Kümmel

Kümmel ist nur ein Gewürz für Kartoffeln oder Brot? Weit gefehlt! Als eines der ältesten Gewürze der Menschheitsgeschichte, bietet es unterschiedliche Möglichkeiten für Gesundheit und Wohlbefinden.

Ganz egal, ob zu Kartoffeln, Sauerkraut oder zum Handkäs‘- Kümmel gehört in jedes gut sortierte Gewürzregal und bereichert viele Rezepte durch sein intensives Aroma und hilft der Verdauung durch seine unterstützende Wirkung. Doch Kümmel kann viel mehr als das.

Kümmel als Gewürz

Kümmel ist eines der ältesten Gewürze, dessen erste Erwähnung in einem Kochbuch sich auf das 3. Jahrhundert nach Christus zurückdatieren lässt.

Die Kümmelsamen entfalten einen sehr intensiven Geschmack, wenn man sie als Ganzes, zum Beispiel im Kraut, mit kocht und sie beim Essen zerbeißt. Milder und deutlich feiner wird das Aroma, wenn man sie vor dem Kochen mahlt, oder in ein Tee-Ei gibt, das mit gekocht wird, aber vor dem Servieren wieder herausgenommen wird.

Besonders fettige Gerichte wie Eisbein oder Bratkartoffeln profitieren zusätzlich von der verdauungsfördernden Wirkung des Kümmels. Auch der in Hessen beliebte Handkäs‘ wird durch Kümmel verfeinert.

Was viele nicht wissen: Auch die Blätter des Kümmels sind essbar. Sie haben einen milden Geschmack, der häufig mit Petersilie und Dill verglichen wird – eine super Ergänzung für Suppen und Salate.

Der Unterschied zum Kreuzkümmel

Auch wenn der Name die Verwandtschaft nahe legt, sind Kreuzkümmel und echter Kümmel nicht näher verwandt. Die Pflanzen gehören unterschiedlichen Gattungen an und unterscheiden sich deshalb auch stark im Geschmack. Kreuzkümmel, der oft auch Kumin genannt wird, ist deutlich kräftiger und bitterer.

Während echter Kümmel einen festen Platz auf europäischen Speiseplänen hat, ist Kreuzkümmel häufig in Rezepten aus Indien, Südamerika, China, Nordafrika und Teilen des Nahen Ostens zu finden. Grund dafür sind die unterschiedlichen Verbreitungsgebiete der Pflanzen.

Die Kümmelpflanze kommt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum, findet sich aber durch Kultivierung heute in vielen Teilen der Erde.
Auch in Deutschland ist echter Kümmel wild zu finden. In der Regel wächst er auf trockenen Wiesen und an Straßen- und Waldrändern.

Kümmel als Superfood

Ein Teelöffel Kümmel besitzt bereits unglaubliche zwei Gramm Ballastsstoffe. Diese werden für eine regelmäßige Verdauung benötigt, können Darmgifte binden und tragen damit zur Darmgesundheit bei.

Neben Ballaststoffen, finden sich Omega-3-Fettsäuren und Omega-6-Fettsäuren in Kümmel. Die beiden Fettsäuren sind essentiell für den menschlichen Körper, denn er kann sie selbst nicht herstellen.

Zudem besteht Kümmel zu etwa 20 Prozent aus Protein und hat mit dieser Fülle an Nährwerten einen echten "Superfood"-Status verdient.

Hier versteckt sich enorme Heilwirkung

Kümmel ist als Heilpflanze bereits seit der Antike bekannt. So wussten schon die Römer, um die beruhigende Wirkung für Magen und Darm.

Auch heute noch sind Magen- und Darmerkrankungen, sowie Verdauungsbeschwerden die Hauptanwendungsgebiete für Kümmel. Die Heilwirkung hört hier aber nicht auf: Die ätherischen Öle, die aus Kümmel gewonnen werden, wirken antiseptisch, krampflösend, beruhigend und schmerzlindernd. So kann Kümmelöl bei Stress und Unruhe, aber auch bei Gelenk- und Muskelschmerzen eingesetzt werden.

Auch als Tee ist Kümmel in verschieden Bereichen einsetzbar. Pro Tasse einfach ein bis zwei Teelöffel ganze Kümmelkörner kurz aufkochen lassen und anschließend zehn Minuten ziehen lassen. Den Sud abgießen und warm trinken. Der Tee kann zweimal täglich getrunken werden. Bei längerer Anwendung sollten Sie allerdings mit einem Arzt Rücksprache halten.

Wer nach einem langen Tag einen Frische-Kick sucht, sollte mal ein Vollbad mit Kümmel ausprobieren. Geben Sie einen Liter starken Kümmeltee hinzu, der wirkt erfrischend und belebt.

Weitere Informationen

Wichtiger Hinweis

Sehr selten kann Kümmel eine allergische Reaktion auslösen.
Wenden Sie Kümmelöl nie konzentriert an, sonst könnte es zu Haut- und Schleimhautreizungen kommen.
Auch Menschen mit akutem Asthma, sollten vorab mit ihrem Arzt über die Anwendung sprechen.

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Sendung: hr4, hr4 - Mein Samstagmorgen in Hessen, 23.02.2019, 06:05 Uhr

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