Muscheln sammeln

Viele Dinge sind in anderen Ländern günstiger. Außerdem möchte man gerne Andenken von der Reise mitbringen. Aber längst nicht alles darf man so einfach nach Deutschland einführen.

Eine kleine - vermutlich antike - Vase steht verlockend am Souvenirstand in Marokko und würde hervorragend als Dekoration in das eigene Wohnzimmer passen. Doch am Flughafen kann es eine böse Überraschung geben, denn es könnte sich um archäologisches Grabgut handeln. Das darf man nicht mitnehmen! Viele Souvenirs stammen aus Raubgrabungen. Grabräuber plündern zum Beispiel antike Gräber aus und verscherbeln den Inhalt. Viele antike Funde stammen aus solchen Raubgrabungen in Syrien und dem Irak, wo in den Bürgerkriegen alles geplündert wird, was geht. Anschließend findet sich das Raubgut an Souvenirständen rund ums Mittelmeer und im Orient wieder.

Selbst sogenannte Zertifikate, die die Händler vorzeigen, könnten gefälscht sein. Auch, wenn der Urlauber selber zufällig eine alte Scherbe entdeckt: Vorsicht. Auch da gilt ein Ausfuhrverbot. Deshalb raten der Zoll und die Polizei: Hände weg von antiken Funden!

Artenschutz

Wenn man bei der Ausfuhr erwischt wird, dann hat man die landesüblichen Strafen zu zahlen, die oft sehr viel teurer sind als unsere. Und wenn man hier bei der Einfuhr Zigaretten geschmuggelt hat, oder verderbliche Waren oder Reptilien: Dann wird es hier in Deutschland teuer! Viele Reptilien stehen unter Artenschutz. So zum Beispiel Krokodile und Schlangen. Wer Taschen aus der Haut geschützter Tiere oder Elfenbein in die EU einführen will, muss ein sogenanntes CITES-Dokument dabei haben. Sonst drohen hohe Strafen; bis zu 40.000 Euro oder sogar Gefängnis.

Lebensmittel aus tierischen Produkten

Auch, wem die Wurst im Urlaub besonders geschmeckt hat und eine mit nach Hause nimmt, handelt oft illegal. Auf der Website des Deutschen Zolls steht: Wer Lebensmittel aus tierischen Produkten in die EU bringen will, muss sie am Flughafen einem Veterinär zeigen. Der stellt fest, ob sie deutschem Lebensmittelrecht entsprechen. Denn im Ausland sind Hygienestandards häufig nicht so hoch wie in Deutschland. Im Extremfall kann die Wurst Krankheiten verursachen. Ein Veterinäramt gibt es am Frankfurter Flughafen. Und eine Broschüre des WWF "Tierische Produkte, Tiere, Medikamente - Was Sie beim Kauf von Souvenirs beachten müssen" gibt umfassend Auskunft.

Bleigehalt in Gefäßen

Und wer Keramik oder auch Glas aus dem Ausland mitbringt, kann seine Gesundheit schädigen, denn bei Keramikgefäßen und Gläsern ist es so, dass sie eventuell einen Bleigehalt haben, der in Deutschland nicht zulässig ist. So dass man auch davor warnen muss, diese Keramikgefäße oder Gläser nach Deutschland einzuführen. Denn das Blei könnte sich zum Beispiel in Wasser lösen. Die Folge: Bleivergiftung. Wer also Glas oder Keramik kauft, sollte es nur selten anfassen. Und schon gar nicht mit Wasser in Berührung bringen.

Medikamente aus dem Ausland

Medikamente aus dem Ausland werden auch immer beliebter. Denn oft sind sie billiger als in deutschen Apotheken. Die Einfuhr ist erlaubt, wenn die Medizin für den Eigendarf gedacht ist. Aber man sollte sichergehen, dass es sich nicht um gefährliche Fälschungen handelt.

Freigrenzen außerhalb der EU

Wer Technik, Schmuck oder andere Wertgegenstände im außereuropäischen Ausland erwirbt und nach Deutschland einführen möchte, der muss auf die sogenannten Freigrenzen achten. Mitbringsel dürfen die Freigrenze nicht unverzollt übersteigen. Kommen Sie mit dem Flieger oder Schiff zurück, so liegt sie bei 430 Euro für Erwachsene und 175 Euro für Kinder. Oberhalb dieses Betrags ist das Souvenir am Zoll anzumelden. Und mit der kostenlosen App des Zolls können Sie ermitteln, was Sie einführen dürfen.

Sand und Steine vom Strand

Viele nehmen gerne ein Stückchen Strand mit nach Hause. Doch auch die Ausfuhr von Sand kann unter Umständen teuer werden; besonders auf der italienischen Urlaubsinsel Sardinien. Griechenland und die Türkei ahnden Steine im Reisekoffer mit empfindlichen Strafen. Schließlich könnte es sich um antikes Gut handeln.

Letztendlich bestimmt jedes Land selber, was ausgeführt werden darf und was nicht. Daher sollte man sich vor Reiserücktritt unbedingt darüber informieren, ob die erworbenen Andenken auch legal ausgeführt werden dürfen.

Weitere Informationen

Nützliche App: Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts

Egal wohin man reist: Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts sollte man sich grundsätzlich im Vorfeld durchlesen.

Ende der weiteren Informationen

Sendung: hr4, hr4 - Mein Morgen in Hessen, 05.07.2018, 06:05 Uhr

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