Tippfehler

Es ist ein Phänomen, das jeder schon mal erlebt hat: Man schreibt einen Text, liest drüber, alles sieht gut aus, aber dann finden andere Fehler, die wir selbst überlesen haben. Das liegt quasi an der "Auto-Korrektur" des Gehirns.

Unser Experte Dr. Lars Meyer vom Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig erklärt das Problem so: Vor allem unsere eigenen Text lesen wir in Blöcken. Das Auge wandert nicht von Buchstabe zu Buchstabe, sondern springte eher von Wortblock zu Wortblock. Erkennt unser Gehirn in so einem Block viele Übereinstimmungen mit einem uns bekannten Wort, dann lesen wir es richtig bzw. unser Gehirn interpretiert es als richtig geschrieben, auch wenn ein Buchstabendreher drin ist.

Wenn also in einem Wort Buchstaben vertauscht sind, setzt unser Gehirn sie in die richtige Reihenfolge. Besonders leicht lässt es sich dabei von Fehlern in Wörtern täuschen, die wir gerne benutzen. Beim Vertrauten tappen wir leichter in die Falle.

Dem gegenzusteuern ist nicht so einfach, wie Dr. Meyer sagt. Dazu müssen wir uns zwingen, Buchstabe für Buchstabe zu lesen, den Text nicht mehr in Blöcken wahrzunehmen. Er nennt es "die Erwartungen auf das Langweilige lenken". Ein weiterer Trick könnte sein, sich den Text langsam vorzulesen. Ganz vermeiden lässt es sich wohl aber nicht. Dafür ist unser Gehirn dann doch zu schlau.

Sendung: hr4, hr4 - Britta am Vormittag, 04.08.2020, 10:00 Uhr

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