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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Wie gehe ich mit dem Corona-Verdruss um?

Plakat in der Frankfurter U-Bahn, dass zum Tragen einer Mund-Nasen-Maske auffordert

Viele nehmen das Maskentragen inzwischen - leider - nicht mehr so ernst. Mund zu, Nase frei, das reicht. Das stört wiederum andere. Wie gehen wir am besten mit der Situation um? Wie "lernen" wir das "Ertragen" der Maske?

Persönlichkeits-Coach Leif Ahrens aus Wiesbaden erklärt das Masken-Thema so: Viele haben bisher keine direkten Berührungspunkte mit der Covid-19-Erkrankung gehabt, d. h. weder sie selbst noch jemand aus ihrem direkten Umfeld waren betroffen. Also stellt sich langsam die Frage: Warum soll ich die (lästige) Maske tragen?

Hier greift eine besondere menschliche Eigenschaft: Wir wägen ab und bewerten die Regeln. Hält man die Maßgaben für sinnvoll, hält man sich auch dran. Sieht man es aber für seine Vorstellungen als nicht sinnvoll an, versucht man die Regelung zu biegen - trägt die Maske nur noch über dem Mund - oder umgeht sie ganz, man verzichtet auf den Schutz und geht auch vielleicht zu Demos dagegen.

Masken-Akzeptanz durch Perspektivwechsel

Hier hilft es, eine andere Perspektive einzunehmen. Beim Tragen des Mund-Nasen-Schutzes geht es ja nicht darum, SICH zu schützen, sondern ANDERE vor den eigenen Aerosolen zu bewahren. Wenn ich das akzeptiere und diese Rolle annehme, dann wird das Tragen einer Maske auch nicht zu einem Problem, so Leif Ahrends. Die Maske wird quasi zum Cape für moderne Superheld*innen.

Wem seine Mitmenschen wirklich egal sind, wer partout nur auf sich schaut und keine Maske tragen will, den sollte man lassen. Hier ist "Missionsarbeit" vergebene Liebesmüh. Leif Ahrens vergleicht das mit der Autobahn: "Wenn ich mich an die Geschwindigkeitsbegrenzung von 100 km/h halte, wird es immer jemand geben, der meint, doch mit 140 an mir vorbei kacheln zu müssen."

Maske ritualisieren

Jeder hat auch ein Verständnis in sich, was man darf und was man nicht darf. Das wird durch die Corona-Krise mit rasender Geschwindigkeit über den Haufen geworfen. Vieles ändert sich schnell. Man muss sich oft neu orientieren. Doch genau das, so Leif Ahrens, liegt nicht unbedingt in der Natur des Menschen, denn er ist ein Gewohnheitstier und liebt feste Rituale.

In Asien ist das Tragen einer Mund-Nasen-Maske seit Jahrzehnten üblich, für viele ein festes Ritual, wenn sie aus dem Haus gehen. Nach Ansicht des Coaches würde es vielen leichter fallen, eine Maske zu tragen, wenn es in der Nachbarschaft einen positiven Corona-Fall gäbe. Dann würde das Aufziehen des Schutzes beim Öffnen der Tür und beim Verlassen des Hauses schnell zur Selbstverständlichkeit werden, zum eigenen Schutz. Natürlich wünscht man aber diesen Fall niemand.

Positive Dinge mit der Maske verbinden

Gut wäre auch, wenn viele einsehen, dass durch die Masken viele Dinge wieder möglich werden. Die Maske also ein positives Symbol wird, beispielsweise wenn wieder Konzerte mit Publikum - und Maske - stattfinden, wenn Fans wieder - mit Maske - ins Stadion können. Durch solche positiven Anreize erhöht sich die Akzeptanz des Mund-Nasen-Schutzes.

Einen Tipp hat Leif Ahrends noch, wie man die Lage leichter nehmen kann: Morgens nimmt man sich etwas vor, was für einem diesen Tag wichtig ist, beispielsweise geht man einkaufen, wenn es nicht so voll ist, oder fährt mit der Bahn, wenn sie nicht so voll ist. Wenn man so einen Weg findet, mit der Situation umzugehen, dann haben wir Einfluss auf sie, und das gibt ein gutes Gefühl.

Sendung: hr4, hr4 - Mein Morgen in Hessen, 26.08.2020, 06:00 Uhr

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