Spinat

Laut einer neuen Studie der Welt-Anti-Doping-Agentur und der Freien Universität Berlin konnte eine Leistungssteigerung durch Spinat nachgewiesen werden. Genauer: Spinat enthält Ecdysteron. Muss Spinat jetzt auf die Dopingliste und ist Spinat jetzt gefährlich?

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Spinat macht stark!

Spinat
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Popeye

Anker-Tattoo auf dem Arm und die Spinatdose in der Hand - das sind seine Markenzeichen.

Der Spinat wird von Popeye dosenweise geschluckt und verleiht ihm ungeahnte Kräfte für seine unzähligen Abenteuer. Der Mythos, dass Spinat unmenschliche Kraft verleiht, weil er überdurchschnittlich viel Eisen enthält, wurde bereits vor einigen Jahren aufgeklärt. Nun hat eine Studie der WADA (Welt-Anti-Doping-Agentur) und der Freien Universität Berlin doch eine Leistungssteigerung mit einer im Spinat enthaltenen Substanz in Verbindung gebracht.

Drei mal mehr Kraft mit Ecdysteron

Bei der Studie ging es allerdings nicht um das Eisen, sondern um den Stoff Ecdysteron.
Der Stoff gehört zu der Gruppe der Steroidhormone und stand bereits in den Achtzigern unter Verdacht, ein Dopingmittel zu sein.

In der Studie wurden zwei Testgruppen mit Sportlern gebildet, eine Gruppe erhielt das Hormon, die andere ein wirkungsloses Placebo. Bei den anschließenden Kraftübungen stellte sich heraus, dass die Athleten die Ecdysteron bekommen hatten, bessere Leistungen erbrachten. Insgesamt wurde ein dreimal so hoher Kraftzuwachs im Vergleich zur Placebogruppe festgestellt.

Acht Kilo Spinat für den Doping-Effekt

Neben der Kraftsteigerung und dem vermehrten Muskelaufbau, stellten die Forscher weniger Müdigkeit und eine leichtere Erholung während des Trainings fest. Aber: Ohne Training bringt der Wunderstoff gar nichts. Wer sich also nun mit viel Spinat muskulöse Oberarme anfuttern möchte, wird enttäuscht. Ohne Sport wird das nichts mit den starken Armen.

Auch für die Spinat-Fans gibt es Entwarnung: Täglich acht Kilo Spinat müsste man zu sich nehmen, um die selbe Dosis Ecdysteron zu erreichen, die auch die Vergleichsgruppe in der Studie bekam.

Spinat bleibt auf dem Speiseplan

Bevor Ecdysteron auf die Liste der verbotenen Dopingmittel aufgenommen werden kann braucht es noch weitere Studien. Zum Beispiel muss noch geprüft werden, wie genau Kontrollen durchgeführt werden können. Blutwerte geben keine Auskunft darüber ob ein Sportler zusätzliche Tabletten mit dem Stoff  zu sich genommen hat oder nur große Mengen Spinat verzehrt hat. Es bleibt also unwahrscheinlich, dass das Gemüse selbst auf die Liste verbotener Dopingmittel aufgenommen wird.

Wenn Sie jetzt beim Lesen Hunger bekommen haben, wären diese Gnocchi mit Spinat-Sauce eine gute Idee.

Sendung: hr4, hr4 - Mein Morgen in Hessen, 08.07.2019, 06:00 Uhr

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