Unwetter
Ein Gebäude auf freiem Feld ist bei einem Gewitter nicht unbedingt ein sicherer Unterstand, auch wenn es dort trocken ist. Bild © Pixabay

Wird man von einem Gewitter unterwegs überrascht, dann gilt: Auf den Boden kauern und die Füße zusammenstellen. Was Sie noch bei Gewitter und Starkregen beachten sollten und wie man die ungefähre Entfernung des Gewitters berechnet, erfahren Sie hier.

21, 22,... die Entfernung bestimmen

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Wenn es blitzt und donnert, möchte man natürlich gerne wissen, wie weit das Gewitter noch entfernt ist. Hat man eine Uhr oder ein Smartphone mit Stopuhr dabei, kann man diese Hilfsmittel nutzen. Hat man sie nicht greifbar, zählt man einfach vom Erscheinen des Blitzes bis zum Grollen des Donners langsam 21, 22, 23,... Eine klassische Methode, die sicherlich viele auch schon als Kind gehört haben. Aus der Anzahl der Sekunden kann man dann die - ungefähre - Entfernung errechnen. Dazu teilt man die gezählten Sekunden durch 3. Das Ergebnis gibt in etwa die Distanz zum Gewitter wieder.
Beispiel: 6 Sekunden geteilt durch 3 ergibt eine Entfernung von 2 Kilometern. Mit dieser Methode kann man dann auch erkennen, ob sich das Unwetter nähert oder verzieht.

Richtiges Verhalten bei einem Gewitter

  • Schutz suchen (am besten im Haus oder  Auto
  • Draußen: Gehockt auf den Boden kauern (möglichst in einer Senke)
  • Abstand zu anderen Personen halten
  • Raus aus dem Wasser
  • Keinen Schirm benutzen, Sportgeräte oder Werkzeuge weglegen
  • Die Nähe zu einzelnen Bäumen, Masten oder Türmen meiden
  • Weg von Fahrrad, Motorrad, Boot

Raus aus dem Wasser, weg von Bäumen

Zieht im Sommer ein Gewitter auf, so lautet die erste Verhaltensregel: raus aus dem Schwimmbad oder Badesee und rein ins Trockene. Wasser leitet Strom besonders gut. Deswegen fährt der Blitz leider auch gern durch den menschlichen Körper, denn wir bestehen ja auch zu einem Großteil aus Wasser.

Wer gerade beim Joggen im Wald ist, sollte deswegen möglichst viel Abstand zu den Bäumen halten. Denn wenn der Blitz in einen Baum einschlägt und man steht daneben, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass der Blitz auf einen selbst überschlägt. Denn der menschliche Körper leitet eben leider besser als ein Baum. Das kann noch in drei bis fünf Meter Entfernung zum Baum passieren. Übrigens: fast alle tödlichen Blitzunfälle in Deutschland passieren in der Nähe von Bäumen.

Füße zusammen und auf den Boden hocken

Man soll also am besten Abstand zu Bäumen halten. Und sich dann auf den Boden hocken und die Füße dabei schließen. Denn wenn der Blitz in der Umgebung einschlägt, kann sich der Strom in der Erde weiter verbreiten. Und wenn man dann breitbeinig steht, kann es passieren, dass der Strom von einem Fuß ins Bein hochwandert und auf der anderen Seite wieder hinunter. Und dadurch wird man meterweit durch die Luft geschleudert und kann dabei verletzt werden. Aus dem gleichen Grund sollten sich Menschen auch nicht berühren, damit der Strom nicht von einem zum anderen überspringen kann.

Schutzhütten mit Blitzableitern

2012 wurden im nordhessischen Waldeck vier Frauen in einer Schutzhütte auf einem Golfplatz vom Blitz erschlagen. Allerdings stand diese Schutzhütte in einer besonders schlechten Lage. Auf einer Anhöhe bei zwei Bäumen. Und das ohne Blitzableiter. Seitdem werden in immer mehr Schutzhütten Blitzableitern installiert, das gilt insbesondere für Golfplätze. Also im Fall der Fälle aufs Dach der Hütte schauen, ob dort eine Metallstange emporragt und eine Leitung in die Erde führt. Umgekehrt sollten Schutzhütten ohne Blitzschutz eine Warntafel haben. Wenn man sich unsicher ist, dann lieber raus aus der Hütte.

Auf freiem Feld sollte man sich am besten eine Senke suchen, sich mit geschlossen Füßen hinhocken und abwarten bis das Gewitter vorbei ist.

Der Faraday'sche Käfig - so funktioniert er

Der Faraday‘sche Käfig wurde nach seinem Erfinder, dem englischen Naturforscher Michael Faraday benannt. Dieser hatte 1836 einen Holzwürfel mit Kupferdraht bespannt, er hat also eine geschlossene Hülle aus leitfähigem Material gebastelt. Und das ist der Faraday'sche Käfig. Wenn man diese Hülle jetzt unter Strom setzt, dann geht der Strom durch die Hülle, also zum Beispiel auch durch die Autokarosserie, aber im Innenraum hast du keine elektrische Spannung.

Deshalb ist man im Auto bei Blitzeinschlag relativ sicher, sollte aber Metallteile, die mit der Karosserie verbunden sind, möglichst nicht berühren, also zum Beispiel den Türöffner. Auch Flugzeuge sind übrigens Faraday'sche Käfige, da bleibt die Elektrizität auch in der Hülle.

Cabrios und Wohnmobile

Cabrios wirken auch wie ein Faraday'scher Käfig, allerdings muss natürlich das Dach zu sein. In den Verdeck-Konstruktionen sind heutzutage Metallstangen, die den Blitzeinschlag zum Boden ableiten. Schwierig kann es dagegen bei Wohnmobilen oder Wohnwagen werden, wenn das reine Kunststoff-Konstruktionen sind. Das gibt es aber eher selten und das Fahrerhaus ist beim Wohnmobil auf jeden Fall ein sicherer Platz.

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