Kommunikations-Apps mit Videofunktion

Jeder sollte Zuhause bleiben, Großeltern dürfen ihre Enkel nicht sehen: In Zeiten von Corona und Social Distancing wird Video-Kommunikation immer wichtiger. Anbieter wie "WhatsApp", "Skype" oder "Threema" sind bekannt, doch wir verraten, welche Messenger-Dienste es sonst noch gibt.

Ein Telefongespräch kann natürlich viel Sehnsucht überbrücken, doch so manch einer würde sein Gegenüber während eines Anrufes auch gerne im Bewegtbild sehen. Wir haben Ihnen daher eine Auswahl an Messenger-Diensten zusammengestellt, bei denen dies möglich ist.

Verschiedene Messenger-Programme und ihre Vorteile

  • WhatsApp: Verfügbar für Android, iOS sowie Windows PC und macOS; Preis: kostenlos; weltweit beliebtester Messenger, gehört inzwischen dem Unternehmen Facebook. Wegen Problemen mit dem Datenschutz immer wieder in der Kritik. Ermöglicht neben Chats auch Anrufe und Videoanrufe. Gruppen-Anrufe sind möglich, sofern die Anzurufenden in Ihren Kontakten stehen. Besonderer Vorteil: Video-Anrufe sind mit bis zu vier Teilnehmern gleichzeitig möglich!
  • Skype: Verfügbar für Android, iOS, Blackberry, Nokia, Amazon Fire OS, Windows Phone, PC; Preis: kostenlos; ursprünglich als Video-Telefonie-Programm gestartet, beherrscht Skype inzwischen alle Disziplinen eines Messengers; gehört inzwischen zu Microsoft. Skype ist der Klassiker der Team-Kommunikation. Das Tool ist unter Windows uneingeschränkt per Tastatur und auch für blinde Personen nutzbar. Die Sprachqualität ist eher mittelmäßig, außerdem kommt es oft zu Verzögerungen bei der Bild-Übertragung, wodurch Sprache und Bild nicht immer synchron sind.
  • Signal: Verfügbar für Android und iOS sowie auch für Windows PC, macOS und Linux; Preis: kostenlos; unabhängiger Messenger, der von einer gemeinnützigen Stiftung entwickelt wird, die viel Wert auf Datensicherheit und Verschlüsselung legt und keine Datenkrake wie WhatsApp/Facebook ist. Ermöglicht neben Chats auch Anrufe und Videoanrufe.
  • Houseparty: Verfügbar für Android, iOS, PC; Preis: kostenlos; App ist derzeit besonders bei Jugendlichen angesagt und bietet im Vergleich zu Skype oder WhatsApp einen entscheidenden Unterschied: Man telefoniert nicht nur mit aktiv ausgewählten Bekannten, sondern auch mit Freunden von Freunden. Startet einer Ihrer Kontakte also ein Gespräch, entsteht ein virtueller "Raum", in dem auch Sie sind. Nun können Sie dieser Konversation beitreten und mitreden. Nach und nach kommen immer mehr Freunde und deren Freunde in den "Raum", so wie bei einer Hausparty eben. Für jeden, dem langweilig wird, gibt es zahlreiche Mini-Spiele, bei dem jeder mitmachen kann.
  • Telegram: Verfügbar für Android, iOS, Windows Phone sowie Windows PC, macOS, Linux; Preis: kostenlos; In Russland entwickelt, ist ein teilweise offener Messenger. Ermöglicht neben Chats auch Anrufe und Videoanrufe. Leider sind in der aktuellen Version keine Gruppen-Anrufe möglich. Auch Telegram erlaubt das Versenden von Sprach- und Video-Beiträgen. Vorteil: Telegram kann auch anonym, also ohne Sammeln von Telefonnummern, verwendet werden. Sie können einen Kanal anlegen, über den Sie Informationen verbreiten können - Interessenten müssen lediglich den Kanal abonnieren.
  • Threema: Verfügbar für Android, iOS, Windows Phone, Blackberry, Amazon Fire OS; Preis: 3,99 Euro; App eines Schweizer Entwicklers, die viel Wert auf Sicherheit legt und sehr gute Verschlüsselungen in verschiedenen Stufen anbietet.
  • Hoccer: Verfügbar für Android und iOS Preis: kostenlos; deutsche App, die keine sensiblen Nutzerdaten wie Telefonnummer oder E-Mail benötigt, und außerdem einen ortsbasierten Service anbietet, mit dem Nutzer in der Nähe kontaktiert werden können.
  • Google Duo: Verfügbar für Android, iOS und PC; Preis: kostenlos; Sprach- und Videotelefoniedienst von Google, der auch vom PC aus benutzbar ist. Alle Anrufe sind durch eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung geschützt. Duo ermöglicht es, einem Anwender ohne Google-Benutzerkonto, mit anderen Anwendern via Telefonnummer zu kommunizieren. Die Besonderheit: Gruppenanrufe (Videokonferenz) mit bis zu acht (!) Teilnehmern sind möglich und eine Anrufbeantworterfunktion für Sprach- und Videoanrufe ist vorhanden.
  • Google Messages: Verfügbar nur für Android; Preis: kostenlos; Google Messages ist das Android-Gegenstück zu iMessages und Facetime auf iOS. Es können Text-Chats, Anrufe und Video-Calls durchgeführt werden, auch Gruppen-Calls sind möglich. Das ist natürlich nur sinnvoll, wenn alle anderen Teilnehmer auch Android-Geräte haben.
  • iMessage und Face Time: Verfügbar nur für iOS; Preis: kostenlos; Auf iOS-Geräten vorinstalliertes Nachrichtenprogramm, mit dem sich iOS-Nutzer Bilder etc. zuschicken können, und das auch für den SMS-Versand genutzt wird. Arbeitet die gesamte Gruppe mit Apple-Geräten, so steht einer guten und stabilen Kommunikation nichts im Wege.
  • Facebook-Messenger: Verfügbar für Android, iOS und Windows Phone; Preis: kostenlos; Audio- und Video-Nachrichten-App des sozialen Netzwerks Facebook, bei dem man zur Nutzung ein Profil benötigt; bietet auch eine Video-Telefonie-Funktion. Allerdings ist der Facebook-Messenger auch auf aktuellen Geräten relativ träge.

