Stau
Gelassenheit ist wohl das wichtigste im Stau. Mit Aufregen kommt man auch nicht weiter. Bild © picture-alliance/dpa

Stau an sich ist ein leidiges Thema – aber es kann leichter werden, wenn man sich als Autofahrer im Stau korrekt verhält.

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Im Stau sollte man hauptsächlich zwei Dinge wissen: Wie verhalte ich mich bei einer Fahrbahnverengung und zweitens: Wie bilde ich eine Rettungsgasse? Das haben wir alle mal gelernt, aber es ist lange her.

Fahrbahnverengung

Stellen wir uns vor: Wir fahren auf der Autobahn – auf der rechten Spur. Und wir sehen ein Schild, dass unsere Spur in einem Kilometer endet und wir müssen dann auf die linke Spur ausweichen – wegen einer Baustelle. Was tun wir?

Wir wenden das Reißverschlussverfahren an. Die meisten Autofahrer kriegen seltsamerweise sofort die Panik, setzen den linken Blinker und wollen sofort die Spur wechseln. Da staut es sich zwar schon, trotzdem ist ein Kombifahrer so nett und lässt uns rein.

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So funktioniert das Reißverschlusssystem

  • Nach vorne fahren, bis die eigene Spur endet
  • Einfädeln – immer schön abwechselnd
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Und da stehen wir nun im Stau – gleichzeitig ärgern wir uns über die dreisten Leute, die uns einfach rechts überholen und nicht die Spur wechseln. Und mancher fährt dann wieder zurück auf die rechte Spur. Und das alles führt nur dazu, dass es sich noch mehr staut. Richtig ist: Nach vorne fahren, bis die eigene Spur endet. Und dann einfädeln. Ein Auto auf der linken Spur fährt durch die Verengung, danach fädelt sich eines der rechten Spur ein – dann fährt wieder eines auf der linken Spur durch – immer schön abwechselnd.

Rettungsgasse

Autofahrer bilden auf der Autobahn eine Rettungsgasse
Bild © picture-alliance/dpa
Zitat
„Sobald Fahrzeuge auf Autobahnen sowie auf Außerortsstraßen mit mindestens zwei Fahrstreifen für eine Richtung mit Schrittgeschwindigkeit fahren oder sich die Fahrzeuge im Stillstand befinden, müssen diese Fahrzeuge für die Durchfahrt von Polizei- und Hilfsfahrzeugen zwischen dem äußerst linken und dem unmittelbar rechts daneben liegenden Fahrstreifen für eine Richtung eine freie Gasse bilden.“ Zitat von (§ 11 Absatz 2 StVO)
Zitat Ende

Wenn wir in den Stau fahren, kann es immer sein, dass die Stauursache ein Unfall ist. Und auf der A3 zum Beispiel ist ein Kind gestorben, weil der Rettungswagen nicht durchkam, weil keine Rettungsgasse gebildet wurde.

Und die funktioniert so: Bei einer zweispurigen Autobahn fahren die auf der rechten Spur ganz nach rechts und die auf der linken ganz nach links – und das sofort. Wenn wir das Martinshorn hören, ist es oft zu spät um zu reagieren. Denn viele fahren so dicht auf, dass man nicht mehr ganz an den Rand fahren kann. Und bei drei oder mehr Spuren wird die Rettungsgasse zwischen der ganz linken und der rechts danebenliegenden Spur gebildet. Hat eine Richtungsfahrbahn mehr als drei Spuren, so muss die Rettungsgasse wieder in der Mitte gebildet werden.

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So geht's

  • Bei einer zweispurigen Autobahn fahren die auf der rechten Spur ganz nach rechts und die auf der linken ganz nach links.
  • Bei drei Spuren wird die Rettungsgasse zwischen der ganz linken und der mittleren Spur gebildet.
  • Bei mehr als drei Spuren muss die Rettungsgasse wieder in der Mitte gebildet werden.
  • Autofahrer dürfen dann vorsichtig über die rote Ampel in die Kreuzung fahren.
  • Wenn das Rettungsfahrzeug durch ist: Rettungsgasse nicht wieder schließen, es könnten weitere Fahrzeuge folgen.
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An Ampeln gibt es oft nur eine Lösung, sagt Michaela Plock von der Polizei Westhessen: "Auch wenn sich der Verkehr an einer roten Ampel staut, muss dem Rettungswagen sofort die Bahn freigemacht werden. Autofahrer dürfen dann vorsichtig über die rote Ampel in die Kreuzung fahren, damit hinten Platz geschaffen werden kann."

Bußgelder bei Missachtung

Wer sich nicht an die Regeln für Rettungsgassen hält, soll härter bestraft werden, fordern Rettungssanitäter und Feuerwehrleute. In Österreich gab es bereits eine große öffentliche Kampagne zur Rettungsgasse mit positiver Wirkung. Dort kostet die Missachtung der Regeln mehr als 2.000 Euro. In Deutschland sind es nur etwa 20 Euro.

Der Seitenstreifen ist tabu

Auch verboten ist die Fahrt über den Standstreifen, um sich einen Zeitvorteil zu verschaffen, sagt Thorsten Werner, Pressesprecher der Polizeipräsidiums Nordhessen in Kassel: "Der Seitenstreifen ist für die Fahrzeuge tabu, um schneller vorwärts zu kommen. Nur wer eine Panne hat oder Rettungsfahrzeuge dürfen den benutzen. " Das gilt auch für die kurze Fahrt über einen Rastplatz, um ein paar Meter gutzumachen, warnt Werner: "Der Rastplatz – wie das Wort schon sagt – dient der Rast und da muss ich mein Fahrzeug dann auch stoppen und eine Rast einlegen." Eigentlich auch nicht erlaubt: im Stau aus dem Auto aussteigen – doch da ist die Polizei durchaus auch mal nachsichtig, sagt Werner.

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Das ist alles verboten

  • Die Benutzung des Seitenstreifens ist nicht erlaubt!
  • Die Abkürzung über eine Rastanlage ist verboten!
  • Bei Unfällen: Gaffen wird bestraft!
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Wenn ein Unfall die Stauursache ist, dann gilt vor allem eins: Am Ende schnell an der Unfallstelle vorbeifahren und nicht gaffen: "Da sind wir absolut dagegen und das sanktionieren wir auch." Damit sich der Stau schnell auflöst und alle Autofahrer noch rechtzeitig an ihr Ziel kommen.

Sendung: hr4, hr4 - Mein Morgen in Hessen, 21.11.2018, 06:05 Uhr

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