Die 116117 auf dem Display eines Handys
Über die 116117 erhält man in den Randzeiten ärztliche Hilfe. Bild © picture-alliance/dpa

Klar, die 110 und 112 kennt jeder, nur: Wann rufe ich sie an? Aber wissen Sie auch, was sich hinter der 116117 verbirgt und bei was Ihnen die Nummer helfen kann? Wir verraten es.

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Wann rufe ich wo an?

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116117 - Ärztlicher Bereitschaftsdienst

Wenn man krank oder verletzt ist, muss man nicht immer direkt in die Notaufnahme eines Krankenhauses fahren. Die sind eh schon überlaufen. Oft lassen sich Kleinigkeiten, beispielsweise eine Erkältung oder eine Schürfwunde, auch über die Nummer des ärztlichen Bereitschaftsdienstes, die bundesweit gültige 116117, regeln. Nur bei lebensbedrohenden Beschwerden sollten Sie direkt die 112 rufen.

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Zahnärztlicher Notdienst

Der zahnärztliche Notdienst Hessen ist unter der zentrale Notrufnummer 01805 607011 (14 Cent/Min. aus dem Festnetz, Mobilfunk maximal 42 Cent/Min.) erreichbar.

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In Hessen sind die Dispozentralen des ärztlichen Bereitschaftsdienstes in Frankfurt und Kassel abends und nachts, an Feiertagen sowie an den Wochenenden für Sie da. Unter der kostenfreien Rufnummer erreichen Sie geschultes medizinisches Personal, das Ihnen weiterhelfen kann. Entweder informieren sie einen Arzt in Ihrer Nähe, der sich dann mit Ihnen telefonisch in Verbindung setzt oder in schwereren Fällen auch zu Ihnen nach Hause kommt.

Folgende Informationen benötigt der ärztliche Bereitschaftsdienst:

  • Name und Vorname
  • Straße und Hausnummer
  • Postleitzahl und Ort
  • Telefonnummer
  • Wer hat die Beschwerden?
  • Welche Art von Beschwerden liegen vor?
  • Wie alt ist die betroffene Person?
  • Sind Hinweise auf allergische Reaktionen auf bestimmte Medikamente bekannt?
  • Hat die Person einen Herzschrittmacher?
  • Kann jemand ggf. die erkrankte Person zu einer Arztpraxis begleiten?

Die Notdienst-Praxen können auch über die Internetseite der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen gesucht werden.

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Ein Krankenwagen mit eingeschaltetem Blaulicht

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Die richtige Nummer im Notfall

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112 - Rettungsleitstellen

Seit 1991 ist diese Nummer in Europa einheitlich gültig. Unter ihr erreicht man die regionalen Leitstellen der Feuerwehr. Der Anruf ist kostenlos und ohne Vorwahl gültig.

Die 112 ist die richtige Nummer, wenn lebensbedrohliche Beschwerden vorliegen:

  • starke Herzbeschwerden
  • Bewusstlosigkeit
  • starke Blutungen
  • Luftnot
  • Vergiftungen
  • Epileptischer Anfall, wenn er länger als 5 Minuten anhält oder sich wiederholt
  • Verkehrsunfall mit Personenschaden

Beim Anruf sollten Sie ruhig bleiben und möglichst diese W-Fragen beantworten können:

  • Wer ruft an?
  • Was ist passiert?
  • Wo ist es passiert?
  • Wie viele Verletzte/betroffene Personen gibt es?
  • Warten auf Rückfragen

Die regionalen Leitstellen in Hessen sind in: Bad Hersfeld, Bad Homburg vor der Höhe, Bad Schwalbach, Darmstadt, Dieburg, Dietzenbach, Erbach, Eschwege, Frankfurt am Main, Friedberg in Hessen, Fulda, Gelnhausen, Gießen, Groß-Gerau, Heppenheim, Hofheim am Taunus, Homberg, Kassel, Korbach, Lauterbach in Hessen, Limburg an der Lahn, Marburg an der Lahn, Offenbach am Main, Wetzlar und Wiesbaden. Betreiber sind entweder Berufsfeuerwehren oder die Landkreise selbst.

Hinweis: Eine missbräuchliche Verwendung der 112 ist strafbar und im § 145 Strafgesetzbuch geregelt. Je nach Vergehen wird der Missbrauch mit einer Geldstrafe oder gar einer Freiheitsstrafe geahndet.

110 - Polizeinotruf

Über diese bundeseinheitliche Nummer erreicht man die zentrale Leitstelle des jeweiligen Polizeipräsidiums: Frankfurt, Mittelhessen (Gießen), Nordhessen (Kassel) Fulda, Südhessen (Darmstadt), Südosthessen (Offenbach) und Westhessen (Wiesbaden). Die Polizei kann ist in der Regel für Verbrechen zuständig, aber sie leiten auch zur 112 weiter, wenn das die richtige Nummer für das Anliegen ist.

Hinweis: Eine missbräuchliche Verwendung der 110 ist strafbar und im § 145 Strafgesetzbuch geregelt. Je nach Vergehen wird der Missbrauch mit einer Geldstrafe oder gar einer Freiheitsstrafe geahndet.

Giftnotruf

Für den Giftnotruf gibt es noch keine einheitliche Nummer. Oft ist eine Zentrale für mehrere Bundesländer zuständig. Hier die Übersicht:

  • Hessen, Rheinland-Pfalz: 06131 19240
  • Baden-Württemberg: 0761 19240
  • Bayern: 089 19240
  • Berlin, Brandenburg: 030 19240
  • Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen: 0551 192 40
  • Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen: 0361 730730
  • Nordrhein-Westfalen: 0228 19240
  • Saarland: 06841 19240

Bei Vergiftungen ist es bedeutsam, schnell die wichtigsten Fragen der Hotline zu beantworten:

  • Wer ist betroffen? - Handelt es sich um ein Kind oder einen Erwachsenen? Hilfreiche Informationen zur Einschätzung der Lage sind Angaben zu: Alter, Geschlecht und ungefährem Körpergewicht
  • Was ist passiert? - Möglichst genaue Angabe, um welche Art der Vergiftung es sich handelt, beispielsweise Arzneimittel, Drogen, Haushaltsprodukte, Chemikalien, Pflanzen, Pilze, Tieres oder Lebensmittel. Falls Verpackungen vorhanden sind, bitte bereit halten.
  • Wann ist die Vergiftung erfolgt? - Wenn möglich, den Zeitpunkt der Vergiftung nennen sowie die Dauer der auftretenden Beschwerden.
  • Wie gelangte das Gift in den Körper? - Wurde es geschluckt, eingeatmet oder über die Haut aufgenommen, beispielsweise durch den Biss oder Stich eines Tieres?
  • Wie viel Gift wurde eingenommen? - Möglichst eine genaue Mengenangabe bestimmen, beispielsweise Anzahl der Tabletten, Tropfen, Pflanzenanteile oder Gefäßgrößen (Gläser oder Flaschen).

Bei allen Notrufen gilt: Bleiben Sie ruhig! Auch wenn das in Notfällen oft schwerfällt, aber es hilft allen Beteiligten beim Einleiten der richtigen Maßnahmen.

Sendung: hr4, hr4 - Mein Morgen in Hessen, 30.04.2019, 06:00 Uhr

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