Frau schaut beim Zähneputzen auf die Wetter-App auf ihrem Tablet
Wie wird's Wetter? Der schnelle Blick auf die Wetter-App. Bild © Imago

Jeder will es wissen: Fällt der Ausflug ins Wasser, weil es regnet? Oder scheint die Sonne und ich kann den Grill anwerfen? Hier vertrauen viele dem Blick auf ihre Wetter-App auf dem Smartphone oder Tablet. Doch unser Experte rät hierbei zur Vorsicht.

Wetter-Apps dürften wohl auf keinem Handy und Tablet fehlen. Allerdings ist ihre Aussagekraft sehr beschränkt, wie unser Experte Dirk Lorenz von der Stiftung Warentest meint. Temperaturen werden in der Regel sehr zuverlässig für mehrere Tage vorhergesagt. Bei Regen sieht es allerdings anders aus. Hier gibt es große Schwankungen.

Das ist besonders dann der Fall, wenn es keine stabile Regenfront gibt, die auch auf dem Regenradar als solche zu erkennen ist. Wenn sich, wie in diesem Sommer, lokale Hitzegewitter bilden, ist das für die Apps in der Regel sehr schwer zu fassen. Auch bei den Niederschlagsvorhersagen für den aktuellen Tag schneiden die Apps gut ab, geht es aber weiter in die Zukunft und es ist keine stabile Regenfront in Sicht, dann liegen sie oft daneben.

Wettervorhersage nach "Geheimrezept"

Zwar nutzen alle App-Anbieter die verfügbaren internationalen Wetterdaten, aber jeder verarbeitet sie nach seinem "Geheimrezept", wie Dirk Lorenz es nennt. So fließen beispielsweise Erfahrungswerte aus der Vergangenheit mit ein oder örtliche Besonderheiten. So regnet es zum Beispiel vor Gebirgen immer ab. Dabei arbeiten die App-Anbieter aber nach ihren eigenen Methoden.

Besser Regenmenge statt Regenwahrscheinlichkeit

Sehr gerne sagen die Apps ja die Regenwahrscheinlichkeit voraus, aber nichts über die Regenmenge. Das findet Dirk Lorenz nutzlos. Denn es ist natürlich ein Unterschied, ob es einen heftigen Schauer, einen satten Landregen gibt oder nur einige Tropfen vom Himmel fallen. Damit können die Apps in der Regel aber nicht dienen.

Alle richtig - oder alle falsch

Wenn man mehrere Apps auf dem Handy hat und die Dienste sich bei ihren Prognosen widersprechen, kann man von einer schwierigen Wetterlage ausgehen. Die Prognose ist schwer. Tendieren alle in die gleiche Richtung, ist damit zu rechnen, dass das Wetter auch so wird. Oder, wie Dirk Lorenz schelmisch meint, es liegen alle daneben.

Amtliche Warn-Apps für Unwetter

Um sich über drohende Unwetter zu informieren, gibt es auch zwei offizielle Apps: "KATWARN" und "NINA". Neben schwierigen Wetterlagen warnen beide Apps aber auch bei Katastrophen und Gefahrensituationen, wie Großbränden oder Bombenfunden. Sie sind kostenlos.

Die App "NINA" - das ist die Abkürzung für Notfall-Informations- und Nachrichten-App - wird vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) seit 2015 betrieben. "KATWARN" wird vom Frauenhofer Institut betreut und von Behörden mit Warnmeldungen bestückt. Unwetterwarnungen kommen vom Deutschen Wetterdienst (DWD) und gelten fürs ganze Bundesgebiet. Bei den übrigen Meldungen sind noch nicht alle Bundesländer mit dabei, Hessen allerdings schon.

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