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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found hr4-Moderator Jascha Küllmer stoppt Unfallflüchtigen

Jascha Küllmer zeigt, wo der Aufprall war

Nichts ahnend stand Jascha in Kassel an einer Ampel. Da kam es zu einem Zusammenprall. Der schuldige Fahrer flüchtete, Jascha nahm die Verfolgung auf und stoppte ihn. Das ist durchaus erlaubt.

Jascha Küllmer steht mit seinem Wagen an einer Ampel in Kassel. Die Straße ist leicht ansteigend. Plötzlich rollt das Auto vor ihm rückwärts. Schnell drückt der hr4-Moderator auf die Hupe, aber der Fahrer reagiert nicht und es kommt zum Aufprall. Doch statt anzuhalten, auszusteigen und zu schauen, was passiert ist, gibt der Fahrer Gas, da die Ampel inzwischen auf Grün gesprungen ist.

Was macht man in diesem Fall? Jascha hat sich dazu entschieden, dem Unfallverursacher nachzufahren. Als es die Straßen- und Verkehrsverhältnisse erlauben, die Straße ist zweispurig, überholt er das Fahrzeug vor ihm, stellt sich dann so, dass beide Fahrspuren blockiert sind und macht den Warnblinker an. Dann spricht er den Fahrer an. Beide fahren auf einen Parkplatz und regeln alles: Sie schauen sich die Fahrzeuge an und tauschen die Daten aus. Was schon mal gut ist: Optisch sieht man nichts.

Der anschließende Besuch in der Werkstatt bestätigt den Eindruck. Die Mechaniker können keinen Schaden feststellen. Sie meinen, dass die modernen Fahrzeuge so gebaut sind, dass bei so einem leichten Zusammenstoß keine großen Schäden entstehen.

Darf man einen Unfallfüchtigen stoppen?

Zitat
„(1) Wird jemand auf frischer Tat betroffen oder verfolgt, so ist, wenn er der Flucht verdächtig ist oder seine Identität nicht sofort festgestellt werden kann, jedermann befugt, ihn auch ohne richterliche Anordnung vorläufig festzunehmen. Die Feststellung der Identität einer Person durch die Staatsanwaltschaft oder die Beamten des Polizeidienstes bestimmt sich nach § 163b Abs. 1.“ Zitat von § 127 Strafprozessordnung
Zitat Ende

Jetzt stellt sich natürlich die Frage: Ist das rechtlich erlaubt, was Jascha gemacht hat? "Ja", sagt Polizeihauptkommissar Matthias Mänz, Leiter der Pressestelle der Kasseler Polizei. Das unerlaubte Entfernen vom Unfallort ist eine Straftat. Ich als Privatperson darf, wenn ich dabei niemand gefährde, einen Täter stellen und bis zum Eintreffen der Polizei festhalten. Rechtlich ist das durch § 127 StPO abgesichert.

Die Verfolgung ist auf jeden Fall eine Maßnahme. Matthias Mänz rät aber, sich auf jeden Fall das Kennzeichen zu notieren und die Person am Lenkrad möglichst gut zu beschreiben. Denn für den Unfall ist nicht der Halter des Pkw verantwortlich, sondern die Person hinterm Steuer. Das sind wichtige Informationen für die Polizei bei einer Unfallflucht.

Optimal ist, wenn die Polizei die flüchtige Person noch im Wagen antrifft und somit die Täterschaft eindeutig klären kann. Deshalb ist der Kontakt mit der Polizei bei der Verfolgung hilfreich. Über das Kennzeichen können sie den Halter, aber nicht unbedingt die fahrende Person ermitteln.

Fahrerflucht selbst vermeiden

Gerät man selbst mal in die Situation ein parkendes Auto anzudotzen, bitte nicht auf das Glück vertrauen und einfach abhauen. Hier heißt es dann: Warten!

Ein Zettel an der Scheibe reicht allein nicht. Auf dem Zettel müssen Name und eine Kontaktmöglichkeit stehen. Beim Warten heißt es nur "eine angemessene Zeit" vor Ort zu sein. Wie lange das ist, ist aber leider nicht genau festgelegt. Es gibt da unterschiedliche Urteile mit unterschiedlichen Zeiten zu. Hier kommt es auch auf die Tageszeit an. Wie Mattias Mänz anmerkt, ist nachts nicht unbedingt damit zu rechnen, dass jemand "demnächst" zu dem Wagen kommt. Also kann man sich früher entfernen.

Da das aber eine Grauzone ist, rät der Polizeibeamte dazu, sich mit einem Anruf bei der 110 (wenn man die Nummer der zuständigen Polizeiwache hat, ist das besser) abzusichern. Die Polizei hilft dann mit Tipps, wie man sich in diesem Fall verhalten soll.

Sendung: hr4, hr4 - Mein Morgen in Hessen, 29.09.2020, 06:00 Uhr

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