Notrufnummer 112

Wenn man in einer Notlage steckt, ist die 112 oft die letzte Rettung. Doch dort landet so mancher Anruf, der alles andere als ein Notfall ist. Christopher Menges von der Leitstelle in Gießen kann einige Geschichten erzählen.

Wenn bei der 112 ein Notruf eingeht, werden die Helfer aktiv. Aber so mancher Anruf ist überflüssig und blockiert die Leitung für wirklich wichtige Fälle. In der Leitstelle in Gießen versieht Christopher Menges seinen Dienst. Er hat einige Geschichten auf Lager, wo die 112 fälschlicherweise gewählt wurde. Manche sind durchaus lustig, andere einfach nur ärgerlich.

Aufgekratzter Pickel

Ein Mann ruft in der Leitstelle an und sagt, er habe sich ganz schlimm einen Pickel am Hals aufgekratzt. Die Leitstelle schickt - gemäß den Schilderungen - den Notarzt los. Aber im Endeffekt war es nur ein aufgekratzter Pickel und der Mann konnte weiterarbeiten. Also ein überflüssiger Notruf. Das Problem für die Leitstelle: Sie müssen mit den Angaben der Anrufer umgehen und entscheiden. Und wenn es lebensbedrohlich klingt, muss der Notarzt mit Blaulicht los.

Handy-Notruf

Ein weiterer Fehlalarm: Ein Mann rief mehrmals hintereinander bei der 112 an, weil er dachte, er würde darüber die Notfall-Hotline seines Handy-Herstellers erreichen. In der Leitstelle wurde ihm immer wieder gesagt, dass es so nicht gehe, aber der Anrufer war beharrlich.

"Baum" auf der Straße

Auch die Feuerwehr muss ran, wenn sie eigentlich nicht gebraucht wird. So rief ein Mann an, ein Baum liege auf der Straße. Klar, dass der so schnell wie möglich beseitigt werden muss, um keine Unfälle zu riskieren. Ärgerlich wird es aber dann, wenn sich der Baum als Ast entpuppt, den ein Feuerwehrmann mit zwei Fingern an die Seite legen konnte.

"Hochwasser" im Keller

Hysterischer Anruf bei der Leitstelle: Der ganze Keller steht unter Wasser. Sie müssen ganz schnell kommen! Wenn der Keller dann ausgepumpt werden muss, ist die Feuerwehr die richtige Adresse, wenn ein Putzlumpen für die Pfütze reicht, ist das einfach nur ärgerlich.

Kosten werden teilweise eingefordert

Das Problem bei solchen Anrufen sieht Christopher Menges in der zunehmen Unselbstständigkeit der Leute. Die müssen eine Entscheidung treffen, die sie in diesem Moment nicht treffen können oder wollen und verlagern dann ihr Problem zur Notfall-Leitstelle. Durch solche überflüssigen Alarme entstehen auch Kosten. Teilweise werden die Anrufer dann auch zur Kasse gebeten.

Aber es gilt: Die Notfall-Nummern sind nicht zur Bespaßung da, sondern als Anlaufstelle für wirklich wichtige Notfälle gedacht.

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