Impfung
Für Ältere und Menschen mit einer chronischen Erkrankung ist eine Grippeschutzimpfung sehr empfehlenswert. Bild © Pixabay

Der Impfstoff ist freigegeben und bevor die erste Grippewelle kommt, sollten sich vor allem ältere und gesundheitlich angeschlagene Menschen mit dem Schutz versehen, rät der Betriebsarzt des Hessischen Rundfunks, Dr. med. André Dupin.

Bei einer Grippe handelt es sich um eine schwere Infektionserkrankung, gegen die wir aber etwas tun können. Eine Schutzimpfung ist sinnvoll, da einem die echte Grippe für zwei Wochen außer Gefecht setzt. Das gilt für junge und gesunde Menschen. Ältere und geschwächte Personen werden härter und länger davon getroffen. Sie verfügen über weniger Reserven und sind damit gefährdeter. Und jedes Jahr fordert die Grippewelle Todesopfer.

Dr. med. André Dupin
Dr. med. André Dupin ist der Betriebsarzt des Hessischen Rundfunks. Bild © hr/Daniela Sommer

Das Robert-Koch-Institut empfiehlt die Impfung für Personen über 60 Jahren, Menschen mit einem Grundleiden (z. B. chronische Leiden der Atmungsorgane, Herz- oder Kreislauf-Krankheiten, Leber- oder Nieren-Erkrankung, Diabetes oder andere Stoffwechselerkrankungen, Patienten mit schweren neurologischen Erkrankungen, Patienten mit geschwächtem Immunsystem, Schwangere) und auch wer viel mit Menschen zu tun hat, sollte sich impfen lassen, da es durch die vielen Kontakte auch viele Ansteckungsherde gibt.

Impfstoff enthält keine Erreger

Es hält sich auch die Mär, dass bei einer Grippeschutzimpfung die Erreger gespritzt werden. Das stimmt nicht. Man wird nicht dadurch immunisiert, weil man die Erreger bekommt, sondern nur Teile der Hülle. Diese Elemente reichen aus, um den Immunprozess in Gang zu setzen. Es dauert dann zwei Wochen, bis der Körper das umgesetzt hat und der Schutz voll wirksam ist. Die Immunisierung hält dann bis Mai 2019.

Die Impfung ist die beste Möglichkeit, die wir haben, um die echte Virusgrippe zu verhindern. Da der Impfstoff freigegeben ist, sollte die Impfung auch jetzt erfolgen. Und im Gegensatz zum letzten Jahr, als es zwei unterschiedliche Wirkstoffe verabreicht wurden, wird in diesem Jahr nur die wirkungsvollere Variante eingesetzt. Man hat die Lehren aus der Fehlplanung gezogen.

Meist keine großen Nebenwirkungen

Die Impfung wird in der Regel gut vertragen. Etwa jeder zehnte Patien zeigt lokale Reaktion an der Einstichstelle, etwa durch eine leichte Schwellung oder Rötung. Das sind, im Vergleich zu einer Grippe, harmlose Nebenwirkungen.

Eher seltener ist es, dass man sich nach einer Impfung matt und abgeschlagen fühlt oder sich gar die Grippesympthome, beispielsweise erhöhte Temperatur, zeigen. Die Wahrscheinlichkeit liegt bei etwa einem Prozent. Und was ist schon ein kleiner Pieks, wenn man dafür dann beruhigt durch den Winter kommt.

Wobei allerdings noch klar ist: Eine Erkältung ist keine Grippe. Vor einer Erkältung schützt die Impfung nicht.

Sendung: hr4, hr4 - Mein Morgen in Hessen, 13.09.2018, 06:05 Uhr

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