Vollmachten und Verfügungen
Bei einer Verfügung lege ich meinen Willen fest, bei einer Vollmacht übertrage ich die Entscheidung auf eine andere Person. Bild © picture-alliance/dpa

Was passiert, wenn jemand nicht mehr kann? Wer entscheidet über die Finanzen? Wer kümmert sich um die Betreuung? Welche Behandlungen wünscht der Patient? Viele verdrängen diese wichtigen Fragen.

Was ist eine Generalvollmacht?

Mit einer Generalvollmacht wird jemand in die Lage versetzt, die finanziellen und behördlichen Belange des Vollmachtgebers zu vertreten. Das bedeutet natürlich bei der Auswahl der Person auch ein großes Vertrauen.

Es ist kein Muss, erhöht aber den Wert, wenn die Generalvollmacht von einem Notar beurkundet wurde. Damit lassen sich dann auch Grundstücks- und Bankgeschäfte im Namen des Vollmachtgebers durchgeführt werden können.

Was ist eine Vorsorgevollmacht?

Bei der Vorsorgevollmacht spielt vor allem der gesundheitliche Aspekt eine wichtige Rolle. Der Bevollmächtigte soll den Willen des Patienten durchsetzen, den dieser in der Patientenverfügung verfasst hat. Er kann aber auch entscheiden, ob eine Einweisung in ein Heim erfolgen soll oder nicht. Durch die Vollmacht sind Ärzte auch von ihrer Schweigepflicht gegenüber dem Bevollmächtigten entbunden. Sonst könnte dieser ja keine Entscheidungen treffen.

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Tipp

Beide Vollmachten können in einem Dokument abgehandelt werden, aber die Frankfurter Notarkammer rät, sie getrennt auszufertigen. Denn vereinfacht gesagt, geht die Bank nicht der Gesundheitszustand des Patienten an und das Krankenhaus nicht der finanzielle Background.

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Internet oder Notar?

Inzwischen gibt es im Internet zahlreiche Vorlagen für Generalvollmacht und Vorsorgevollmacht. Die kann jeder selbst ausfüllen. Doch damit wird nicht, wie bei einem Gespräch mit einem Notar, auf die individuellen Bedürfnisse und Umstände eines jeden eingegangen. Außerdem werden notariell beurkundete Vollmachten beim Vorsorgeregister der Bundesnotarkammer in Berlin zentral hinterlegt. Gehen die Unterlagen, beispielsweise bei einem Umzug, mal verloren, stellt der Notar neue aus.

Außerdem stellt die Beurkundung durch einen Notar sicher, dass die betroffene Person zu diesem Zeitpunkt noch geschäftsfähig ist bzw. war. Damit ist die Akzeptanz höher als bei den Versionen aus dem Internet. Hier sollte man nicht am falschen Ende sparen.

Der Vorteil davon ist auch, dass die Dokumente für Ärzte, Krankhäuser oder Pflegeheime schnell und einfach abrufbar sind und die Inhalte genau den Willen des Betroffenen wiedergeben.

Was ist eine Patientenverfügung?

Hierin legt der Patient fest, was mit ihm passieren soll, wenn er nicht mehr selbst entscheiden kann. Es werden die Rahmenbedingungen für die notwendigen medizinischen Maßnahmen geregelt, beispielsweise: Wie lange sollen medizinische Geräte den Patienten am Leben erhalten? Dürfen nach dem Tod Organe gespendet werden?

Die in der Vorsorgevollmacht benannte Person hat die Aufgabe, dass die in der Patientenverfügung festgelegten Eckpunkte bei der medizinischen Versorgung eingehalten werden.

Was ist eine Betreuungsverfügung?

Damit legt man fest, wer im Falle eines Falles die Betreuung übernehmen soll. Man kann dabei auch Personen ausschließen. Wenn keine Vorsorgevollmacht erteilt wurde, entscheidet das Gericht über die Betreuung. In der Regel folgen die Richter aber den Wünschen, die in einer Betreuungsverfügung festgelegt wurden. Gibt es keine solche Verfügung, kann das Gericht frei entscheiden.

In der Vorsorgevollmacht ist die Betreuungsverfügung in der Regel integriert.

Lieber früher als zu spät

Bei all diesen Dokumenten gilt: Je früher, desto besser. Die Unterlagen beschäftigen sich mit Dingen, die viele verdrängen. Es ist nichts, womit man gerne zu tun hat. Doch was passiert, wenn man unverschuldet einen Unfall hat, und nicht ansprechbar ist, aber Entscheidungen getroffen werden müssen?

Da es doch ein komplexes Thema ist, sollte man sich die Zeit nehmen und auf jeden Fall mit einem Experten sprechen und sich beraten lassen, um die für sich beste Lösung zu bekommen.

Sendung: hr4, hr4 - Britta am Vormittag, 27.02.2019, 10:05 Uhr

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