Großmutter und Enkelin am Weihnachtsbaum

Klaus Hofmeister von der hr-Kirchenredaktion gibt Tipps, damit Weihnachten doch ein schönes Fest wird. Denn die zur Zeit geltenden Regelungen bieten auch eine Chance, sich Gedanken über das Ganze zu machen und vielleicht auch mal alte Zöpfe abzuschneiden.

hr1 Moderator Klaus Hofmeister

Wir stehen momentan unter einer hohen Belastung, auch wenn wir es im Trubel vielleicht nicht unbedingt so wahrnehmen. Aber was in der Psyche und in der Seele zur Zeit abgeht, ist schon außergewöhnlich. Wir dürfen uns nicht so frei bewegen, wie wir möchten. Viele haben schon auf Urlaub bzw. Urlaubsreisen verzichten müssen und jetzt kommen noch die Einschränkungen an Weihnachten dazu.

Das Weihnachtsfest wird anders und vielleicht denken wir auch im ersten Moment, dass es nicht so schön wird. Aber wir sollen nicht vergleichen! Nicht sagen, es war immer so schön. Wir haben immer in großer Runde gefeiert. Dem sollte man nicht nachtrauern. Wenn man die ganze Zeit nur den Vergleich zum Gewesenen zieht, zehrt das an den Kräften und zieht die Stimmung nach unten.

Neue Möglichkeiten gemeinsam suchen

Fragen wir doch lieber: Was ist möglich? Was kann ich/können wir machen? Bietet dieses Jahr vielleicht neue und mehr Möglichkeiten, sich auszutauschen? Werden Gespräche intensiver? Welche Arbeit und welchen Aufwand kann ich mir in diesem Jahr sparen? Daraus können ja auch ganz neue "Gewinne" entstehen.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found So feiert Hörer Wilfried Lanz aus Homberg (Ohm)

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Es ist die Frage, wie man die Dinge sieht: Ist das Glas halb LEER oder ist es halb VOLL? Zuversicht kann man lernen, wenn man beim Aufstehen sich drei Dinge nennt, für die man an diesem Tag dankbar ist. Oft fallen einem da auf die Schnelle "nur" selbstverständliche Sachen ein. Es müssen auch nicht die großen Sachen sein, sondern wir sollten auch einfach mal wieder die kleinen Dinge schätzen, die das Leben so bringt.

Traditionen und Rituale verändern

Weihnachten ist in vielen Familien von Traditionen und Ritualen geprägt. Vieles wirkt aber auch in Stein gemeißelt. In diesem Jahr heißt es aber, einige dieser Rituale loszulassen. Es gilt: Was ist möglich? Was geht? Jetzt ist eine gute Gelegenheit, auch mal alte Zöpfe abzuschneiden. Sich mal was anderes überlegen, vor allem auch, wenn man mit allen Beteiligten darüber spricht. Dieser Austausch fand oft nicht statt, aber jetzt bietet sich die Chance dazu. Und daraus entwickelt sich dann eine neue Tradition oder ein neues Ritual.

Egal wie, man sollte sich ein gutes und schönes Umfeld schaffen. Die weihnachtliche Verzauberung der Welt sollte trotzdem inszeniert und gefühlt werden.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found So wird Weihnachten bei hr4-Hörerin Brigitte Seebold aus Langenselbold

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Das Fest der Liebe, wie Weihnachten ja auch gerne genannt wird, ist in diesmal ein wirkliches Fest der Liebe. Wir schränken uns wegen der Pandemie ein, schützen durch Kontaktreduzierungen andere Menschen, die wir lieben. Das zeigt sich darin, wenn man sich selbst beschränkt, um beispielsweise der Oma den Besuch zu ermöglichen. Das ist dann die Liebe innerhalb der Familie, die den Geist von Weihnachten ausstrahlt.

Gottesdienste in Radio und Fernsehen "besuchen"

Bei den Gottesdiensten wird einiges nach draußen verlegt, unter strengen Regeln: Man muss sich anmelden, es wird nicht gesungen und natürlich muss Maske getragen werden. Es gibt auch mehr Gottesdienste im Fernsehen und Radio, beispielsweise werden in hr4 an Heiligabend sowie am ersten Weihnachtsfeiertag und zweiten Weihnachtsfeiertag Gottesdienste übertragen.

Auch der Satz, der über 100 Mal in der Bibel steht - "Fürchtet Euch nicht!" - gilt in diesem Jahr umso mehr. Es ist eine Botschaft der Hoffnung, die impliziert: Sucht nach Lösungen, schaut nach vorne, seid kreativ. Aus diesem Satz sollten aber keine Leichtsinnigkeit und keine übertriebene Angst entstehen.

Auf das Besinnliche besinnen

Sicherlich ist es für viele ein Fest der Familie, aber kirchlich gesehen ist es ein Fest der Besinnung. Das sollte man in dieser Zeit wieder bewusster tun, sich besinnen. Vielleicht bei den Gottesdienst-Übertragungen eine Kerze anzünden und in dieser ruhigen Stimmung sich auf die Worte Gottes besinnen. Wir müssen einfach was tun, was auch mit der dunklen Jahreszeit zu tun hat. Weihnachten ist ja auch ein Fest der Lichter. Ich sollte etwas tun, woran ich Freude habe. Diese Freude ist dann ein Licht in der Dunkelheit. Und wenn ich viele kleine Lichter entzünden kann, wird die Dunkelheit auch nicht mehr so schlimm.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found hr4-Hörer Harry Anecker aus Fuldabrück feiert so

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Und man kann in dieser Zeit vielleicht auch ein "Licht" für andere sein. Viele sind an den Feiertagen allein, aber es muss niemand alleine sein. Man kann die Zeit auch nutzen, für jemand ein "Engel" zu sein und für jemand anderen etwas Gutes tut. Das hat eine positive Wirkung auf die Stimmung. Und eine positive Stimmung tut allen gut.

Gottesdienste in hr4 an den Weihnachtstagen

Sendung: hr4, hr4 - Britta am Vormittag, 16.12.2020, 10:00 Uhr

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