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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Tipps gegen den Lockdown-Blues

Bei nebeligem Wetter macht eine Frau einen Spaziergang durch eine Baumallee in der Nähe von Oberursel im Taunus.

Die einen kommen mit den Maßnahmen gut klar, andere halten den Shutdown für zu hart. Dennoch: ändern kann an den neuen Regeln niemand etwas. Der Coach Leif Ahrens aus Wiesbaden hat Tipps für alle, die jetzt erst einmal "trauern."

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Tipps gegen den Lockdown-Blues

  1. Veränderte Lebensumstände annehmen und aktiv für sich gestalten.
  2. Lieblingsrestaurants um Rezepte bitten und zu hause nachkochen.
  3. Bücher lesern, die da spielen, wohin man gerne reisen würde.
  4. Sich nicht von anderen runterziehen lassen.
  5. Dennoch: die Sorgen der Mitmenschen hören und das Gespräch suchen - nach dem Motto: geteiltes Leid ist halbes Leid.
  6. Andere mit der eigenen guten Laune anstecken.
  7. Sich vor Augen führen: Was ist mir beim letzten Lockdown Positives passiert.
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hr4: Was raten Sie Menschen, die zum Beispiel ein Problem damit haben, dass viele Restaurants geschlossen haben?

Leif Ahrens: Der erste Schritt ist erst einmal, dass man erkennt: es ist nicht ein Problem mit den geschlossenen Restaurants, sondern damit, dass meine Lebensumstände sich wieder verändern. Und wenn ich das erkannt hat, dann kann ich mich fragen 'wie gelingt es mir, das geschlossene Restaurant einfach zu akzeptieren'? Jeder geht gerne aus. Jeder trifft gern Freunde. Jeder genießt gutes Essen. Das geht ja - momentan nur nicht im Restaurant.

hr4: Der November ist da, es ist dunklet und dazu kommt der Lockdown light. Wie kriegen wir jetzt das mit der guten Laune hin?

Leif Ahrens: Da bin ich in Gedanken bei dem Beispiel mit dem Restaurant. Warum können wir nicht mal ins Restaurant zu Hause gehen? Jeder von uns kann kochen. Jetzt ist nur die Frage: wie kriege ich das Lieblingsrestaurant mit der dunklen Zeit, in die ich ein bisschen Licht bringen will, zusammen? Warum nicht mal den Lieblingsrestaurant eine Mail schreiben? Ich wette, das lesen, die noch - und einfach mal um ein Rezept bitten. Das wird nicht so schmecken wie im Restaurant, wird auch nicht so lustig sein. Aber wir werden Spaß haben, wenn wir versuchen, das nachzukochen. Und nach dem Lockdown davon erzählen: So war es, euer Menü nachzukochen.

Oder Bücher lesen, vielleicht auch welche, die da spielen, wo ich hinreisen möchte - wenn das wieder geht, also im Kopf schon mal so ein bisschen in die Zukunft gucken.

hr4: Manche Leute hören einfach nicht auf, rumzumeckern. Und die schaffen es ja dann auch, viele von uns runterzuziehen. Wie wehren wir uns gegen diese Menschen?

Leif Ahrens: Vorbereitet sein. Und ich habe für mich selbst beschlossen: ich werde mich gar nicht gegen die wehren. Ich interessiere mich für die Gedanken und Sorgen von anderen. Und auch wenn es abgedroschen klingt: geteiltes Leid ist halbes Leid. Ich werde das Gemecker nicht sofort vom Tisch wischen, sondern wo das geht, das Gespräch suchen. Es ist sehr wichtig, dass wir uns austauschen und füreinander da sind. Und ich wette, besonders dann, wenn ich gut drauf bin, dann kann ich andere auch mit guter Laune anstecken.

hr4: Was hat Ihnen denn im letzten Lockdown gute Laune gemacht?

Dass ich wieder Kontakt mit Menschen hatte, auch wenn es nur virtuell war, die ich sonst nicht hätte kontaktieren können. Wir haben mit Freunden aus Vancouver gemeinsam über Zoom gegessen. Die saßen in Vancouver am Frühstück. Wir saßen hier in in Wiesbaden und haben zu Abend gegessen. So eine Tafel habe ich in meinem Leben vorher noch nie gesehen. Und ich muss jedes Mal lachen, wenn ich daran denke.

Das Interview führte Inka Gluschke.

Sendung: hr4, hr4 - Mein Morgen in Hessen, 02.11.2020, 06:00 Uhr

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