Pinsa

Bei der Pinsa handelt es sich nicht um eine Pizza. Sie haben Gemeinsamkeiten, haben aber sehr verschiedene Zubereitungsmethoden. Außerdem ist sie nicht so alt, wie gerne behauptet. Das ist nur ein Marketing-Gag.

Seit einiger Zeit gibt es neben der Pizza ein zweites belegtes Teiggericht aus Italien, die Pinsa. Sie soll bereits seit über 2000 Jahren in und um Rom gegessen worden sein. Das ist allerdings ein reiner Marketing-Gag des Unternehmers Corrado di Marco, der seit 1981 im Pizzageschäft ist.

Zwanzig Jahre später ließ er den Namen "Pinsa Romana" urheberrechtlich schützen. Also nichts mit den alten Römern, die einst im Schatten des Kolosseums Pinsa gefuttert haben. Dabei hätte man anhand der Zutaten für den Teig schon erahnen können, dass die Geschichte mit der Antike erfunden ist.

Andere Zubereitung als Pizza

Der Teig der klassischen Pizza besteht nur aus Mehl, Wasser, ein wenig Hefe, etwas Salz und vielleicht einem Schuss Olivenöl. Der Pinsa-Teig wird dagegen aus einer Mischung von Weizen-, Soja- und Reismehl, Lievito Madre (italienischer Sauerteig), etwas Hefe, etwas Salz, Kräutern, Öl und kaltem Wasser hergestellt. Die Soja kam erst im 18. Jahrhundert nach Europa, war also in der Antike noch nicht bekannt.

Während der Pizza-Teig bereits nach einer Stunde Gehzeit verarbeitet werden kann, muss der Pinsa-Teig mindestens 24 Stunden, idealerweise sogar 120 Stunden im Kühlschrank ruhen. Der Fladen für die Pizza wird dann durch Ausrollen, Ziehen oder in die Luft werfen schön dünn und rund gemacht. Bei der Pinsa kommt der Teig in ovale Metallpfannen und wird auch angedrückt. Ebenso wird die Pinsa anders belegt: Kommt bei Pizza der Belag auf den Teig und mit in den Ofen, wird er bei der Pinsa erst nach dem Backen aufgelegt.

Pinsa bekömmlicher

Die lange Gehzeit des Teiges macht die Pinsa für viele bekömmlicher als die Pizza. Der Teig wird durch die Hefe bzw. den Sauerteig und die Aktivitäten während des Gehens schön luftig, was wiederum dazu führt, dass er beim Backen außen knusprig und innen weich wird. Außerdem nimmt der Gärprozess während des Ruhens im Kühlschrank dem Magen diese Arbeit beim Verdauen ab.

Nach dem Backen wird der Fladen klassischer Weise mit Tomaten, Mozzarella und Basilikum belegt, mit etwas Olivenöl beträufelt und mit etwas Salz gewürzt.

Sendung: hr4, hr4 - Britta am Vormittag, 14.09.2020, 10:00 Uhr

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