Messenger-Dienste für Business-Kommunikation

  • Slack: Verfügbar für Android, iOS, Windows, mac und Linux; Preis: kostenlos; Der webbasierte Instant-Messaging-Dienst ist vor allem zur Kommunikation innerhalb von Arbeitsgruppen geeignet, also eher nicht für den privaten Gebrauch. Mit Slack können Nachrichten ausgetauscht werden, zudem wird Chatten mit Einzelpersonen oder in einer Gruppe ermöglicht. Die gemeinsame Bearbeitung von Dokumenten ist nur möglich, wenn man bei weiteren externen Diensten wie Dropbox, Google Drive oder GitHub ein Konto und eine aktivierte Anmeldung hat. Video ist nicht möglich.
  • Microsoft Teams: Verfügbar für Android, iOS, Windows, Linux; Preis: kostenlos; Plattform, die Chat, Besprechungen, Notizen und Anhänge kombiniert. Es hat ähnliche Funktionen wie Skype und ist in die Business-Version von Microsoft Office 365 integriert. Vorteil: Bei Audio-Calls können sich auch Personen per Telefon dazuschalten, die selbst kein Teams haben. In Microsoft Teams können Teams angelegt werden, zu denen Personen innerhalb oder außerhalb des Unternehmens eingeladen werden. In einem Team stehen verschiedene Kanäle (Registerkarten wie "Beiträge" oder "Dateien") zur Verfügung.
  • Zoom Cloud Meetings: Verfügbar für Android, iOS, Windows; Preis: kostenlos (Demoversion); speziell für Unternehmen entwickeltes Programm, dient zum Abhalten von Meetings und Webkonferenzen. Integrierte Tools wie ein Whiteboard sind verfügbar, Kontrolle über Maus und Tastatur können nach Belieben an andere Teilnehmer übergeben werden. Tool ermöglicht auch Versenden von Textnachrichten oder Dateien innerhalb eines Meetings, Kontakte einzuladen ist ebenfalls möglich. In der Demoversion sind nur 40-minütige Gespräche und Gruppenkonferenzen möglich, Abos starten in der Vollversion mit 13,99 Euro im Monat pro Moderator.

Das Wichtigste kurz gefasst

Audiobeitrag

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zum hr1.de Audio So funktionieren Messenger-Apps

Whatsapp
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"Messenger" sind Programme für Smartphones, mit denen man über das mobile Internet Nachrichten und vieles mehr verschicken kann. Viele Menschen benutzen mittlerweile Programme wie WhatsApp, um mit Familie und Freunden in Kontakt zu bleiben und ihnen Nachrichten, Bilder und Videos zu schicken.

