Geld leihen
Wie heißt das Sprichwort so schön: "Bei Geld hört die Freundschaft auf!" Bild © Colourbox.de

Einem guten Freund in der Not Geld leihen oder der Freundin mit dem Auto aushelfen – alles keine Frage. Doch was passiert, wenn der Freund sich nicht mehr daran erinnern kann oder das Auto mit einer Delle abgeliefert wird?

Geld an einen Freund leihen

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Rechtsanwalt Christian Franz
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Wer Geld verleiht – ganz egal ob an einen Freund oder an Verwandte, vorab immer etwas Schriftliches vereinbaren sollte. Denn je nachdem für wie lange die Summe verliehen wird, kann man sich im Zweifel nicht mehr genau daran erinnern, was man vorher abgemacht hat.

Leihen oder Darlehen?

Verleihen kann man Gegenstände. Bei Geld spricht man von einem Darlehen. Und man muss auch denselben Betrag wieder zurück bekommen. Man kann vorab Zinsen vereinbaren, muss man aber nicht. Dies sollte man auf jeden Fall schriftlich vereinbaren. Wenn der Rückzahlung nicht erfolgt, kann man rechtliche Schritte einleiten. Da muss man dann etwas Schriftliches vorliegen. Man sollte die Rückzahlung des Geldes dann schriftlich anfordern. Wenn der Darlehensnehmer behauptet, das Geld zurückbezahlt zu haben, muss er das beweisen. In Gelddingen gilt immer das Motto: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.

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  • Private Darlehen schriftlich festhalten
  • Namen und Adressen von Darlehensgeber und – nehmer
  • den Betrag
  • eventuell vereinbarte Zinsen
  • den Erhalt quittieren lassen
  • das gilt auch der Eingang bei einer Überweisung
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Zimmer an Dritte untervermieten

Will man sein gemietetes Haus oder seine Wohnung an Fremde vermieten möchte, muss man als Mieter den Vermieter um Erlaubnis bitten. Wenn der das nicht erlaubt, dann riskiert man als Mieter eine fristlose Kündigung, wenn man sich dem Verbot widersetzt. Darf man seine Wohnung/sein Haus an Urlauber untervermieten, dann haftet bei Schadensfällen der Mieter gegenüber dem Vermieter und der Urlaubsgast gegenüber dem Mieter.

Bei einem berechtigten Interesse, das heißt, wenn man einen Lebenspartner oder ein Familienmitglied aufnehmen möchte, dann muss der Vermieter erlauben. Man kann den Vermieter sogar verklagen, wenn er dem Einzug nicht zustimmt.

Wohnung Freunden überlassen

Die Haus- oder Wohnungsbesitzer sind nicht da und Freunde dürfen in der Zeit die vier Wände nutzen. Wenn jetzt etwas kaputt geht, ist die Rechtsprechung ganz klar: Das Überlassen des Hauses/der Wohnung ist eine Gefälligkeit, da haftet man nur bei grober Fahrlässigkeit oder Vorsatz.

Leichte Fahrlässigkeit ist, wenn man den Schlauch abdreht, aber nicht den Wasserhahn. Wenn man die Terrassentür offen lässt, ist das grobe Fahrlässigkeit, dann haftet der Haushüter und muss dem Wohnungsbesitzer den eventuell entstandenen Schaden ersetzen. Eventuell übernehmen die Haftpflichtversicherer den Schaden. Bei leichter Fahrlässigkeit lehnt die Haftpflichtversicherung das häufig ab.

Umzugshilfe

Was, wenn beim Umzug was kaputt geht? Umzugshilfen sind Gefälligkeitsdienste, da haftet man auch nur bei grober Fahrlässigkeit – eventuell über die Haftpflichtversicherung. Wenn ich weiß, das ist eine ganz teure Vase, das wurde mir vorher gesagt und ich passe nicht richtig auf. Dann ist es eine grobe Fahrlässigkeit.

Das eigene Auto verleihen

Will man sein Auto an einen Bekannten, Freund, oder Verwandten verleihen, sollte man vorab eine schriftliche Vereinbarung wegen Schadensfreibetrag treffen, so dass derjenige die Kosten einer Hochstufung übernehmen wird. Hierfür gibt es Vordrucke bei den bekannten Automobilclubs. Es haftet immer der Halter, egal ob es sich um einen Strafzettel oder eine Blitzermahnung handelt.

Beim Einparken falsche Handzeichen geben

Wenn man als Einweiser einem Autofahrer Winkzeichen gibt, und der beim Einparken an einen Stein fährt, ist man schneller in der Haftung drin, als man denkt und kann unter Umständen anteilig mitschuldig gemacht werden. Hilft man zum Beispiel einer älteren Frau mit ihrer schweren Tasche und etwas geht kaputt, dann kann ich nicht dafür haftbar gemacht werden.

Einen Freund als Fachmann eine Reparatur durchführen lassen

Die Heizung ist kaputt und da ist es doch praktisch, dass der Schwager Heizungsmonteur ist – wer sich privat auf einen Fachmann verlässt, der sollte wissen, dass im Schadensfall der Fachmann haftet, weil er besondere Kenntnisse hat und man erwartet, dass er alles korrekt ausführt. Anders sieht es aus, wenn man einen Laien Arbeiten machen lässt. Denn hierbei gilt: je höher die Gefahr und das Risiko ist, muss man als Auftraggeber höhere Sorgfalt an den Tag legen. Wenn sich man bei einem Freundschaftsdienst verletzt, dann haftet man selbst. Das ist das allgemeine Lebensrisko.

Grundregeln

Reine Gefälligkeiten (Blumen gießen, Einkaufstasche tragen) gehören zu normalen Sozialkontakten dazu. In der Regel muss man hier bei Schäden nicht haften. Haften muss man bei einer groben Fahrlässigkeit (Den Hund frei laufen lassen, obwohl man weiß, dass er schwierig ist.)

Fahrgemeinschaft

Fährt man jeden Tag mit einer Fahrgemeinschaft zur Arbeit und an einem Morgen kommt der Fahrer nicht und man kann nicht zur Arbeit gehen, dann kann es sein, dass der Fahrer einen möglichen Schaden ersetzen muss. Denn hierbei handelt es sich um etwas Regelmäßiges und das ist dann so ähnlich, als hätte man einen Vertrag abgeschlossen.

Langfristige Gefallen vermeiden

Wenn man ganz umfangreich helfen soll, raten Anwälte und auch Verbraucherschützer eher ab. Zum Beispiel wenn man für drei Monate auf das Haus von Nachbarn aufpassen soll, weil die auf Weltreise sind. Da muss man sich vorher im Klaren sein, dass es Probleme geben könnte. Oder wenn man für einen Freund wertvolle Gegenstände transportieren soll, zum Beispiel teure Computer oder Fernseher. Da sollte man besser vorher mit dem Freund klären, was man macht wenn etwas aus Versehen kaputt geht.

Fazit

Auch bei kleineren Gefälligkeiten die Haftungsfrage vorher abklären, damit die Freundschaft erhalten bleibt.

Sendung: hr4, hr4 - Mein Morgen in Hessen, 26.04.2018, 06:05 Uhr

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