Kräuter

Frische Kräuter gehören in die gute Küche; das ist klar. Unser Experte Konstantin März gibt Tipps, worauf man beim Kauf von Basilikum, Thymian und Co. achten sollte und wie man sie erfolgreich zuhause kultiviert!

Geschmackvoll und schön, aber wenig robust: Kräuter werden für den raschen Verbrauch produziert

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Unser Experte

Konstantin März, Master der Landschaftsarchtitektur, Kassel

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Topfkräuter werden für den direkten "Verbrauch" produziert. Die Pflanzen werden meist möglichst schnell in klimatisierten Gewächshäusern mit gedüngtem Gießwasser oder in Hydrokulturen herangezogen. Vor allem beim Basilikum – aber auch bei anderen Kräutern - kommen dabei Sorten zum Einsatz, die möglichst schnell viel Masse produzieren, aber nicht unbedingt robust sind. Dadurch bekommt man optisch schöne und teilweise auch geschmackvolle Pflanzen, die jedoch nicht besonders widerstandsfähig sind und keinerlei Nährstoffe in ihren Töpfen mitbringen. Dies ist eigentlich auch nicht nötig, weil gar nicht vorgesehen ist, dass die Pflanze weiterwächst.

Darauf sollte man beim Kauf achten

Die Pflanzen sollten allgemein gesund aussehen. Sind ihre Blätter teilweise gelb, weist dies auf Licht- bzw. Nährstoffmangel hin. Das kann bedeuten, dass sie schon recht lange im Laden stehen und nicht mehr allzu vital sind. Dann sollte man vom Kauf Abstand nehmen. Ein weiteres häufiges Problem ist auch, dass sehr eng ausgesät wird und deshalb auch die Pflänzchen eng im Topf stehen und zudem in Kunststofffolien eingepackt sind. Wenn sie nun auch noch zu üppig gewässert wurden, d.h. das Pflanzsubstrat zu nass ist, neigen sie, bedingt durch die blockierte Luftzirkulation, im unteren Bereich zur Schimmelbildung. Häufig verfaulen auch die Wurzeln.

Eine Kräuterschale bepflanzen: Diese Kräuter passen gut zusammen und "mögen sich" - Darauf sollte man beim Bepflanzen achten

Gute Pflanzenkombinationen ergeben sich in der Regel aus ihrem bevorzugtem Standort.

  • Mediterrane Kräuter wie Thymian, Salbei, und Rosmarin aber auch der heimische Oregano mögen vollsonnige Plätze und einen eher durchlässigen und trockenen Boden.
  • Sauerampfer und Liebstöckel mögen es zwar ebenfalls sonnig, vertragen aber Trockenheit nicht allzu gut.
  • Auch das Wuchsverhalten bzw. den Platzbedarf sollte man beachten. Thymian bleibt recht kompakt, Minze wuchert sehr stark. Daher sollte man Minzen immer "einzeln halten".
  • Auch die Winterhärte ist ein Thema. Rosmarin und Majoran sind in der Regel nicht winterhart und sollten frostfrei, kühl und hell überwintert werden. Andere Kräuter wie Minze vertragen unsere Winter sehr gut bzw. benötigen diese Ruhepause sogar zwingend und würden im Haus eingehen. Bei starkem und lang anhaltendem Frost sollte man aber auch die an sich winterharten Pflanzen etwas schützen.
  • Die Pflanzgefäße sollten pro Pflanze ca. 5-10 Liter Volumen haben. Ein 80 cm Blumenkasten hat ca. 20 Liter Inhalt und eignet sich für 2–4 Pflanzen.
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Diese Kräuter passen gut zusammen

Eine mögliche Kombination hierfür wäre z.B. jeweils eine Thymian-, Oregano- & Salbeipflanze. Hat man aber Platz, so sollte man Kräuter lieber einzeln in Töpfe pflanzen. Dabei hat sich eine Topfgröße von 10-20 Litern bewährt. Sie entwickeln sich dann einfach besser und man kann individuell auf die Bedürfnisse der einzelnen Pflanzen eingehen.

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Und so kultiviert man die Kräuter erfolgreich

Wenn man einen abgeernteten Kräutertopf nach dem Kochen zur Hand hat, lohnt sich bei langlebigen Kräutern wie Thymian, Salbei, Rosmarin, Oregano oder Minze durchaus der Versuch, diese weiter zu kultivieren. Spielt man jedoch mit dem Gedanken sich Pflanzen für den Balkon oder den Garten zu besorgen, sollte man auf Pflanzen aus einer Gärtnerei zurückgreifen und von den Kräutertöpfen im Discounter Abstand nehmen.

Zitat
„Wenn man die Bedürfnisse seiner Pflanzen kennt, bekommt man alles zum Wachsen. Der häufig zitierte 'Grüne Daumen' ist nicht angeboren, sondern eine Mischung aus Neugier, Experimentierfreudigkeit und regelmäßiger Beschäftigung mit den Pflanzen.“ Zitat von Konstantin März
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Zum Kultivieren gilt als erstes: Umtopfen, um sie mit frischen Nährstoffen zu versorgen. Die verwendete Erde sollte man nach der Pflanzenart auswählen. Als Erde eignet sich normale Blumen- bzw. Kräutererde. (Kräutererde kann man selbst herstellen indem man Blumenerde mit 30 Prozent Quarzsand mischt.) Jedoch sollte man auf hochwertige "Markenerde" zurückgreifen. Für mediterrane Kräuter wie Thymian, Salbei, Rosmarin, Majoran etc. sollte man Kräutererde verwenden, da sie nur recht wenig Nährstoffe benötigen, für alles andere reicht normale Blumenerde. Außerdem sollte man Kräuter, die sehr dicht stehen (bei Basilikum und Petersilie stehen häufig mehrere Dutzend Pflanzen in einem Topf) teilen. Aus einem Topf Basilikum kann man leicht vier machen. Zum Wässern gibt es verschiedene Meinungen. So z.B. die Faustregel, dass man pro Tag 10 Prozent des Topfvolumens als Wasser gießen sollte. Dies ist stark vereinfacht, da der Wasserbedarf einer Pflanze sehr vom Wetter abhängt. Hier gilt beobachten und lernen. Auch sollte man seine Pflanzen von Zeit zu Zeit düngen. Frisch getopfte Pflanzen muss man die ersten acht Wochen gar nicht düngen. Danach kann man auf einen handelsüblichen Bio-Kräuterdünger zurückgreifen, sollte sich aber tunlichst an die Dosieranleitung halten.

Und jetzt wird geerntet! Aber wo genau schneidet man ab?

Kräuter

Wie man Kräuter erntet, hängt vom Kraut ab. Schnittlauch und Petersilie werden knapp über dem Boden abgeschnitten, da sie sich aus der Wurzel regenerieren. Krautige Pflanzen, wie Minze oder Basilikum nicht zu tief und immer knapp oberhalb eines Blattpaares abschneiden. So behält die Pflanze genug Blattmasse, um weiter Photosynthese betreiben zu können. Bei verholzenden Kräutern wie Thymian, Salbei oder Rosmarin, nur die jungen Triebspitzen ernten und nicht bis ins "alte Holz" schneiden. Schneidet man zu tief, treibt die Pflanze oftmals nur sehr langsam oder gar nicht mehr aus.

Sendung: hr4, hr4 - Mein Morgen in Hessen, 20.12.2018, 06:05 Uhr

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