Schwimmen
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Bewegung ist gesund und hält fit – das gilt selbstverständlich auch fürs Schwimmen. Allerdings, wer mit dem Schwimmen wirklich etwas erreichen will, muss das ernsthaft betreiben. Mit der richtigen Schwimmtechnik!

Was man beim Schwimmen beachten sollte, weiß Prof. Ingo Froboese von der Deutschen Sporthochschule in Köln. Sein wichtigster Tipp: Auf die richtige Technik kommt es an. Man sollte sich auch nicht scheuen, jemand um Rat zu fragen oder auch als Erwachsener noch einmal einen Schwimmkurs zu machen. Die Gesundheit wird es einem danken.

Was bringt Schwimmen denn überhaupt für die Gesundheit?

Prof. Ingo Froboese: Schwimmen ist eine ganz tolle Sportart, wenn man es richtig macht. Es kräftigt das Herz-Kreislaufsystem; stärkt die Lunge, trainiert das Herz, aktiviert den Stoffwechsel und fördert das Immunsystem, durch den Wasserreiz beispielsweise. Und vor allen Dingen lässt es uns im Wasser ein bisschen schweben und ein neues Körpergefühl bekommen.

Wie wichtig ist denn richtige Schwimmtechnik?

Prof. Ingo Froboese: Die richtige Technik ist die, die man kann. Das ist das Wichtigste. Aber die meisten haben ja eine Badeschontechnik. Dass heißt also "Kopf raus und so ein bisschen in den Nacken geworfen, damit bloß die Haare nicht nass werden." Das ist nicht richtig! Wenn man sich die richtigen Schwimmer anschaut, dann ist der Kopf immer im Wasser, immer in der Verlängerung des Körpers. Das ist ganz wichtig. Und vor allen Dingen arbeiten Arme und Beine so intensiv, dass sie gekräftigt werden. Also am besten richtige Technik lernen. Aber eine reicht in der Regel nicht aus, weil man schon mal wechseln sollte.

Was sind denn so die typischen Einstiegsfehler, wenn man verstärkt Einsteigen will?

Prof. Ingo Froboese: Das Problem mit dem "Kopf im Nacken". Dann der Armzug beim Kraulen: Oft ist der viel zu weit neben dem Körper und nicht unter dem Körper! Oder eben beim Rückenschwimmen hat man oft nicht die richtige Körperposition, die wirklich den Vortrieb erreicht!

Wie kann man sich das falsch Antrainierte am besten abgewöhnen?

Prof. Ingo Froboese: Man kann da nochmal in einen Schwimmverein gehen und sagen, "Hör mal, feil doch nochmal an meiner Technik". Das ist gar kein Problem. Da freuen sich die Trainer sogar sehr darüber. Das bedeutet also den Schwimmverein oder einen Bademeister fragen, der Schwimmunterricht gibt. Und sagen, "Hör mal, schau doch mal und gib mir doch mal Rückmeldung, was ich mache". Dann verbessert sich der Schwimmstil auch!

Jetzt gibt es beim Schwimmen eine sogenannte "Belastungsdosierung". Was genau ist das?

Prof. Ingo Froboese: "Belastungsdosierung" heißt, dass wenn man schwimmt, möchte man ja auch einen Effekt haben. Und dazu muss die Belastung richtig passen. Also dosiert werden! Man sollte länger an einem Stück schwimmen und nicht immer Pausen machen, nach zehn, 15 Metern! Nein! Richtig mal Bahnen hintereinander schwimmen. Und hier heißt es, dass man dann seine Herzfrequenz ein bisschen kontrollieren muss.

Was raten Sie zum Wiedereinstieg; auf was soll man alles achten?

Prof. Ingo Froboese: Man sollte natürlich erst mal ganz langsam beginnen! Denn gerade hektisches atmen, unruhiges atmen, hektisches bewegen, das ist wirklich nicht gut, weil es zu sehr anstrengt. Also ruhig mal versuchen, wieder in die Technik hineinzukommen. Auch an das Wasser wieder gewöhnen, den Kopf auch mal wieder ins Wasser legen. Atmen lernen: im Wasser, über Wasser, unter Wasser! Und wenn man das so ein bisschen beherrscht, also die Atemtechnik, die Sauerstoffzufuhr. Dann einige Bahnen versuchen wieder hintereinander zu schwimmen.

Sendung: hr4, hr4 - Mein Morgen in Hessen, 14.06.2018, 06:05 Uhr

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