Britta Wiegand mit der Kartoffeln-Ausbeute
Britta Wiegand mit unserer Ausbeute, nicht viel, aber immerhin haben wir eine ganz besondere Kartoffel dabei. Bild © hr/Mario Hornitschek

Frische Kartoffeln aus dem eigenen Garten - das ist leider nicht für alle machbar. Aber auch ohne eigenen Garten kann man recht einfach für eine - hoffentlich - reiche Ernte im Herbst sorgen, mithilfe eines Sacks und Erde. Unsere Ausbeute ist nicht so üppig, aber eine Hörerin hatte großen Erfolg.

Die Lust auf frische Produkte ist groß, doch nicht immer ist der Platz vorhanden - denkt man. Doch mit einem Plastiksack und Erde lassen sich auch auf dem Balkon Kartoffeln ernten. Die wichtigste Vorbereitung sind die Kartoffeln. Man kann natürlich gekaufte Kartoffeln so lange aufheben, bis sie keimen oder man kauft gezielt Saatkartoffeln. So kann man sich für die Eigenschaften (festkochend, vorwiegend festkochend, mehligkochend), Farbe und Geschmack entscheiden.

Britta Wiegand mit Kartoffeln und Sack
Britta mit den "Zutaten" für unsere Kartoffeln im Sack. Bild © hr/Mario Hornitschek

Wenn die Kartoffeln gekeimt sind, werden sie im Frühjahr gesetzt. Als "Pflanzgefäß" bieten sich verschiedene Möglichkeiten an. Reissäcke aus dem Asia-Laden sind sehr gut, aber auch alte Blumenerde-Säcke (40 bis 60 Liter) eignen sich. Abfallsäcke (60 Liter) lassen sich ebenfalls verwenden, allerdings sollten sie etwas dicker sein.

Für Wasserablauf sorgen

Damit sich später keine Staunässe bildet, den Boden des Sacks mit einige Löchern versehen. Der obere Teil des Blumenerdesacks wird abgeschnitten. Dann das Behältnis umstülpen und aufwickeln. Anschließend füllt man eine Drainage-Schicht (etwa 5 cm hoch) ein. Laub oder geschreddertes Holz eignen sich gut dafür.

Kartoffeln im Sack
Um sicher zu gehen, dass auch etwas wächst, legen wir zwei Kartoffeln in den Sack. Bild © hr/Mario Hornitschek

Jetzt eine etwa 10 cm hohe Schicht aus einer Mischung aus Kompost und Erde einfüllen, die Kartoffeln - ein bis zwei pro Sack - einlegen und mit etwa 10 cm Erde auffüllen. Etwas angießen. Im Internet gibt es auch Infos, das die Kartoffeln in normaler Blumenerde wachsen und gedeihen.

Kartoffeln im Sack
Jetzt heißt es warten, bis sich das erste Grün zeigt. Bild © hr/Mario Hornitschek

Regelmäßig Erde nachfüllen

Nun heißt es warten, bis die ersten Pflanzenteile aus der Erde schauen. Dann muss der Sack etwas hochgekrempelt und Erde nachgefüllt werden. Das wiederholt man mehrfach. Dadurch wird die Kartoffel zur Knollenbildung angeregt. Natürlich muss die kleine "Plantage" auch regelmäßig gegossen werden.

Je nach Sorte ist dann schon nach etwa 100 Tagen die Ernte möglich. Nach der Blüte beginnt das Grün abzusterben, das ist dann das Zeichen, dass die Ernte eingefahren werden kann. Wenn alles klappt, sind zwischen ein und zwei Kilo Kartoffeln drin.

Britta Wiegand mit Kartoffeln
Britta ist gespannt, welche Ernte sie im Herbst "einfahren" kann. Bild © hr/Mario Hornitschek

Ob das wirklich so einfach geht, werden wir testen. Britta Wiegand hatte am 18. April 2018 den "Feldversuch" gestartet.

Und das ist unsere Ernte

Britta Wiegand mit der Kartoffeln-Ausbeute
Der Einer ist zwar nicht voll, aber immerhin konnten wir zeigen, dass die Aktion nicht ohne Erfolg beblieben ist. Bild © hr/Mario Hornitschek

Jetzt haben wir ein Einsehen und holen die Kartoffeln aus dem Sack. Das Fazit lautet: Es hat funktioniert. Wir haben Kartoffeln geerntet. Zwar nicht unbedingt die dicksten, aber wir haben welche. Mit intensiverer Pflege wäre die Ernte sicherlich größer ausgefallen.

hr4-Hörerin war erfolgreicher

Audiobeitrag
Helga Kalhöfers Kartoffeln im Sack

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found hr4-Hörerin freut sich über ihre Kartoffeln im Sack

Ende des Audiobeitrags

Als hr4-Hörerin Helga Kalhöfer im Frühjahr Brittas Sendung und den Tipp mit den Kartoffeln im Sack hörte, machte sie sich auch ans Werk. Jetzt hat sie Britta folgende E-Mail und Fotos geschickt:

"Angeregt durch Ihre Info habe ich in zwei Säcken jeweils drei kleine festkochende Kartoffeln, etwa 30 bis 40 Gramm, gepflanzt. Sie sind tatsächlich gewachsen und das Kraut ist groß geworden. Blüten habe ich wohl nicht gesehen.

Helga Kalhöfers Kartoffeln im Sack
Bild © Helga Kalhöfer

Dann ist das Kraut abgestorben und nach dem Urlaub am 18. August sah es so aus.

Helga Kalhöfers Kartoffeln im Sack
Bild © Helga Kalhöfer

Am Samstag, 8. September , haben wir dann einen Sack geöffnet: Die Freude war riesengroß!!!

Helga Kalhöfers Kartoffeln im Sack
Bild © Helga Kalhöfer

Die drei winzige Kartoffeln (zusammen etwa 90 bis 120 Gramm) haben mir eine Ernte von 1.550 Gramm beschert. Das ist ein Erfolg - oder ein Wunder - der Natur.

Helga Kalhöfers Kartoffeln im Sack
Bild © Helga Kalhöfer

Die Kartoffeln schmecken prima, auch ohne Zutaten! Ich hatte immer einen Garten mit Nutzgarten, aber nie Kartoffeln gepflanzt. Nun habe ich mit 72 Jahren ein besonderes "Erstlings-Erlebnis" mit Kartoffeln im Sack."

Vielen Dank, Frau Kalhöfer. Sie liefern ein erfolgreiches Beispiel dafür, dass das Pflanzen von Kartoffeln im Sack funktioniert.

Sendung: hr4, hr4 - Mein Morgen in Hessen, 19.04.2018, 06:05 Uhr

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