Platter Reifen eines Fahrrads
Bei einem Platten versprechen die Schutzbrief-Anbieter schnelle Hilfe. Bild © picture-alliance/dpa

Was fürs Auto gilt, ist auch jetzt bei Fahrrädern angesagt: der Schutzbrief. Die Anbieter versprechen Hilfe bei Pannen unterwegs. Diese Dienstleistung ist vor allem für E-Bike-Besitzer, Fahrradreisende und Pendler mit längerer Strecke interessant.

Was ist, wenn man auf einer Fahrradtour unterwegs wegen einer Panne die Fahrt unterbrechen muss? In einem solchen Fall kann man jetzt die Hilfe des Fahrradschutzbriefs in Anspruch nehmen. Gibt es bei normalen Rädern noch die Möglichkeit gewisse Pannen selbst zu beseitigen, beispielsweise einen Klassiker wie die abgesprungene Kette, wird es bei Problemen an der Antriebseinheit von E-Bikes/Pedelecs schon schwieriger.

Drei empfehlenswerte Anbieter

Es gibt gegenwärtig drei potenzielle Anbieter von Fahrradschutzbriefen: der Allgemeine Deutsche Fahrrad Club (ADFC), die Roland-Versicherung und der Verkehrsclub Deutschland (VCD). ADFC-Mitglieder erhalten durch die Mitgliedschaft, die 56,00 Euro im Jahr kostet, bereits einen Basis-Schutz. Für zusätzlich 11,90 Euro (ADFC Pannenhilfe Plus) im Jahr gibt es den vollen Leistungsumfang.

Der Service von der Roland-Versicherung ist für 19,90 Euro im Jahr (Singles) bzw. 29, 90 Euro (Familien) zu haben. Er bietet ähnliche Leistungen wie die Plus-Variante des ADFC. Für nur 9,00 Euro im Jahr bekommt man als Mitglied beim VCD (ab 60,00 Euro im Jahr) den Schutzbrief. Wer nicht dem VCD beitreten möchte, kann aber über die Website einen Roland-Schutzbrief beantragen (Singles für 19,99 Euro, Familien für 29,99 Euro). Der Roland-Schutzbrief wird auch von anderen Versicherern vermittelt.

Hotline und Pannenhilfe bieten alle

Alle vier Varianten - ADFC, ADFC Plus, Roland und VCD - haben eine 24-Stunden-Hotline für Notfälle. Wenn also eine Panne auftritt, ruft man an. Je nach Lage kommt Hilfe vorbei, sofern sie verfügbar ist (beim VCD bis 100,00 Euro). Der Schutzbrief garantiert auch den Transport (beim VCD bis 150,00 Euro) zur nächsten Fahrradwerkstatt.

Als ADFC-Plus-Mitglied bekommt man auch für maximal zwei Wochen ein Leihrad - maximal 50,00 Euro pro Tag - finanziert. Bei der Roland-Versicherung gilt die Regelung für eine Woche. Auch der VCD übernimmt die Kosten bis 50,00 Euro pro Tag. Außerdem zahlen sie Übernachtungen (ADFC-Plus: 100,00 Euro/Nacht bis zu fünf Nächte / Roland: 80,00 Euro/Nacht bis zu fünf Nächte / VCD: 100,00 Euro/Nacht bis zu drei Nächten).

Zusatzleistungen nur bei Mindestentfernung

Allerdings gibt es noch einen kleinen Pferdefuß: Bis auf die Pannenhilfe sind alle anderen Leistungen an eine Mindestentfernung zwischen Wohnort und Pannenort gebunden. Der ADFC und die Roland-Versicherung geben sich mit mehr als 10 Kilometern zufrieden, beim VCD gibt es die erweiterten Leistungen erst bei einer Distanz von mindestens 50 Kilometern. Außerdem werden Kosten für Reparaturen und Ersatzteile nicht übernommen, die zahlt man selbst!

Wer also häufig mit dem Rad auf Reisen geht, oder wer regelmäßig mit dem Rad eine längere Strecke zur Arbeit fährt, für den ist so ein Schutzbrief eine interessante Sache. Vor allem dann, wenn man ein E-Bike nutzt. Es macht allerdings Sinn, sich vor dem Abschluss zu erkundigen, wie es mit den Service-Leistungen am jeweiligen Reiseziel aussieht. Bis auf die einfache ADFC-Mitgliedschaft gelten die Schutzbriefe für Europa.

Sendung: hr4, hr4 - Britta am Vormittag, 18.09.2018, 10:05 Uhr

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