Fliegende Hummel

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Warum Lindenbäume für Hummeln zur Todesfalle werden

Jährlich findet man unter Linden haufenweise tote Hummeln. Über die Ursache wird immer wieder spekuliert, doch die Erklärung ist relativ einfach: Den Hummeln geht die Energie aus!

Vor allem in Städten ist das Phänomen zu beobachten: Unter blühenden Linden finden sich zahlreiche tote Hummeln. Trotz des - eigentlich - großen Futterangebots sterben die Tiere. Des Rätsels Lösung ist sehr einfach. Hummel legen, im Gegensatz zu Bienen, keine großen Vorräte an. Sie sind also auf die Nahrung angewiesen, die sie finden.

Die hier heimischen Sommerlinden blühen im Juni und die Winterlinden von Juni bis Juli. Danach folgt die Blüte der eingewanderten Arten und oft in Städten gepflanzten Silberlinden und Krimlinden. Auch wenn sie einen hohen Zuckergehalt in ihrem Nektar haben, reicht das nicht für die Hummeln. Denn zu der Zeit blühen insgesamt wenige andere Pflanzen und das Nahrungsangebot für Insekten ist recht überschaubar, aber alle wollen Nektar.

Da die Hummeln, wie schon gesagt, über kaum Vorräte verfügen, brauchen sie ihre Energie für die Nahrungssuche, aber das, was sie bei den Linden finden und aufnehmen, reicht nicht in der Regel mehr für den Rückflug. Entkräftung und der Tod sind die Folge.

Hummeln heiß auf Koffein

Linden sind ideale Stadtbäume, da sie recht widerstandsfähig, was das urbane Klima angeht, und anspruchslos sind, vor allem Silber- und Krimlinde. Im Gegensatz zu Bienen sind Hummeln auch etwas träge, wenn es um das Erschließen neuer Nahrungsquellen geht. Sie fliegen, im wahrsten Sinne des Wortes, auf Linden. Auch weil der Nektar Spuren von Koffein enthält.

Lindenblüten
Der Nektar von Lindenblüten enthält Koffein. Bild © Pixabay

Wie einige Forscher nachgewiesen haben, zieht Bienen und Hummel lieber zu den Pflanzen, die mit diesem besonderen "Stoff" versorgt. Und bei den Hummeln ist das auch der Fall, wenn die Lindenblüte sich dem Ende neigt und kaum noch Nektar vorhanden ist und sie selbst keine Energie mehr haben. Die Hoffnung auf Koffein führt sie in den Tod.

"Moderne" Steingärten sind Mitursache

Andererseits sorgen die Versiegelung von Flächen, trostlose Steingärten, die manchem Zeitgenossen als modern gelten, und eine geringe Anzahl an Blühpflanzen für ein kleines Nahrungsangebot für die große Anzahl an Insekten.

Hilfreich wären Flächen mit heimischen Wildblumen, die ungemäht bleiben, wo sich die Natur selbst reguliert und vermehrt. Ein bisschen mehr "Un" tät im Garten gut: Mehr Unordnung, mehr Unkraut, mehr (gärtnerische) Untätigkeit, aber auch eine größere Pflanzen-Vielfalt, weniger Mähen, weniger menschliches Eingreifen kann den Tieren - nicht nur Hummeln - helfen.

Sendung: hr4, hr4 - Mein Morgen in Hessen, 18.06.2019, 06:00 Uhr

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