Zugeschneites Straßenschild

Wenn es mal richtig schneit, kommt es vor, dass die Bedeutung von Verkehrsschildern nicht mehr eindeutig erkennbar ist. Das kann aber nicht immer als Ausrede gelten, es spielt unter anderem die Form eine Rolle.

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Tipps von Sören Heinze, Pressesprecher des ACE (Auto Club Europa e. V.)

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Dass im Winter Verkehrsschilder mit Schnee bedeckt sind und ihre Bedeutung nicht mehr erkennbar ist, kommt vor. Prinzipiell sollten Schilder aber so aufgestellt werden, dass sie schnell erkenn- und lesbar sind. Durch eine Schneeschicht kann das allerdings nicht mehr gegeben sein.

Einige Schilder trotzdem gut erkennbare

Doch hier gibt es auch wieder Ausnahmen. So ist das Stopp-Schild aufgrund seiner achteckigen Form unverwechselbar. Das gilt auch für das auf der Spitze stehende dreieckige "Vorfahrt gewähren"-Schild. Auch die Beschilderung für eine Vorfahrtsstraße ist eindeutig: ein auf einer Spitze stehendes Quadrat. Ist es verschneit, ist aber nicht erkennbar, ob es ggf. das Ende einer Vorfahrtsstraße ist.

Vorfahrtsschild im Winter

Das längliche Einbahnstraßen-Schild ist auch recht eindeutig. Und wenn man das markante Ortseingangsschild passiert, heißt es, dass die Höchstgeschwindigkeit maximal 50 km/h betrifft. Also auch kein Grund für eine Ausrede.

Ortskundige im Nachteil

Ist auf einer Strecke beispielsweise die Höchstgeschwindigkeit per Schild reduziert oder ein Überholverbot eingerichtet, ist das, wenn die Schilder mit Schnee bedeckt sind, nicht erkennbar. Wer hier erwischt wird, kann sich auf die witterungsbedingte Unlesbarkeit berufen. Das gilt aber nicht vor Ortskundige.

Hier wird vorausgesetzt, dass die Verkehrsteilnehmer*innen, die die Strecke regelmäßig fahren, die Verkehrszeichen kennen, die sie unterwegs passieren. Außerdem wird natürlich immer vorausgesetzt, dass alle ihre Fahrweise den Wetterumständen anpassen.

Problem Blitzer

Wer geblitzt wird, hat bei zugeschneiten Schildern das Problem der Beweislast. Bei festen Radarfallen, wo der Bußgeldbescheid in der Regel einige Tage später kommt, muss man beweisen, dass das entsprechende Schild mit dem Tempolimit zugeschneit war. Das kann man ggf. mit einem kostenpflichtigen Gutachten des Deutschen Wetterdienstes. Je nach Bußgeld ist es einfacher, zu zahlen.

Wenn man auf einen mobilen Blitzer trifft und kurz nach dem Vergehen rausgewunken wird, kann man den Beamtinnen und Beamten die Sachlage vor Ort zeigen. Hier hat man gute Chancen, das Bußgeld zu vermeiden.

Kein Knöllchen wegen Falschparken

Wenn man parkt, ordnungsgemäß die Parkscheibe oder den Parkschein hinter die Windschutzscheibe legt und das Auto dann einschneit, kann man keinen Strafzettel bekommen. Schneit das Auto dann ein, hat man trotzdem sein Pflicht erfüllt. Der Schneefall ist in diesem Fall höhere Gewalt.

Zugefrorene Windschutzscheibe eines Autos

Machen die Ordnungshüter*innen allerdings ein Guckloch in die Schneeschicht, um einen Blick ins Innere werfen und Parkscheibe oder -schein entdecken zu können, dann kann man doch Pech haben. Ob das aber passiert, ist nicht klar geregelt.

Nummernschild muss frei sein

Was viele nicht wissen: Die Kfz-Kennzeichen müssen immer gut lesbar sein. Ist es verdreckt oder durch Schnee nicht lesbar, muss man es entsprechen frei machen. Für ein schlechtlesbares Nummernschild wird ein Bußgeld von 5,- Euro fällig, wenn man angehalten wird.

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