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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Mundspülungen helfen nur bedingt gegen Corona

Mundspülung

Unter Laborbedingungen haben Mundspülungen gegen das Corona-Virus "gesiegt". Aber das sollte man nicht überbewerten, wie unser Experte Dr. Markus Schimmelpfennig meint. Die Spülungen sind unter gewissen Voraussetzungen wirksam.

Bei Labortests der Bochumer Forschungsgruppe Molekulare und Medizinische Virologie mit handelsüblichen Mundspülungen waren diese teilweise wirksam. Sie können das Übertragungsrisiko senken. In der Pressemeldung der Ruhr Universität Bochum heißt es ganz klar: "Mundspülungen eignen sich jedoch nicht, um eine Covid-19-Infektion zu behandeln oder um sich selbst vor einer Ansteckung mit dem Virus zu schützen."

Dr. Markus Schimmelpfennig, Hygiene-Experte aus Kassel, erklärt die Wirkung der Mundspülungen so: Der Virus gelangt durchs Einatmen in den Rachenbereich und dort nistet er sich ein. Solange die Viren noch an der Oberfläche sind, wirkt die Mundspülung, sind sie aber in die Zellen im Rachenraum eingedrungen, ist sie erfolglos. Allerdings können sie später Viren abtöten, die die Zellen ausscheiden. Die Produktion, so die Bochumer Studie, hemmen sie nicht.

Bei Halsschmerzen gurgeln

Wenn man das Gefühl von Halsschmerzen hat, kann man fünf bis sieben Tage mit einer Mundspülung gurgeln, dreimal täglich. Das hat dann, so Dr. Schimmelpfennig, desinfizierende Wirkung. Danach sollte man damit aber aufhören, da dauerhaftes Gurgeln schädlich für den Mund-Rachen-Raum ist.

Die Bochumer Forscher empfehlen, dass das Gurgeln die "Viruslast kurzfristig dort senken (könnte), wo das größte Ansteckungspotenzial herkommt, nämlich im Mund-Rachen-Raum – und das könnte in bestimmten Situationen wie beim Zahnarzt oder der medizinischen Versorgung von Covid-19-Patienten nützlich sein."

Bekannte Regeln hilfreicher

Wie gesagt: Das Ergebnis beruht auf Tests im Labor in der Petrischale. Um zu sehen, wie wirkungsvoll es in der Praxis ist, bedarf es jetzt weiterer klinischer Studien an betroffenen Patientinnen und Patienten. Auch in den USA ist man auf einem ähnlichen Weg.

Für Markus Schimmelpfennig gilt weiterhin sich an die gängigen Corona-Regeln zu halten: Abstand halten, Händewaschen und Mund-Nasen-Schutz tragen.

Sendung: hr4, Mit hr4 in den Feierabend, 23.09.2020, 16:00 Uhr

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