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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Diätwahn: Jo-Jo-Effekt, einseitige Ernährung und Geldmacherei

Haben Sie sich schon mal einer Diät unterworfen und das Ergebnis entsprach nicht Ihren Vorstellungen? Kein Problem. Lehnen Sie sich beruhigt zurück und lesen Sie!

1. Der Jo-Jo schlägt zu

Der Jo-Jo-Effekt existiert. Er ist der negative Nebeneffekt einer schnellen Gewichtsabnahme. Gerade bei wiederholten Diäten kann sich das Körpergewicht wie ein Jo-Jo bewegen und oft ist das Endgewicht höher als das Startgewicht. Warum ist das so? Was möchte der Körper damit bezwecken? Die Erklärung ist einfach: Der Körper bekommt wenig Energie. Das "Energiesparkonzept“ dient als Überlebensstrategie. Das Sparprogramm setzt vor allem an den Muskeln an. Irgendwann machen wir mit den alten Gewohnheiten weiter. Jetzt ist der Energieverbrauch geringer und die Gewichtszunahme bei gleichem Lebensstil und alten Ernährungsgewohnheiten vorprogrammiert.

2. Diäten sind oftmals einseitig

Eine Diät ist keine Ernährungsumstellung. Sie ist eine besondere Kostform, in der sich Lebensmittelmengen, Lebensmittelauswahl, Nährstoffrelationen, Mahlzeitenfrequenzen von den üblich empfohlenen abweichen. Es ist eine Ernährung, die für eine bestimmte Zielgruppe oder für einen Personenkreis sinnvoll sein kann; beispielsweise für Menschen mit Stoffwechselstörungen oder Nierenerkrankungen. Sie kann einseitig sein zum Beispiel bei ausgeprägten Allergien oder Magen-Darm-Erkrankungen.

Die meisten Diäten, die ausschließlich zur schnellen Gewichtsreduktion angeboten werden, sind einseitig und können zu Nährstoffdefiziten und körperlichen Problemen führen. Die Risiken von Nahrungsergänzungsmitteln, die dazu gelegentlich angeboten oder einfach eingenommen werden, sollten nicht unterschätzt werden!

3. Gesundheitliche Risiken durch Diät oder Fasten

"Diät" als Crashdiät mit dem Ziel Gewichtsreduktion ist generell ungeeignet. Fasten im Rahmen einer "Nulldiät" ist letztendlich die maximale Steigerung davon. Grundsätzlich sollten Gewichtsreduktionen unabhängig von der Kostform und Fasten nur unter ärztlicher und ernährungswissenschaftlicher Begleitung oder zumindest nach vorheriger Sicherstellung eines guten Gesundheitszustandes durch den Arzt erfolgen. Schwangere, Stillende, Kinder, Jugendliche und natürlich auch chronisch Kranke sollten nicht fasten. Ob und welche Diät für wen geeignet ist, das müssen Arzt und zertifizierte Ernährungswissenschaftler in Kooperation abstimmen.

Fasten ist für den Körper Stress. Es kommt zur Erhöhung des Cortisolspiegels mit ungünstigem Einfluss auf Immunsystem und Stoffwechselvorgänge. Weitere Folgen können Hypoglykämien (Unterzuckerungen), Elektrolytverschiebungen mit Herzrhythmusstörungen sein. Intravasale Volumenverschiebungen können zu Blutdruckabfällen und Kreiszusammenbrüchen führen. Wenn es zur Ketonkörperbildung kommt, dann wird die Harnsäureausscheidung gehemmt und Gichtanfälle und Nierensteine können die Folge sein.
Besonders gefährdet sind: Blutdruckpatienten, Patienten mit Arteriosklerose, Menschen mit metabolischem Syndrom und Menschen mit Vorerkrankungen. Auch Personen mit Essstörungen sind gefährdet.

Weitere Informationen

Professionelle Begleitung erforderlich

Sich positiv auswirken und ein Einstieg in eine Lebensstiländerung kann das proteinmodifizierte Fasten sein, wenn es in interdisziplinär, ärztlich und ernährungswissenschaftlich geführt wird. Es sollte anschließend in eine längerfristige fachliche Begleitung zur Gewichtsreduktion eingebettet sein.

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4. Essstörungen

Essstörungen liegen multifaktorielle Ursachen zu Grunde. Es gibt in vielen Fällen Auslöser, die Hintergründe sind vielschichtig und individuell. Fasten kann ein Auslöser sein, wenn beispielsweise eine Depression und/oder eine Zwangsstörung vorlagen. Fasten kann eine Essstörung auch verstärken und dann je nach Art der Essstörung lebensbedrohlich werden.

5. "Verbote kreisen im Kopf herum wie rosa Elefanten"

Sylvia Becker-Pröbstel
Unsere Expertin: Öcotrophologin Sylvia Becker-Pröbstel, Bad Vilbel Bild © Eugen Sommer

Auf die Frage, ob man durch den Verzicht auf bestimmte Lebensmittel tatsächlich schlank wird oder bleibt, sagt Sylvia Becker-Pröbstel, das sei völlig aus der Luft gegriffen: "Wir dürfen alles essen und es gibt auch keine Verbote, denn die kreisen ja wie rosa Elefanten ständig im Kopf herum."



Sendung: hr4, hr4 - Britta am Vormittag, 03.12.2018, 10.00 Uhr

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