Perlschlauch

Eine der leidigsten Aufgaben im Sommer ist es, die Pflanzen, vor allem wenn es trocken ist, mit Wasser zu versorgen. Klassisch nimmt man die Gießkanne oder spritzt mit dem Schlauch. Doch es gibt eine sparsame Alternative.

Im Sommer stellt sich die Frage, wie kann man die Pflanzen im Garten am besten mit Wasser versorgen. Gießkanne schleppen ist mühsam. Beim Spritzen mit dem Schlauch oder beim Einsatz eines Beregners, auch als Rasensprenger bekannt, geht viel Wasser verloren. Außerdem verdunstet weniger Wasser und die Tropfen auf den Blättern sorgen nicht für Verbrennungen. Unser Garten-Experte Thomas Pilgrim rät zu einem anderen System: einem Tropf- oder Perlschlauch.

Damit lässt sich sparsamer Gießen: Das Tragen der Gießkanne entfällt, Gehwege werden nicht "gegossen", man ist zeitunabhängig und das Wasser gelangt dorthin, wo es soll. Hilfreich ist hierfür eine Zeitschaltuhr. Damit muss man das Gießen nicht mehr selbst übernehmen und kann die Wassergabe auch zu sinnvollen Zeiten, morgens und abends, einstellen.

Rasensprenger

Im Grunde nur Vorteile

Perl- und Tropfschläuche sind für die Bewässerung die otimale Lösung. Für sie spricht:

  • eine gleichmäßige und schonende Bewässerung
  • Pflanzen oder Pflanzenteile können nicht durch den Wasserstrahl abknicken
  • die Wurzeln werden nicht durch den Wasserstrahl freigespült
  • das Wasser gelangt direkt in den Boden, beim optimalen Einsatz sind Wassereinsparungen von bis zu 70 Prozent möglich
  • die stetige Bewässerung verhindert ein Austrocknen der Erde
  • mit einer Zeitschaltuhr ist eine unabhängige Bewässerung möglich

Der größte Nachteil eines solchen Bewässerungssystem ist, dass man vergisst, das Wasser abzudrehen, wenn man mit einer Zeitschaltuhr arbeitet. Die Wassereinsparung macht man allerdings zunichte, wenn man zur falschen Zeit wässert. Der Boden sollte kalt sein, ist er noch zu warm, verdunstet anfangs zu viel Wasser.

Verschiedene Systeme

Bei dem Tropf- oder Perlschlauch tritt Wasser langsam durch den Schlauch aus. Der Perlschlauch ist quasi porös, beim Tropfschlauch gibt es Öffnungen in regelmäßigen Abständen, durch die das Wasser in die Erde gelangt. Man kann die Schläuche auf die Erde legen oder eingraben. Beim Eingraben muss man aber auf den Untergrund achten. Ist die Erde zu fein, kann sie die Löcher verstopfen. Der Tipp unseres Experten: Thomas Pilgrim verlegt den Schlauch auf der Erde, deckt ihn aber mit Mulch ab. Damit das Verdunsten eingedämmt.

Tropfschlauch

Ein Problem stellt der Kalkgehalt im Wasser dar. Ist es zu hart, kann es mit der Zeit zur Verstopfung führen und der Schlauch muss entkalkt werden. Das spricht auch für den Tipp von Thomas Pilgrim, den Schlauch nicht zu vergraben. Außerdem vermeidet man so eher Beschädigungen bei Gartenarbeiten. Wer einen neuen Rasen anlegt, kann natürlich schon gleich beim Verlegen einen Perl- oder Tropschlauch mit einarbeiten.

Handhabung

Die Verlegung ist in der Regel recht einfach, vor allem dann, wenn man den Schlauch oberirdisch verlegt. Unterirdisch ist es etwas mehr Aufwand, da man graben muss. Oberirdisch hat den Vorteil, dann man den Garten flexibel bewässern kann. Ansonsten ist noch der Wasserdruck wichtig: Zwischen 0,1 und 0,5 bar liegen, je nach Hersteller, die Vorgaben. Hier auf jeden Fall auf die Anleitung schauen. Den richtigen Druck hat man dann erreicht, wenn auch auf dem letzten Meter des Schlauches gleichmäßig Wasser kommt.

Die Verlängerung eines Schlauches macht normalerweise keinen Sinn. Aus einem 50-Meter-Schlauch mit einem weiteren eine Länge von 100 Metern zu bewässern wird nicht funktionieren. Bis zum Ende kommt das Wasser nicht mehr. In dem Fall ist weniger mehr.

Sendung: hr4, hr4 - Mein Morgen in Hessen, 30.06.2020, 06:00 Uhr

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