Mistelzweig mit Beeren

Deko mit Mistelzweigen sieht einfach toll aus. Im Blumenladen sind die zarten Zweige ganz schön teuer, an Bäumen hängen sie kostenlos. Aber: Darf man Misteln einfach abschneiden oder stehen sie unter Naturschutz? Und warum sind Misteln eigentlich so besonders?

Darf man Misteln einfach abschneiden?

Jein – Misteln sind an sich nicht geschützt. Allerdings: für alle Wildpflanzen gilt, dass man sie nicht in großen Mengen ohne die Erlaubnis der örtlichen Naturschutzbehörde sammeln darf. Der Hintergrund: durch unsachgemäßes entfernen können die Wirtsbäume beschädigt werden.

Wie entstehen Misteln?

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Unsere Expertin

Dr. Kathrin Kaltwaßer, Naturschutzbund Hessen

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Misteln haben zwei Geschlechter – männlich und weiblich. Die weiblichen Misteln tragen kleine, durchsichtige Beeren. Diese werden von Vögeln gefressen und später – auf einem Baum sitzend – wieder ausgeschieden. Die Samen aus den Beeren dringen in die Wasserleitungsbahnen des Baumes ein. So entstehen die Keimlinge.

Warum wachsen Misteln so weit oben?

Das liegt an ihrer Verbreitungsart Vögel essen die klebrigen Beeren, darin sind die Samen enthalten. Vögel sitzen gerne oben in den Bäumen und verbreiten so die Samen. Für die Misteln ist das auch von Vorteil, da sie so näher am Licht sind.

Übrigens: Misteln brauchen eine Verbindung zum Baum. In einer Vase überleben sie nicht lange.

Warum haben Misteln so eine mystische Bedeutung?

Misteln haben eine mythische Bedeutung, weil sie im Winter grün bleiben und ohne Verbindung zur Erde wachsen. Sie ernähren sich scheinbar von nichts. Die Menschen dachten, dass Götter sie gesät haben müssen. Deswegen waren die Misteln heilig. Den  Misteln wurden heilende Kräfte zugeschrieben. Druiden haben sie mit Sicheln geschnitten und Tränke aus den Misteln gebraut. Und tatsächlich steckt Heilkraft in den Pflanzen, bestätigt Kathrin Kaltwaßer: "Sie haben medizinisch wirksame Teile in den Blättern, die man zur Blutdrucksenkung und Arteriosklerose benutzt".

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Schön weihnachtlich - Mistelzweige

Weihnachtsdeko mit Mistelzweigen
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Sind Misteln giftig?

Ja, und zwar alle Pflanzenteile bis auf die Beeren. Es kann zu Reizerscheinungen an Haut und Schleimhäuten kommen. Weitere Symptome: Bauchschmerzen, Durchfall, ggf. Verminderung der Herzfrequenz und Blutdrucksenkung. Wer Teile der Mistel aus Versehen zu sich genommen hat, der sollte als Erste Hilfe Maßnahme viel trinken.

Sendung: hr4, hr4 - Mein Morgen in Hessen, 09.12.2019, 06:00 Uhr

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