Der Bokashi-Eimer von hr4-Moderatorin Diane Steffens

Boka- was? Keine Sorge, wenn Sie davon noch nichts gehört haben. Bei der wenig bekannten Methode werden Küchenabfälle im Bokashi-Eimer fermentiert. Welche Vorteile das hat und wie genau das funktioniert, erklären wir Ihnen hier.

Weitere Informationen

Übersicht

Ende der weiteren Informationen

Was ist Bokashi?

Das Wort "Bokashi" bedeutet so viel wie "fermentierter Kompost". Es handelt sich um einen luftdicht verschlossenen Eimer mit Zapfhahn. Anders als bei normaler Kompostierung kommt keine Luft an die Speisereste. Die Fermentation verläuft schneller als bei einem normalen Kompost und ist weniger arbeitsintensiv. Je nach Abfallmenge und Bestandteilen erhalten Sie nach zwei Wochen fermentierte Speisereste.

Weitere Informationen

Was kann rein?

Außer gekochten Speisen und Knochen können Sie alle Essensabfälle in den Bokashi-Eimer geben.

Ende der weiteren Informationen

Wenn der Deckel drauf ist, riecht der Eimer wirklich gar nicht. Beim Öffnen strömt ein leicht säuerlicher Geruch hervor, aber er ist bei weitem nicht so penetrant wie der eines Biomülleimers. Wer möchte, kann seinen Bokashi-Eimer in die Küche stellen. Ansonsten empfiehlt sich ein nicht allzu heißer oder kühler Ort wie z.B. der Keller. Die Flüssigkeit riecht durchaus etwas strenger, aber es hält sich im Rahmen. Mit Fliegen oder anderen Insekten haben Sie keinen Ärger. Der Eimer hält dicht.

Audiobeitrag

Audio

Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found So funktioniert der Bokashi-Eimer

Bokashi-Eimer
Ende des Audiobeitrags

Wie funktioniert das?

Die Abfälle im Bokashi-Eimer werden mit EM (Effektive Mikroorganismen) Fermenten angereichert. Am besten funktioniert es, wenn die Abfälle ungefähr gleich groß sind. Nach jeder Lage aus Resten wird ein wenig EM-Flüssigkeit über die Schicht gesprüht. Die Fermente sind auch als Pulver erhältlich. Die Anwendung unterscheidet sich nicht von der Flüssigkeit.

Weitere Informationen

Tipp

Wer nicht extra EM-Fermente kaufen möchte, kann Brottrunk verwenden.

Ende der weiteren Informationen

Wichtig ist auch Druck. Deshalb wird jede Lage frischen Füllmaterials fest angedrückt und anschließend möglichst abschließend bedeckt. Luft soll die Fermentation nicht stören. Dazu packt man Sand oder Steine in eine Plastiktüte, die von der Fläche her den Eimer füllt.

Durch die Feuchtigkeit wird die Fermentation in Gang gesetzt. Die EM-Fermente unterstützen den Vorgang und verhindern Schimmel. Zusätzlich kann man mit Gesteinsmehl die Kompostierung fördern. Wichtig ist, dass Sie alle paar Tage die entstandene Flüssigkeit abzapfen. Sie eignet sich unverdünnt als Rohrreiniger und Unkrautvernichter oder verdünnt als Pflanzendünger.

Bokashi-Eimer

Wenn der Eimer voll ist, wird er für zwei bis drei Wochen zur Seite gestellt. In dieser Zeit wird der Inhalt zersetzt. Es entsteht ein Ferment, das Sie wunderbar als Dünger verwenden können. Falls noch gröbere Stücke enthalten sind, ist das kein Problem. Mischen Sie alles unter die Erde in Ihrem Beet oder Blumenkasten – die Regenwürmer werden sich darum kümmern, dass Humus entsteht.

Kann ich den Eimer selbst bauen?

Ein Bokashi-Eimer ist einfach nachgebaut. Sie brauchen dafür:

  • zwei ineinander passende Eimer (lebensmittelecht!)
  • einen Hahn
  • Sack mit Sand zum Beschweren
  • Werkzeuge

In den Boden des oberen Eimers werden Löcher gebohrt. Durch diese entweicht später die Fermentationsflüssigkeit. Am unteren Eimer wird der Hahn befestigt. Eventuell muss der Hahn abgedichtet werden, das ist abhängig vom Modell. Zum Beschweren des Deckels wird der Sandsack darauf gelegt. So sorgen Sie dafür, dass alles luftdicht verschlossen ist.

Bokashi mit Rasenschnitt

Wer den Rasen mäht, steht oft vor der Frage: Wohin mit dem Gras? Auch dafür bietet sich Bokashi an. Den Rasenschnitt in einen Plastiksack schichten, abwechselnd mit der EM-Lösung besprühen. Anschließend die Luft aus dem Sack drücken und gut verschließen - entweder zubinden oder mit Klebeband abkleben. An einem schattigen Platz im Garten muss der Bokashi-Sack jetzt zwei Wochen ruhen.

Anschließend eignet sich das Substrat hervorragend zum Düngen oder es sorgt, auf den normalen Komposthaufen gestreut, für eine Verbesserung des Komposts.

Sendung: hr4, hr4 - Mein Morgen in Hessen, 31.07.2019, 06:00 Uhr

Aktueller Song:
Lädt
Lädt
Lädt - Lädt
Lädt - Lädt
mit