Dom zu Fulda
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Der Dom zu Fulda, im Volksmund Hoher Dom zu Fulda genannt, ist dem Erlöser geweiht, weshalb der eigentliche Name St. Salvator lautet.

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Glocken

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Der Dom ist die ehemalige Abteikirche des Klosters Fulda und die Grabeskirche des heiligen Bonifatius. Seit 1752 ist der Dom, der in seiner heutigen Gestalt 1712 eingeweiht wurde, Kathedralkirche des Bistums Fulda. Er stellt den Mittelpunkt des Fuldaer Barockviertels dar und ist zugleich das Wahrzeichen der Stadt Fulda.

Das Geläut

Der Dom verfügt über zehn Glocken, die auf die beiden Domtürme verteilt sind; Glocken 1 bis 3 hängen im Nordturm und Glocken 4 bis 10 sind im Südturm aufgehängt.

Die Salvatorglocke ist die einzige noch erhaltene Glocke des 1897 von Carl & Rudolf Edelbrock gegossenen Geläutes, das in der Schlagtonfolge h0–cis1–dis1–e1–fis1–gis1–a1–h1–fis2 erklang, wobei die fünf kleineren Glocken im Dachreiter hingen. 1908 goss Carl Edelbrock die 5526 kg schwere Osanna (gis0) hinzu.
Die große 5850 kg schwere Osanna, im oberen Geschoss des Nordturmes hängend, soll zu den besten Gussleistungen des Friedrich Wilhelm Schilling zählen, da sie nach dem Guss nicht nachgestimmt werden musste.  

Unverwechselbarer Charakter des Geläuts

Die Sturmius- und Liobaglocke sind ein "Umguss" zweier Glocken von 1897, die tonlich nicht zur Osanna gepasst hätten. 1994 goss die Karlsruher Glocken- und Kunstgießerei fünf Glocken (Pfarrgeläut) als Ersatz für ehemaligen Dachreiterglocken; die fünf größeren Glocken werden zusammen als Kathedralgeläut bezeichnet.

Das Gesamtgeläut gewinnt seinen unverwechselbaren Charakter durch die beiden Halbtonschritte dis1–e1 und gis1–a1 und die dadurch entstandene verminderte Quint dis1–a1.

  • Osanna, Gussjahr: 1953, Gießer: Friedrich Wilhelm Schilling, Heidelberg, Durchmesser: 2.030 mm, Gewicht: 5.850kg, Nominal(16tel): gis0 +1, Nordturm
  • Salvator, 1897, Carl & Rudolf Edelbrock, Gescher, 1.690 mm, 2.935 kg, h0, Nordturm
  • Maria, 1950, Karl Otto, Bremen-Hemelingen, 1.530 mm, 2.500 mm, cis1, Nordturm
  • Sturmius, 1953, Friedrich Wilhelm Schilling, Heidelberg, 1.270 mm, 1.300 kg, dis1, Südturm
  • Lioba, 1953, Friedrich Wilhelm Schilling, Heidelberg, 1.100, e1, Südturm
  • Simplicius, 1994, Karlsruher Glocken- und Kunstgießerei, fis1, Südturm
  • Josef, 1994, Karlsruher Glocken- und Kunstgießerei, gis1, Südturm
  • Michael, 1994, Karlsruher Glocken- und Kunstgießerei, a1, Südturm
  • Elisabeth, 1994, Karlsruher Glocken- und Kunstgießerei, h1, Südturm
  • Gabriel, 1994, Karlsruher Glocken- und Kunstgießerei, cis2, Südturm

Vollgeläut erklingt zu bestimmten Anlässen

Die differenzierte Läuteordnung unterscheidet die musikalisch verschiedenen Geläutekombinationen nach Festgrad, Kirchenjahreszeit und Zelebranten. Je festlicher der Anlass, desto mehr und größere Glocken werden zusamengeläutet. Dabei gibt es jeweils ein Vorläuten mit der jeweiligen Grundglocke. Die große Osanna erklingt ausschließlich bei Pontifikalämtern und alleine dreimal für jeweils eine Minute beim Tod des Papstes oder Diözesanbischofs. Das Vollgeläut aller zehn Domglocken ist für Ostern, Pfingsten, Weihnachten, Mariä Himmelfahrt, Fronleichnam, das Bonifatiusfest und zum Jahreswechsel an Neujahr vorgesehen.

Liturgische Ämter im Gottestdienst

Unter der Woche erklingt zum Angelus (6:45, 12, 17/18/19 Uhr je nach Sonnenuntergang) zunächst die Osanna mit dreimal drei Schlägen, worauf die Marienglocke für eine Minute nachläutet. Abends schließt sich an das Angelusläuten die Michaelsglocke zum Gedächtnis an die Verstorbenen an. Freitags um 11 und um 15 Uhr erinnert die Salvatorglocke an das Leiden und die Todesstunde Christi. Im Gottesdienst übernehmen bestimmt Glocken liturgische Ämter: Zur Wandlung in der Hl. Messe an Sonn- und Feiertagen läutet die Liobaglocke und zum Evangelium die Salvatorglocke. Zusätzlich übernehmen ebendiese Glocken den Uhrschlag.  

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