Der Hauptzweck von Messenger-Programmen ist das Verschicken von Textnachrichten, analog zur SMS. Man kann kurze Sprachnachrichten aufnehmen und versenden. Der Versand von Bildern, Videos und anderen Anhängen ist völlig problemlos. Viele Apps erlauben sogar das Verschicken des eigenen Standorts. In den meisten Messengern lassen sich Gruppen anlegen, in denen mehrere Menschen gemeinsam kommunizieren können – viele Familien haben eigene Gruppen. So sind alle Familienmitglieder – unabhängig von ihrem Aufenthaltsort – auf dem neusten Stand.

Bei fast allen Messengern sieht man am Ende der eigenen Nachrichten Häkchen, die symbolisieren, ob die Nachricht abgesendet wurde, ob sie auf dem Empfänger-Gerät angekommen ist und ob der Empfänger sie auch geöffnet hat - das lässt sich bei vielen Messengern ausschalten. Nachrichten kann man nur mit den Menschen austauschen, die den selben Messenger nutzen.

Wie benutzt man einen Messenger?

Messenger lädt man im App-Store herunter, meldet sich mit Handy-Nummer oder Benutzernamen an und kann dann Nachrichten an alle schicken, die denselben Messenger benutzen. Dazu muss man entweder die Nummer oder den Nutzernamen des Empfängers kennen. Ein Sonderfall ist der Facebook-Messenger, der nur mit einem Facebook-Profil genutzt werden kann. Eine wichtige Entscheidungshilfe dafür, welchen Messenger Sie nutzen, sollte immer die Anzahl ihrer Kontakte sein, die denselben Dienst benutzen - schließlich können Sie nur mit diesen Menschen Nachrichten austauschen.

Sicherheit

Ein großer Kritikpunkt bei Messenger-Programmen war bisher die Daten-Sicherheit - da alles über das Internet verschickt wird, konnten Dritte die Nachrichten zum Teil mitlesen. Sicherheit bietet die mittlerweile weit verbreitete Verschlüsselung. WhatsApp betont, dass alle Nachrichten neuerdings Ende-zu-Ende verschlüsselt seien. Dadurch soll es fast unmöglich sein, dass andere Personen Daten im Sendeprozess abfangen und entschlüsseln können.

Was ist die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung?

"Ende-zu-Ende" bedeutet, dass Inhalte auf dem Gerät des Absenders verschlüsselt und erst beim Empfänger wieder entschlüsselt werden. Auf dem Transportweg durchs Internet und auf den Servern des jeweiligen Dienstanbieters bleiben die Daten geschützt. Würde jemand eine Nachricht unterwegs abfangen, erhielte er nur unverständlichen Datensalat. Verschlüsselt werden können grundsätzlich viele unterschiedliche Datenarten, zum Beispiel Text, Fotos und Videos. Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ist aber auch für Telefongespräche übers Internet möglich. Neben Messengern wie WhatsApp ist die Technologie vor allem bei E-Mail-Diensten verbreitet.

Es hält sich das Gerücht "Wer Bilder etc. über WhatsApp verschickt, gibt Rechte auf und WhatsApp darf damit machen, was es will" - Was ist dran?

Laut aktuellen AGBs bleiben bei verschickten Dateien alle Rechte beim Fotografen und der abgebildeten Person. Nichts werde länger als 30 Tage zwischengespeichert und nichts irgendwo veröffentlicht. Eine Ausnahme davon ist das Profilbild, das die Leute selbst zur Veröffentlichung freigeben.

Datenweitergabe von WhatsApp an Facebook

Dagegen, dass WhatsApp Daten mit Facebook teilt, kann man nichts mehr tun, wenn man WhatsApp nutzt.  Als die neuen AGBs frisch eingeführt wurden, musste man denen zustimmen – oder aussteigen. Immerhin: Man konnte 30 Tage lang deaktivieren, dass die WhatsApp-Daten für Facebook-Werbung genutzt werden dürfen. Wer also nicht schnell genug reagiert hat, hat inzwischen Pech gehabt. Nur noch ganz neue WhatsApp Nutzer haben die Möglichkeit, das zu deaktivieren – 30 Tage lang.

Sendung: hr4, hr4 - Mein Morgen in Hessen, 17.03.2020, 06:00 Uhr

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