.

Der Legende nach soll Katharina um das Jahr 307 n. Chr. unter dem römischen Kaiser Maxentius hingerichtet worden sein, da sie sich weigerte, ihren christlichen Glauben aufzugeben und den römischen Göttern zu opfern. Auf ein Rad gebunden, wurde sie gefoltert und mit dem Schwert enthauptet. So starb sie als Märtyrerin, die jede Verleugnung ihres Glaubens verweigerte.

Das Geläute

Die Glocken auf dem Kirchturm haben eine sehr bewegte Geschichte. Bis zum ersten Weltkrieg hingen drei Glocken im Turm: eine große c' Glocke aus dem Jahr 1686, eine mittlere e' Glocke und eine kleine g' Glocke; die Letzteren aus dem Jahr 1836. 1917 wurde die große und die kleine Glocke der Kriegswirtschaft zugeführt und eingeschmolzen. Die mittlere Glocke verblieb als Sturmglocke im Turm.

1926 wurde auch diese Glocke abgenommen. An ihre Stelle traten vier neue Glocken (e', g', a' und h'). Dieses Geläut wurde 1937 noch durch eine c' Glocke ergänzt. Doch schon im Kriegsjahr 1943 wurden vier Glocken abgenommen und zur Waffenproduktion eingeschmolzen. Nur die h' Glocke verblieb im Turm.

Nach 1945 kamen zu dieser Glocke zwei Leihglocken aus Schlesien und Westpreußen hinzu. Da einer dieser beiden Glocken bereits einen Riss hatte, konnte sie bald schon nicht mehr genutzt werden. Am 8. März 1958 fand die feierliche Ingebrauchnahme von drei neuen Glocken statt: einer großen c' Glocke, einer g' Glocke und einer a' Glocke. So erklingen seit 1958 fünf Glocken auf dem Turm der Neustädter Kirche St. Katharina: die drei neuen von 1958, die h' Glocke aus dem Jahr 1926 und die e' Glocke aus Schlesien.

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