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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Wenn Reh und Wildschwein sich im Garten tummeln

Reh läuft durch einen Garten

Wildschweine sind groß im "Kommen": In Gärten und Parks hinterlassen die Tiere meist eine Spur der Verwüstung. Rehe dagegen knabbern gerne Rosen an, sind diese mit Buttermilch bestrichen, lassen sie es.

Eine unheimliche Begegnung der schweinischen Art hatte Dieter König vor einigen Jahren direkt in seinem Garten. Er ist Förster und wohnt am Rand des Habichtswalds bei Kassel, ein echtes Schweine–Paradies.

"Die knacken sogar Nüsse und dann wird man nachts wach und hört das 'Krrrck' wenn das Wildschwein eine Nuss knackt. Ich hatte mich sehr erschrocken und dachte, es hebelt einer an meiner Hintertür rum. Ich bin dann mit einer Taschenlampe raus und stand einem Wildschwein gegenüber, so auf zehn Metern. Das Schwein hat sich erschrocken, ich ehrlich gesagt auch. Aber es war harmlos, zum Glück", so der Dieter König.

Wildschweine mögen keinen Krach

Wildschweine können sehr gefährlich sein, besonders Bachen, wenn sie Frischlinge haben. Wenn sie im Garten auftauchen, sollte man auf jeden Fall ordentlich Lärm machen, das sollte sie vertreiben. Allzu häufig endet ihr ungebetener Besuch nämlich in einer Spur der Verwüstung, denn für sie ist der Garten ein gedeckter Tisch.

Keine Essensreste auf den Komposthaufen

Hans-Jürgen Borneis von der Hessischen Gartenakademie bekommt jede Woche Anrufe genervter Gartenbesitzer aus ganz Hessen. Die Schweine kommen immer tiefer in die Städte hinein, denn hier finden sie recht einfach Nahrung. Was sie auch reitzt sind Komposthaufen: "Und da ist es prinzipiell wichtig, dass man sie nicht durch Essensreste, vor allem Fleisch, auf dem Kompost anlockt, dass man auch zum Beispiel das Fallobst entfernt. Gegen Waschbären vorbeugend sollte man kein Katzenfutter liegenlassen und so weiter."

Am besten, man füllt den Kompost in geschlossene Komposter, also feste Behälter, die man zuklappen kann. Es gibt sie im Bau- und Gartenmarkt.

Massiver Zaun schützt

Bache mit Frischling auf einer Wiese

Besonders gerne graben Wildschweine auch den Rasen um, denn unter der Grasnarbe verbergen sich Regenwürmer, eine Delikatesse für jede Sau. Dagegen hilft nur ein massiver Zaun, weiß Hans-Jürgen Borneis: "Und der sollte dann auch ein Beton-Fundament haben, damit sie ihn nicht unterwühlen. Man kann es auch mit einem Elektrozaun versuchen. Aber wenn man Kinder hat, ist das natürlich schwierig."

Allerdings sollte der Zaun schon etwas höher sein. Ein Zaun von einem Meter Höhe ist nicht unbedingt ein Hindernis für Wildschweine. Sie können bis zu 1,50 Meter hoch springen!

Haare helfen

Auch immer mehr Rehe tummeln sich in Gärten, sie haben es vor allem auf Rosen abgesehen. Gegen diese Invasion kann ein Stink-Angriff helfen. Rehe und Wildschweine können nämlich menschlichen Geruch nicht ausstehen.

Garten-Experte Borneis hat ein altes Hausmittel parat: "Menschen- oder Hundehaare in einen Jutebeutel füllen, damit der Geruch rauskommt. Und dann in regelmäßigen Abständen an den Zaun hängen." Da aber die Wildschweine recht clever sind, kann die Abschreckung auf Dauer ihr Wirkung verlieren, wenn sie merken, dass keine Gefahr droht. So viele Haare bekommt man nur beim Frisör.

Leichter ist es, Rosen mit Buttermilch einzusprühen. Das hilft auch eine gewisse Zeit gegen Rehe. Aber irgendwann gewöhnen sich die Tiere an diesen Geruch und fressen weiter. Auf Dauer hilft also nur ein massiver Zaun. Ob man den wirklich haben will, muss jeder selbst entscheiden.

Sendung: hr4, hr4 am Nachmittag, 22.11.2019, 14:00 Uhr

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