Marburg-Biedenkopf Bad Endbach-Hartenrod: Ev. Kirche

Am 3. November 1858 wurde in Hartenrod nach zehnjähriger Planung und nur zwei Jahren Bauzeit an Stelle der zuvor abgerissenen Vorgängerin eine neue Kirche eingeweiht. 42 Meter hoch ragt der von Kreuz und Hahn bekrönte Turm über das Dorf, eine vierseitige Turmuhr verkündet die Zeit.

Evangelische Kirche in Hartenrod
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Die in einem historisierenden Stil erbaute Hallenkirche bietet im Gemeinderaum und auf der dreiseitigen Empore rund 500 Zuhörern Platz. Jeweils fünf fast raumhohe Buntglasfenster an Nord- und Südseite, sowie drei große Fenster im angebauten polygonalen Chorraum geben dem hellgelb gestrichenen Innenraum ein besonderes Licht. Die in Ocker- und Blautönen gestrichene Kastendecke nimmt, vergrößert, die Ornamente der bleiverglasten Fenster auf.

Die Kirchenbänke und die Emporenbrüstung wurden bei der Innenrenovierung 1968 nach damaligem Geschmack blaugrau gestrichen. Gleichzeitig wurde eine neue zweimanualige Orgel mit 18 Registern in einem modernen Gehäuse eingebaut. Besondere Einrichtungsgegenstände sind der Altar aus schwarzem Lahnmarmor, der schön verzierte Schalldeckel der Kanzel und ein schmiedeeiserner Kronleuchter. Ältester Gegenstand ist ein zweiteiliger Taufstein aus dem Anfang des 16. Jahrhunderts, der zeitweilig einem Gasthaus als Blumenkübel und Spülfass gedient hatte. Außen wurde die ursprünglich aus unverputzten Feldsteinen erbaute Kirche in den 1970er Jahren verputzt und hellgelb gestrichen.

Drei Glocken in den Tönen a-h-cis“ rufen zum Gottesdienst. Von drei Bronzeglocken mussten im I. Weltkrieg zwei Stück zu Kriegszwecken abgegeben werden. 1920 erwarb die Kirchengemeinde zwei neue Glocken aus Stahl. Die verbliebene kleine Bronzeglocke wurde im II. Weltkrieg beschlagnahmt und wohl eingeschmolzen. Seit 1951 vervollständigt eine sogenannte Leihglocke aus Kloxin, Kreis Pyritz in Pommern das Geläute.  

Quelle: hr4