Wespennest

Wer kennt das nicht: Man sitzt im Sommer gemütlich bei Kaffee und Kuchen im Garten und dann geht das Summen und Surren los: Wespen wollen ihren Anteil am Kuchen haben. Was kann man tun, wenn man ein Nest am Haus oder im Garten hat?

Gleich vorweg: Mit Wespen ist nicht unbedingt zu spaßen. Einerseits können sie aggressiv werden, wenn man ihrem Nest zu nahe kommt oder sie reizt, andererseits kann die illegale Tötung oder die Beseitigung des Nestes von besonderen Arten richtig teuer werden: Strafen von bis zu 50.000 Euro sind in Hessen möglich!

Deutsche Wespe

Die zwei verbreitetsten Wespenarten, die Gemeine Wespe und die Deutsche Wespe, stehen nur unter allgemeinem Naturschutz laut § 39 Abs. 1 Nr. 1 Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG). Das heißt, dann man sie nicht "mutwillig (zu) beunruhigen oder ohne vernünftigen Grund (zu) fangen, (zu) verletzen oder (zu) töten" darf. Besteht also eine Bedrohung durch sie, beispielsweise eine Allergie gegen Wespenstiche, darf man sie durchaus töten oder das Nest beseitigen.

Gemeine Wespe

Dagegen stehen Hornissen oder seltene Wespenarten wie Kreisel- oder Kopfhornwespe unter besonderem Schutz nach § 44 Abs. 1 Nrn. 1 und 3 Bundesnaturschutzgesetz. Wer hier die Sache selbst in die Hand nimmt, muss mit Strafen von bis zu 50.000 Euro rechnen.

Tipp unseres Experten: Profis holen

Weitere Informationen

Die Kosten für den Kammerjäger und die professionelle Beseitigung eines Wespennests liegen durchschnittlich zwischen 100 und 250 Euro. Man kann auch einen Imker fragen, ob sich der Sache annimmt.

Ende der weiteren Informationen

Wenn man ein Wespenproblem hat, sollte man Experten mit der Beseitigung beauftragen, rät unser Experte Rüdiger Germeroth, Leiter der Unteren Naturschutzbehörde in Kassel. Schädlingsbekämpfer kennen sich mit der Materie aus und wissen, was zu tun ist. Sie können entscheiden, ob sie das Wespennest umsiedeln können oder ob es doch beseitigt werden muss und wann die Behörden informiert werden müssen.

Hornisse

Handelt es sich um ein Hornissennest, braucht auch der Fachbetrieb für die Umsiedlung oder Beseitigung eine Genehmigung der Unteren Naturschutzbehörde. Das kann sehr schnell, auf mündlichem Wege, gehen, wenn von den Tieren eine Gefahr für die Menschen ausgeht. Aber wie gesagt: Das sollte man den Profis überlassen und nicht selbst tätig werden, DAS kann teuer werden.

Kein Problem ist es dagegen, ein altes Wespennest zu beseitigen. Wenn im Herbst das Wespenvolk gestorben ist, kann man das leere Nest unbedenklich entfernen. Ein verlassenes Nest wird nicht mehr besiedelt. Sinnvoll ist es auch, ein Nest im April zu entfernen, wenn die Tiere mit dem Bau beginnen.

Sendung: hr4, Mit hr4 in den Feierabend, 18.06.2020, 16:00 Uhr

Aktueller Song:
Lädt
Lädt
Lädt - Lädt
Lädt - Lädt
mit