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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found hr-Betriebsarzt empfiehlt Grippeschutzimpfung

Impfung

Der Impfstoff ist freigegeben und bevor die erste Grippewelle kommt, sollten sich vor allem ältere und gesundheitlich angeschlagene Menschen mit dem Schutz versehen, rät hr-Betriebsarzt Dr. med. André Dupin. Wegen Corona sollten auch Kinder geimpft weden.

In diesem Jahr steht nicht nur die Grippe an, in diesem Jahr spielt auch Corona eine Rolle. Die Grippewelle belastet saisonal immer wieder das Gesundheitssystem, doch das ist bisher kein Problem. Doch unter der aktuellen Situation besteht die Gefahr, dass die Grenzen erreicht werden. Da beide Krankheiten ähnliche Sympthome und Verläufe haben, muss zur Feststellung der genauen Erkrankung getestet werden. Und diese Tests belasten das Gesundheitssystem.

Wie der Körper auf eine gemeinsame Infektion mit Grippe und Covid-19 reagiert, kann noch nicht vorhergesagt werden. Da es aber Mittel gegen die Grippe gibt, sollte geimpft werden.

Die Landesärztekammer empfiehlt, dass nicht nur die bekannten Risikogruppen sich gegen die Grippe impfen lassen, sondern auch Kinder in diesem Jahr geschützt werden. Kindergärten und Schulen sind beliebte Orte, wo sich Infektionsherde bilden und Krankheiten ausbreiten. Durch eine Grippeschutzimpfung kann das eingedämmt werden. Auch für Personengruppen mit viel Kundenkontakt rät Dr. André Dupin zur schützenden Spritze.

Grippeschutz vor allem für Ältere

Bei einer Grippe handelt es sich um eine schwere Infektionserkrankung, gegen die wir aber etwas tun können. Eine Schutzimpfung ist sinnvoll, da einem die echte Grippe für zwei Wochen außer Gefecht setzt. Das gilt für junge und gesunde Menschen. Ältere und geschwächte Personen werden härter und länger davon getroffen. Sie verfügen über weniger Reserven und sind damit gefährdeter. Und jedes Jahr fordert die Grippewelle Todesopfer.

Dr. med. André Dupin

Das Robert-Koch-Institut empfiehlt die Impfung für Personen über 60 Jahren, Menschen mit einem Grundleiden (z. B. chronische Leiden der Atmungsorgane, Herz- oder Kreislauf-Krankheiten, Leber- oder Nieren-Erkrankung, Diabetes oder andere Stoffwechselerkrankungen, Patienten mit schweren neurologischen Erkrankungen, Patienten mit geschwächtem Immunsystem, Schwangere) und auch wer viel mit Menschen zu tun hat, sollte sich impfen lassen, da es durch die vielen Kontakte auch viele Ansteckungsherde gibt.

Impfstoff enthält keine Erreger

Es hält sich auch die Mär, dass bei einer Grippeschutzimpfung die Erreger gespritzt werden. Das stimmt nicht. Man wird nicht dadurch immunisiert, weil man die Erreger bekommt, sondern nur Teile der Hülle. Diese Elemente reichen aus, um den Immunprozess in Gang zu setzen. Es dauert dann zwei Wochen, bis der Körper das umgesetzt hat und der Schutz voll wirksam ist. Die Immunisierung hält dann etwa bis April/Mai 2021.

Die Impfung ist die beste Möglichkeit, die wir haben, um die echte Virusgrippe zu verhindern. Da der Impfstoff freigegeben ist, sollte die Impfung auch jetzt erfolgen.

Meist keine großen Nebenwirkungen

Die Impfung wird in der Regel gut vertragen. Etwa jeder zehnte Patien zeigt lokale Reaktion an der Einstichstelle, etwa durch eine leichte Schwellung oder Rötung. Das sind, im Vergleich zu einer Grippe, harmlose Nebenwirkungen.

Eher seltener ist es, dass man sich nach einer Impfung matt und abgeschlagen fühlt oder sich gar die Grippesympthome, beispielsweise erhöhte Temperatur, zeigen. Die Wahrscheinlichkeit liegt bei etwa einem Prozent. Und was ist schon ein kleiner Pieks, wenn man dafür dann beruhigt durch den Winter kommt.

Wobei allerdings noch klar ist: Eine Erkältung ist keine Grippe. Vor einer Erkältung schützt die Impfung nicht.

Sendung: hr4, hr4 - Mein Morgen in Hessen, 10.09.2020, 06:00 Uhr

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