Schneeglöckchen
Schneeglöckchen mögen weder Dünger noch viel Feuchtigkeit im Sommer. Bild © picture alliance / Silas Stein//dpa

Im späten Winter und Frühjahr wünschen sich viele Gartenbesitzer hübsche Frühblüher auf den Rasenflächen, im Sommer soll das Gras im satten Grün und möglichst ohne Moos daherkommen. Allerdings harmonieren diese beiden Wünsche nicht miteinander, sagt unser hr4-Gartendoc.

Wenn Schneeglöckchen verschwinden

Christina Müller aus Kassel fragt: Auf meiner Rasenfläche haben immer unzählige Schneeglöckchen geblüht und plötzlich kommt da nichts mehr – woran liegt das und was kann ich tun?

Und das sagt der hr4-Gartendoc: Eine Möglichkeit für das schlechtere Wachstum könnte eine veränderte Pflege sein. Wer zum Beispiel den Rasen im Sommer mit einer aufwändigen Bewässerung und einer Extra-Portion Dünger gepflegt hat, der hat die Bedingungen für die Zwiebelpflanze verschlechtert, sagt Thomas Pilgrim: "Das passt dann nicht mehr zusammen. Man muss gucken, dass die Pflanzen miteinander harmonieren."

Sein Tipp: Vor dem erneuten Aussetzen nach dem richtigen Standort Ausschau halten. Wenn eine Zierrasenfläche gewünscht ist, dann sind Schneeglöckchen die falschen Lückenfüller in der kalten Jahreszeit. Der Rasen hat andere Ansprüche als die Zwiebelpflanzen. Sie  brauchen im trockenen Sommer eine Ruheperiode und machen ihren Sommerschlaf.

Was sich die Schneeglöckchen zum Wachsen wünschen

  • Boden: Locker und humusreich
  • Standort: Nicht direkt auf einer Wiese, gerne ein sonniger Standort zwischen Gehölzen und Sträuchern
  • Setzzeit: Ende September bis November
  • Die Setzlinge: Die Zwiebeln sollten frisch und nicht ausgetrocknet sein
  • Richtig Pflanzen: Pflanztiefe 5 bis 8 Zentimeter, Abstand 10 bis 15 Zentimeter. Für eine schöne Blütenfülle mindestens fünf Zwiebelchen zusammen setzen
  • Nach der Blüte: Die Schneeglöckchen brauchen Ruhe, die Fläche nicht sofort harken oder bearbeiten
  • Vermehren: Nach der Blüte kann man die Zwiebeln teilen
  • Achtung: Schneeglöckchen sind giftig und stehen unter Naturschutz
  • Lassen sich gut kombinieren mit: Winterling, Krokus oder Garten-Alpenveilchen
Blick in die aufgeschnittene Zwiebel des kleinen Schneeglöckchens: links die Zwiebel im Sommer, voll mit Nährstoffen und rechts im Frühjahr. Die Nährstoffe wurden beim Austrieb verbraucht.
Blick in die aufgeschnittene Zwiebel des kleinen Schneeglöckchens: links die Zwiebel im Sommer, voll mit Nährstoffen und rechts im Frühjahr. Die Nährstoffe wurden beim Austrieb verbraucht. Bild © picture alliance / blickwinkel

Gut zu wissen

Ameisen lieben den Samen der Schneeglöckchen, tragen sie weg und verbreiten sie so. Deswegen tauchen die Schneeglöckchen nach einer Weile auch an Stellen auf, wo man sie gar nicht gepflanzt hat. Diese Art der Vermehrung heißt übrigens "Myrmekochorie".

Woher wissen die Schneeglöckchen, dass Frühling ist?

Schneeglöckchen müssen unbedingt Frost abbekommen, damit sie überhaupt merken, wann Frühling ist. Bei den Schneeglöckchen ist der Impuls, loszulegen, viel früher da als bei anderen Pflanzen. Deswegen stecken sie manchmal schon im Schnee die Köpfe heraus. Schneeglöckchen sind ein sicheres Zeichen dafür, dass der Frühling kommt.

Weitere Informationen

Ihre Fragen an den hr4-Garten-Doc

Haben Sie Probleme im Garten? Lassen die Blumen die Köpfe hängen, muss ein Schattenfleckchen begrünt werden oder nimmt das Unkraut überhand? Vielleicht kann Ihnen unser Experte helfen.

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Sendung: hr4, hr4 - Mein Morgen in Hessen, 23.01.2019, 06:05 Uhr

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