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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Nasenspray kann süchtig machen

Eine Frau benutzt Nasenspray

Wenn bei einer Erkältung die Nase verstopft ist, hilft ein Nasenspray. Doch diese, frei in der Apotheke erhältlichen Mittel sind nicht ohne. Man kann davon abhängig werden. Der Entzug kann Wochen dauern.

Wenn man erkältet ist und die Nase freibekommen will, greift man häufig zum Nasenspray. Das sollte in der Regel auch nur im Erkrankungszeitraum benutzt werden. Apotheker empfehlen eine Woche, unser Experte Dr. Roy Süssmann, Hals-Nasen-Ohren-Arzt aus Frankfurt, hält 14 Tage noch für vertretbar.

Ab wann ist man süchtig?

Wenn man das Gefühl hat, ohne Nasenspray keine Luft mehr zu bekommen, und es über Wochen nimmt, dann ist das ein Zeichen für eine Sucht. Auch, wenn man nur noch nach der Anwendung des Sprays einschlafen kann, ist das ein Warnsignal. Die dauerhafte Benutzung ist allerdings nicht ganz ohne Folgen für die Nase.

Wenn die Nasenschleimhäute sich an das Spray gewöhnt haben, kann es zu einer paradoxen Situation kommen: Das Medikament löst das Anschwellen der Schleimhäute aus. Dieses Phänomen wird in der Fachsprache Arzneimittel-Rhinitis oder Privinismus genannt: Das Nasenspray verursacht durch die lange Einnahme ein Anschwellen der Nasenschleimhäute und trocknen sie aus.

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Junge Frau benutzt Nasenspray
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Die Folge ist, dass die Nase brennt, juckt und durch die Trockenheit ihre Wirkung für das Immunsystem verliert. Außerdem geben die trockenen Schleimhäute den Betroffenen das Gefühl, keine Luft mehr zu bekommen. Seltener kann es auch zur Stinknase. Dann bildet sich eine gelbe Kruste in der trockenen Nase, die übel riecht.

Wie beendet man die Sucht?

Wer sich über Jahre an Nasenspray gewöhnt hat, kann in der Regel nicht von heute auf morgen aufhören. Dr. Süssmann rät, schrittweise vorzugehen. Vielleicht den Spray nur noch für eine Nasenseite zu verwenden. Auch die Verringerung der Dosierung auf die Maßgaben für Kinder und Säuglinge ist ein weiterer Schritt aus der Sucht. Parallel dazu hilft ein Cortison-Spray, das beim Abschwellen der Schleimhäute hilft, aber nicht die Nebenwirkungen des Nasensprays hat.

Entscheidend für den Erfolg ist allerdings der Wille der betroffenen Person, die Abhängigkeit zu beenden. Für den Entzug rechnet Dr. Süssmann mit drei Wochen.

Guter Apotheker warnt

Da die meisten Nasenspray frei verkäuflich sind und auch noch umfangreich für sie geworben werden darf, fehlt der Hinweis auf die Suchtgefahr. Hier kann man nur beim Kauf hoffen, dass das Personal in der Apotheke des Vertrauens einen entsprechenden Hinweis auf die Risiken gibt. Ansonsten fände es unser Experte auch gut, wenn auf den Packungen ein deutlicher Hinweis auf die mögliche Abhängigkeit zu finden wäre.

Alternativen

Beim Kauf von Nasensprays sollte man auf jeden Fall darauf achten, dass die kein Benzalkoniumchlorid enthalten. Das Konservierungsmittel steht im Verdacht, eine Arzneimittel-Rhinitis hervorzurufen. Ansonsten sind Meerwasser- und Hyaluronspray Mittel zum Befeuchten der Nasenschleimhäute, gerade für Menschen, die sich häufig in Räumen mit trockener Luft aufhalten.

Ein Schüssel mit Wasser und Kamille-Blüten sowie ein Handtuch

Für Zuhause ist und bleibt das Inhalieren eine gute Alternative zum Nasenspray. Die ätherischen Öle im heißen Dampf lösen den Schleim und befeuchten die Schleimhäute. Für unterwegs bietet sich Cortison-Spray an. Wenn man doch nicht auf das normale Nasenspray verzichten will, sollte man im Umgang mit ihnen Vorsichtig sein und sie, wie gesagt, maximal 14 Tage anwenden.

Sendung: hr4, hr4 - Britta am Vormittag, 14.02.2020, 10:00 Uhr

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