Zwei Frauen sitzen am Esstisch und gucken jeweils auf ihr Handy.

Die meisten Menschen haben ein Smartphone. Die kleinen Geräte sind echte Alltagshelfer. In vielen Fällen lösen sie sogar Probleme. Sie können diese aber nicht nur lösen, sondern auch auslösen.

Das Handy ist ein ständiger Begleiter von uns. So beständig, dass es auch in Gesprächen oftmals nicht weggesteckt oder sogar extra aus der Tasche geholt wird. Das kann das Gegenüber schon einmal nerven, wenn der Blick nicht auf die Augen, sondern immer wieder auf den Bildschirm gerichtet ist. Die stetige Erreichbarkeit und die Angst davor, etwas zu verpassen, verleiten uns dazu, unser Umfeld weniger wahrzunehmen.

Was macht digitale Reizüberflutung mit uns?

Der Messenger blinkt auf, neue Mails kommen rein und die abonnierten Nachrichtenkanäle senden, was das Zeug hält. Und das alles manchmal sogar zeitgleich. Aber nicht nur an der Arbeit, auch im Alltag löst die mediale Überlastung Stress bei uns aus. Die Überflutung macht unsere Augen müde – und unseren Körper.
Der Medienpsychologe Professor Dr. Leonard Reinecke nennt folgende Symptome des digitalen Stresses:

  • Ruhephasen fehlen
  • ständige Erreichbarkeit löst Stress aus
  • Ablenkung
  • weniger Konzentration für unser Umfeld

Dazu kann es zu Konflikten oder Abneigung kommen, sollte man während des Gesprächs im Freundeskreis oder gar beim Candle-Light-Dinner das Smartphone nicht aus dem Blickfeld lassen.

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Unser Experte

Medienpsychologe Professor Dr. Leonard Reinecke

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Langzeitfolgen durch Sucht?

Die Langzeitfolgen der Handynutzung sind natürlich noch schwer abzuschätzen, dennoch ist das Problem überschaubar und handhabbar, meint Prof. Dr. Reinecke. Wie viele andere neue Probleme, mit denen der Mensch klarkommen muss, ist auch das eines, mit denen er umzugehen lernen wird.

Mehr Gewohnheit als Sucht

Die Abhängigkeit oder Sucht, die manch einem bewusst wird, wenn er mal in die Hosentasche nach dem Handy greift, obwohl es sich gerade gar nicht da befindet, muss nicht zwingend als Sucht interpretiert werden. Es handelt sich hierbei bei den meisten Nutzern eher um eine Gewohnheit – eine schlechte zwar, aber eben eine Gewohnheit, so Prof. Dr. Reinecke.

Wie viele gute Gewohnheiten gibt es auch einige schlechte und dazu gehört eben die, unüberlegt mit dem Smartphone umzugehen. Vielleicht ist es für jeden Handybesitzer besser, einfach mal abzuschalten.

Sendung: hr4, hr4 - Mein Morgen in Hessen, 31.10.2019, 09:00

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