Evangelische Pfarrkirche in Datterode

Die evangelische Pfarrkirche zu Datterode gehört zu den ältesten und zugleich interessantesten Kirchen im Werra-Meißner-Kreis. Besondere Beachtung dürfen das romanische Langhaus mit den hochgelegenen Rundbogenfenstern, aber auch die 1959-1962 freigelegte spätmittelalterliche Ausmalung von Chor und Kirchenschiff beanspruchen.

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Glocken

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1188 wird eine Kapelle in Datterode genannt, die Pfarrei war mit der Kapelle auf der Boyneburg verbunden. Ein Pfarrer wird erstmalig 1353 genannt. Das Kirchengebäude ist eine noch mittelalterliche Anlage, bestehend aus einem romanischen Schiff, dem ein querrechteckiger Westturm vorgesetzt wurde; der polygonal geschlossene Chor entstand im Spätmittelalter.

Besondere Beachtung verdienen die Wandmalereien, die am 8. September 1959 vom heimischen Malermeister Karl Wolf entdeckt und in den folgenden Monaten von Kirchenmaler Landgrebe freigelegt werden konnten. Nur wenige Landkirchen in Nordhessen vermögen in ähnlicher Weise wie in Datterode eine Vorstellung von der gemalten Ausstattung einer spätmittelalterlichen Dorfkirche zu vermitteln. Nach der Reformation waren sie auf Befehl des Landgrafen Moritz übertüncht worden.

Das Kirchenschiff ist romanischen Ursprungs, der Chor spätgotisch aus großen Steinformaten gebaut. Der Turm hat eine Gesamthöhe von ca. 20,50 m und umfasst die Fläche von 6,10 x 7,60 m und besteht aus kleinteiligem Bruchsteinmauerwerk. Die Geschosseinteilung war ursprünglich eine andere. Die vier spätgotischen Maßwerkfenster wurden ca. 1844 in der Bogenzone vergrößert. Alle Langfenster sind Segmentbogenfenster, vermutlich auch aus dem Jahre 1844. Das romanische Mauerwerk ist an der Nordwand in voller Höhe erhalten

Zwischen dem südwestlichen Langhausfenster und dem Emporenzugang hat sich die eindrucksvollste Darstellung der spätmittelalterlichen Ausmalung der Kirche erhalten: Die Darstellung des Richtenden Christus, in einer spitzovalen Mandorla ein vor einem in drei Farbtönen wiedergegebenen Regenbogen stehender Christus, die Arme im Segensgestus ausgebreitet.

Er ist in einen, großen purpurfarbenen Mantel gehüllt, der im Brustbereich geöffnet ist und die Wundmale sichtbar werden lässt; sein bärtiges numbiertes Haupt ist leicht nach rechts gewendet. Hinter seinem Heiligenschein liegt links ein Zweig (rechts von Christus), der Sprossen und eine Blüte zeigt; links von Christus erscheint - auf ihn weisend - ein dolchartiges Schwert. Der leere Raum um Christus ist durch rote Sterne gefüllt, die das Weltall andeuten.

Nach Restauration des Kirchturmes im Jahre 2011 wurde nun der Treppenvorbau abgerissen und der Emporenzugang ins Innere verlegt. Eine defekte Glocke konnte zudem mit großzügigen Spenden aus dem Dorf ersetzt werden. Nunmehr sollen u. a. auch die einmaligen Wandmalereien restauriert werden. Eine große Aufgabe für die kleine Kirchengemeinde.

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