Wanderkarte auf dem Smartphone
Für die meisten Wanderer reicht eine App, wenn sie denn überhaupt das Smartphone mit in die Natur nehmen wollen. Bild © Colourbox.de

Wandern zählt zu den Lieblingsbeschäftigungen der Deutschen. Wer sich nicht mehr nur auf Faltkarten aus Papier verlassen will, kann auf Apps oder Wander-Navis, GPS-Geräte, zurückgreifen. Unser Experte hat einige Tipps dazu.

Unser Experte Erik Neumeyer, stellvertretender Geschäftsführer des Deutschen Wanderverbands, meint, dass GPS-Geräte besonders für Wanderer interessant sind, die im Ausland unterwegs sind.

Erik Neumayer
Erik Neumeyer Bild © Deutscher Wanderverband/J. Kuhr

Hier in Deutschland sind die Wanderwege in der Regel so gut markiert, dass man sich ohne zusätzliche Hilfe orientieren kann. Ansonsten haben die Apps gegen über den Navis inzwischen an Genauigkeit zugelegt. Bei Wander-Apps sollte man darauf achten, dass sie auch offline, d. h. ohne Internet-Verbindung funktionieren. Und bei den GPS-Geräten sind nicht immer die teuersten Geräte auch die besten.

Was sind die größten Unterschiede beim Inhalt zwischen Apps und Wander-Navis (GPS-Geräten)?

In Sachen Genauigkeit haben die Smartphones in den letzten Jahren aufgeholt. Hauptunterschiede liegen also eher in längeren Akkulaufzeiten und in der Robustheit (Schutz gegen Staub, Wasser, Stöße usw.), wo die klassischen GPS-Handgeräte Vorteile haben. Auch im Hinblick auf die Lesbarkeit der Displays sind die GPS-Geräte schon eher für die Outdoor-Nutzung gestaltet.

Die Wander-Apps profitieren wiederum von dem breiten Nutzungsspektrum der Smartphones (Kamera, Einbindung sozialer Medien, Notruf usw.).

Ich persönlich nutze Apps oder GPS-Geräte nur als zusätzliches Hilfsmittel. Die überwiegend ehrenamtlich gepflegten Wanderwege in Deutschland sind in der Regel so gut markiert, dass man damit meist sehr gut zurechtkommt. Dafür spricht auch die Tatsache, dass etwa 35% der Wanderer beim Wandern bewusst auf den Einsatz von Smartphone und GPS verzichten. Sie wollen wohl lieber "ungestört" die Natur erleben!

Für wen lohnt sich eine Wander-App, wer ist besser mit einem GPS-Gerät unterwegs?

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Unser Tipp

Ausgesuchte Wanderwege in Hessen

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Wer gern im Ausland wandert, hat in vielen Fällen mit dem GPS-Gerät ein Plus an Sicherheit. Wanderwege sind nicht überall so gut markiert wie in Deutschland.

GPS-Geräte lohnen sich für diejenigen, die regelmäßig und nicht nur bei schönem Wetter draußen sind. Vor allem Wanderführer nutzen mehr GPS-Geräte als der Durchschnitt, um zusätzlich Orientierungssicherheit und Verantwortung der Gruppe gegenüber zu gewährleisten.

Wer nur selten unterwegs ist und trotzen Satelliten-Navigation nutzen will, für den reicht hierzulande meist eine App.

Auf was sollte man bei einer guten App bzw. einem GPS-Gerät achten?

Für eine gute Wander-App gilt: Die Navigation muss auch offline funktionieren, also ohne Internetempfang. Dazu braucht eine solche App die Funktion, Karteninhalte auch vorab herunterzuladen. Das ist bei GPS-Geräten per se so.

Wichtig wäre mir persönlich, dass ich auf den Karten nicht nur einen einzelnen Track darstellen kann, sondern das vorhandene Wanderwegenetz auch grafisch abgebildet ist. Das macht die Nutzung einfach flexibler. Die Kosten schwanken. Meist sind die Apps umsonst oder sehr günstig, die Wanderinfos (Wege oder Karten) kann man dann über ein Abo oder Gebühren nutzen.

Bei den GPS-Geräten sollte man auf die Kartenfähigkeit achten. Das bieten heute bis auf wenige Einsteigermodelle fast alle Produkte. Teurer heißt nicht unbedingt genauer in der Orientierung. Man ist mit 200 bis 300 Euro schon gut bedient. Gegebenenfalls kommen noch Kartenkosten auf einen zu.

Gut ist es, wenn neben den Herstellerkarten auch die von anderen Anbietern eingebunden werden können. So fallen am Anfang die größten Kosten an und alle paar Jahre bei der Kartenaktualisierung noch mal in kleinerem Maße. Das lohnt sich für Leute, die oft unterwegs sind aber schon.

Welche Apps und Navis sind für empfehlenswert?

Bei den Outdoor-Apps sind outdooractive und komoot recht weit verbreitet. Viele Regionen bieten auch eigene regionale Apps für Wanderer an, die auch eine gute Wahl sind. Klassische Kartenbilder bieten z. B.: MagicMaps Scout, View Ranger oder KOMPASS-Wanderkarten-App. Letztere bieten komplette Wanderkarten im System an.

Bei GPS-Geräten: Marktführer und am weitesten verbreitet sind die Geräte von Garmin. Die Firma Tahuna hat sich mit den Teasi-Modellen auch etabliert. Auch Satmap-Modelle oder die TwoNav-Modelle des spanischen Anbieters CompeGPS sind vereinzelt zu finden. Meine Empfehlung ist, sich am besten im Fachhandel oder in Fachzeitschriften zu informieren.

Sendung: hr4, hr4 - Mein Morgen in Hessen, 25.08.2018, 06:05 Uhr

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