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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Der Wolf im Faktencheck

Wolf

Der Wolf ist zurück bei uns in Hessen. Die einen freuen sich, dass er zwischen Kellerwald und Odenwald wieder heimisch wird. Die anderen sind entsetzt und haben Angst um ihre Tiere. Aber wie ist die Situation wirklich?

Wie viele Wölfe gibt es in Hessen?

Circa fünf Tiere. Zuständig für Wölfe in Hessen ist das Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie. Die hessische Wolfsbeauftragte Susanne Jokisch sagt: Eine Sichtung ist noch lange kein Nachweis und oft werden Wölfe mit Hunden verwechselt. 2019 sind insgesamt acht Wölfe nachgewiesen worden - per Genetik-Test. Von diesen acht Tieren wurden zwei totgefahren, einer ist abgewandert – bleiben noch fünf. Und davon tauchen nur zwei Wölfinnen öfter auf, vor allem rund um Kellerwald, Meißner und Vogelsberg.

Gibt es ein Rudel in Hessen?

Nein, hier gibt es keine Wolfs-Familie, sondern nur Einzelgänger. Die werden allerdings häufiger gesichtet.

Wie oft haben diese Wölfe denn in letzter Zeit Tiere gerissen?

Es gab in 2019 zwölf Riss-Ereignisse bei Nutztierhaltern (27 Schafe aus insgesamt zwölf Herden wurden hierbei getötet), keins in 2018 und drei in 2017.

Kann mir ein Wolf gefährlich werden?

Wölfe sind in freier Wildbahn menschenscheu, es sei denn sie wurden angefüttert und sind an Menschen gewöhnt. Ein wilder Wolf bedroht keine Menschen, das bestätigen auch Naturschützer vom NABU. In Deutschland hat es seit der Rückkehr des Wolfes vor 20 Jahren keinen Angriff auf Menschen gegeben. Es ist auch sehr unwahrscheinlich, überhaupt mal einen zu Gesicht zu bekommen. Außer vielleicht man sitzt im Auto – da nimmt einen der Wolf nicht wahr und schnüffelt schon mal neugierig am Fahrzeug herum.

Wie verhalte ich mich, wenn ich einen Wolf sehe oder einem im Wald begegne?

Fachleute raten: Abstand halten, nicht auf den Wolf zugehen oder ihn womöglich provozieren. Ruhig und besonnen zurückgehen, dann haut der Wolf normalerweise ab. Angst vorm bösen Wolf muss keiner haben, sagen sie beim NABU, weil er so scheu ist. Wildschweine beispielsweise sind da schon angriffslustiger.

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Der Wolf im Steckbrief

Der Wolf - so sieht er aus

Canis lupus – so heißt der Wolf ganz offiziell. Ein ausgewachsenes Tier kann bis zu 50 Kilo auf die Waage bringen und von Schwanz bis Schnauze ein 1,7 m lang werden. Öfters wird der Wolf ja mit dem Schäferhund verwechselt. An folgenden Zeichen kann man ihn aber klar erkennen: Er hat – anders als der Schäferhund – eine gerade Rückenlinie und beim Laufen wedelt er nicht mit dem Schwanz, sondern er lässt seine Rute einfach hängen. Außerdem hat er kleinere Ohren als der Schäferhund. Und mit denen kann er super hören. Andere Wölfe nimmt noch in mehreren Kilometern Entfernung wahr.

Das frisst der Wolf wirklich

Die Sinne des Wolfs funktionieren sehr effizient. Beute kann er aus bis zu zwei Kilometern Entfernung wittern. Kleinere Tiere wie Frischlinge, Hasen oder Rehe frisst er komplett auf. Von größeren Tieren lässt er häufig viel übrig, so dass andere Tiere noch mitfressen können. Denn mehr als elf Kilo Nahrung kann ein Wolf nicht auf einmal fressen. Wittert der Wolf einen Menschen, zieht er sich in der Regel zurück. Der Wolf jagt vor allem junge, alte und verletzte oder kranke Tiere. An die er leicht herankommt, denn er macht sich ungern mehr Arbeit als er muss.

Familie Wolf – so lebt das Rudel zusammen

Ein Rudel besteht in der Regel aus nur zwei erwachsenen Wölfen und deren Nachwuchs. Männchen und Weibchen ziehen sich im Januar bis März zurück. Und rund zwei Monate später kommen dann die kleinen Wölfe zur Welt. Bei der Aufzucht helfen noch die großen Geschwister aus dem vorherigen Wurf. Wenn die jungen Wölfe nach ein, zwei Jahren geschlechtsreif sind, verlassen sie das Rudel, um eine eigene Familie zu gründen.

Jedes Rudel hat ein eigenes Territorium, das rund 150 bis 200 Quadratkilometer groß ist. Allzu viele können also gar nicht auf einem Fleck vorkommen.

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Sendung: hr4, hr4 - Mein Morgen in Hessen, 15.01.2020, 06:00 Uhr

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