Äskulapnatter

Ganz viel Grün, neun Thermalquellen und etliche Wanderwege - der Kurort Schlangenbad im Rhein-Taunus-Kreis hat viel zu bieten, unter anderem auch einen ganz besonderen Einwohner, dem die Gemeinde ihren Namen verdankt.

Der Name des Ortes kommt nicht von ungefähr. Wer mit offenen Augen durch Schlangenbads Natur spaziert, kann die Namensgeberin mit etwas Glück entdecken: die Äskulapnatter. Dunkelolivbraun gefärbt und mit einer Länge von bis zu 180 Zentimetern zischelt sie sich durch die Wälder oder ist auch gern mal an dem extra angelegten Schlangenpfad unterwegs.

Angst muss man vor ihr nicht haben, die Natter, die größte Schlangeart, die es in Deutschland gibt, hat keine Giftzähne.

Schlangenbad - historische Postkarte

Standeszeichen der Apotheker

Die große Schlange hat übrigens besonders bei Apothekern und Ärzten einen guten Ruf. Sie haben die Natter sogar als Symbol für ihren Berufsstand gewählt. Benannt wurde das Reptil nach Asklepios, dem Gott der Heilkunde in der griechischen Mythologie.

"Diese Schlange unterscheidet sich von anderen Schlangen dadurch, dass sie die längste ist, die größte. Und deswegen, anders als andere Schlangen, auch Ratten fressen kann", erklärt Landschaftsarchitekt und Äskulapnatter-Fachmann Thomas Wenzler. Da Ratten auch früher schon Krankheitsüberträger waren, galt: "Wo die Schlange zu Hause ist, ist die Krankheit nicht zu Hause", so Wenzler.

Apropos Zuhause: Eigentlich lebt die Schlange eher in mediterranen Gefilden, etwa in Italien und Teilen Frankreichs. Dank der warmen Quellen fühlt sie sich aber auch rund um den Kurort im Taunus sehr wohl. Das unterirdische warme Wasser hat quasi die Funktion einer Fußbodenheizung.

Warmes Quellwasser sorgt für Entspannung

Das 27 Grad warme Quellwasser wird aber auch noch anders eingesetzt. Sowohl das Hallenbad als auch das Freibad im Ort werden täglich mit frischem Thermalwasser versorgt. "Das ist schon eine Besonderheit, die es in Deutschland nirgends mehr gibt", sagt die Leiterin der Staatsbad GmbH, Bärbel Storch.

Bereits im 17. Jahrhundert wurden die besonderen Quellen entdeckt. Sie sorgten dafür, dass sich der Hochadel und Gutbetuchte im Kurort tummelten. Der Ruf des Heilwassers ging weit über die Grenzen Deutschlands hinaus: So ließ der König von Dänemark beispielsweise 4.000 Krüge davon nach Stockholm kommen und verwendete das Wasser dort als Delikatesse in seiner Hofküche.

Blick auf Schlangenbad mit Kirche und Kurbetrieb

Ideal für Wander- und Naturfans

Schlangenbad gilt als ältestes anerkanntes hessisches Heilbad. Daneben ist der Ort ideal für Natur– und Wanderfans. Auf zahlreichen Wald- und Höhenwanderwegen gibt es einiges zu entdecken. Zum Beispiel verschiedene Felsformationen auf dem Wanderweg zur "wilden Familie" oder den erlebnisreiche Wanderweg zur romantischen Wambacher Mühle. "Das Schöne ist, die Natur hier ist so groß und so frei, hier kann man einfach Rad fahren, Wandern, Schwimmen und das alles ohne Mundschutz", wirbt Bärbel Storch für einen Besuch.

Sendung: hr4, hr4 - Britta am Vormittag, 27.04.2020, 10:00 Uhr

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