ordentlich gedeckter Tisch
Alle Sachen auf dem Tisch müssen absolut exakt liegen. Über eine solche Macke kann man aber gut hinwegsehen. Bild © Colourbox.de

Psychologe Werner Gross empfindet Macken und Marotten als positiv. Er hat uns erklärt, warum wir sie entwickeln und weshalb sie wichtig sind.

Warum entwickeln wir Macken?

Macken sind meistens Übersprunghandlungen. In Momenten, in denen wir gestresst sind, wird auf diesem Weg überflüssige Energie abgebaut. Manche zwirbeln ihre Haare, andere wippen mit dem Fuß. Dadurch können wir uns wieder sammeln und beruhigen uns. Auch Langeweile wird durch Marotten überbrückt. Wer als Kind schon an den Nägeln gekaut hat, wird dies als Erwachsener mit hoher Wahrscheinlichkeit weiterhin tun. Marotten modifizieren und festigen sich mit der Zeit.

Haben Macken auch ihr Gutes?

Zitat
„Es sind kleine Rituale, die dem Leben Struktur und Ordnung geben.“ Zitat von Werner Gross
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Die meisten Macken sind absolut liebenswert. Es handelt sich um Kleinigkeiten, die Mitmenschen nicht stören. Vor allem wenn zwei Personen in einem guten Verhältnis zueinander stehen, werden Eigenarten toleriert und auch oft übersehen. Ein Spleen hilft, unklare Situationen zu strukturieren und macht das Leben scheinbar kontrollierbar. Wenn jemand nur an einem symmetrisch eingerichteten Schreibtisch arbeiten kann, gibt es dieser Person Struktur. Sie fühlt sich wohler und andere werden davon nicht beeinträchtigt.

Was kann ich gegen meine Marotten tun?

Die Frage ist, ob ich überhaupt etwas gegen meine Macken unternehmen möchte. Oft sind sie sympathisch und müssen nicht abgelegt werden. Stört es jedoch eine wichtige Person, kann man versuchen, es einfach zu lassen. Der Teppich im Wohnzimmer sieht schön aus, auch wenn nicht alle Fransen in die gleiche Richtung gekämmt wurden. Gehen Sie es entspannt an und setzen Sie sich kleine Ziele. Zu Beginn zum Beispiel einmal die Woche und steigern Sie sich langsam, bis Sie es ganz geschafft haben.

Ab wann ist eine Marotte krankhaft und sollte behandelt werden?

Problematisch wird eine Marotte dann, wenn er zu einer Zwangsstörung wird. Wer nachts nicht schlafen kann, weil er alle halbe Stunde prüfen muss, ob die Tür wirklich abgeschlossen ist, sollte einen Arzt aufsuchen. Sobald ein massiver Leidensdruck entsteht (ob für einen selbst oder den Partner/die Partnerin), sollte Hilfe von außerhalb geholt werden. Macken sind so lange kein Problem, bis sie selbstschädigend werden.

Auch Promis haben so manche Marotte vorzuweisen. In unserer Bildergalerie können Sie herausfinden, welche Helene Fischer, Mireille Mathieu oder Alfred Hitchcock haben.

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Sendung: hr4, hr4 - Mein Samstagmorgen in Hessen, 09.02.2019, 06:00 Uhr

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